CFD Handel – Das Finanzprodukt der Zukunft

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 16.11.2018

Die Chancen und Risiken beim CFD Handel auf einen Blick

Die Wahl des richtigen Finanzprodukts gehört zu den wichtigsten Entscheidungen für Anleger und Trader. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, um vom Auf und Ab der Märkte zu profitieren. Neben Aktien, Fonds, Zertifikate, Optionen und Futures spielt der CFD Handel dabei eine immer wichtigere Rolle. Dafür gibt es gute Gründe wie unser großer Ratgeber zu Differenzkontrakten zeigt.

CFD Handel - Header

Thorben Wengert  / pixelio.de

Inhaltsverzeichnis zum Ratgeber

Was sind CFDs?

CFDs fallen in die Kategorie der derivativen Finanzprodukte. Die Abkürzung steht für „Contract for Difference“, wobei schon ein wichtiges Kriterium von CFDs genannt ist. Beim CFD Handel schließen zwei Parteien einen Vertrag über den Barausgleich der Kursdifferenz für einen bestimmten Basiswert. Dies kann eine Aktie, Währungspaar, ein Index oder Rohstoff sein. Der Handel erfolgt hierbei nicht über eine Börse, sondern „over the counter“ (OTC).

Der außerbörsliche Handel bringt für Trader einige Vorteile mit sich. So können CFDs auf den DAX beispielsweise rund um die Uhr gehandelt werden, obwohl die Börse geschlossen ist. Leerverkäufe für CFDs auf amerikanische Aktien sind ebenfalls jederzeit möglich. Da der außerbörsliche Handel nicht reguliert wird, kommt der Wahl des richtigen Brokers eine entscheidende Bedeutung zu.

CFDs bieten dem Trader die Möglichkeit, auf eine bestimmte Kursentwicklung zu spekulieren, ohne dass dieser physisch erworben wird. Aus dem CFD Handel ergibt sich weder ein Recht den betreffenden Basiswert zu kaufen noch bestehen irgendwelche Aktionärsrechte. Es besteht lediglich das Recht auf Ausgleich der Kursdifferenz zwischen Eröffnen und Schließen einer Position. Da es sich bei CFDs um gehebelte Produkte handelt, müssen Trader nur einen Bruchteil der Handelssumme, den sogenannten Margin hinterlegen.

 

Market Maker versus Direct Market Access

Beim CFD Handel ist der Broker direkter Vertrags- und Handelspartner auf. Market Maker handeln dabei in eigenem Namen sowie auf eigene Rechnung und stellen die Kurse selbst. Der Broker sichert die gesamte Position eines Kunden durch die Einnahme einer gleichlautenden Position ab. Der Kunde zahlt hierfür einen Spread und/oder eine Gebühr. Werden Positionen über Nacht gehalten können noch weitere Kosten wie Zinsen anfallen. Der CFD Broker handelt nicht gegen den Kunden, sondern nimmt lediglich Absicherungsgeschäfte an der Börse vor. Bei fehlender Liquidität haben Market Maker die Möglichkeit, den Spread zu erhöhen, wodurch es zu einem schlechteren Ausführungskurs oder einer Erhöhung der Margin-Anforderung kommen kann.

Als Alternative zum Market Maker gibt es Broker, die für ihre Kunden einen direkten Marktzugang herstellen. Gehandelt wird dabei über Börsenbücher, sodass Trader unabhängig von einer eventuell abweichenden Preisfestsetzung des Brokers sind. Im Gegenzug sind jedoch die Kapitalanforderungen zumeist um einiges höher. Zudem können zusätzliche Kommissionen anfallen.

Wie läuft der Margin Handel in der Praxis?

Die Margin Anforderungen richten sich in der Praxis nach dem jeweiligen Markt auf dem gehandelt wird. Richtig eingesetzt, ermöglicht der CFD Handel schon mit kleinen Beträgen ein professionelles Trading in verschiedenen Anlageklassen. Aufgrund des geringeren Kapitaleinsatzes lässt sich im Depot eine deutlich breitere Streuung erreichen. Einsteiger vergessen allerdings häufig, dass der Hebel in beide Richtungen wirkt. Aus diesem Grund sollten die Einsätze auf einem klaren Risiko und Money-Management beruhen. Die folgenden Tabellen vergleichen den Kauf von Aktien mit dem CFD Handel.

Szenario 1: Long Position, Aktie steigt um 5 Prozent

 

CFD Aktie
Kaufkurs 100 Euro 100 Euro
Stückzahl 50 50
Kapitalbedarf 250 Euro (bei 5% Margin) 5.000 Euro
Verkaufskurs 105 Euro 105 Euro
Gewinn/Verlust 250 Euro 250 Euro
Rendite 100 Prozent 5 Prozent
Hebel 20 1

Szenario 2: Long Position, Aktie fällt um 5 Prozent

 

CFD Aktie
Kaufkurs 100 Euro 100 Euro
Stückzahl 50 50
Kapitalbedarf 250 Euro (bei 5% Margin) 5.000 Euro
Verkaufskurs 95 Euro 95 Euro
Gewinn/Verlust – 250 Euro – 250 Euro
Rendite – 100 Prozent – 5 Prozent
Hebel 20 1

Um den Gewinn zu ermitteln muss beim CFD Handel lediglich die Kursdifferenz mit der gehaltenen Stückzahl multipliziert werden. Im Gegensatz zu anderen Derivaten wie Optionsscheinen spielt die Volatilität des Basiswertes beim CFD Handel keine Rolle. Wie die Tabellen zeigen führt der Hebeleffekt zu einem überproportionalen Partizipation am Kurswert. So führt der fünfprozentige Kursanstieg bei einem Hebel von 20 zu einer Verdoppelung des eingesetzten Kapitals. Im Gegenzug ist der angelegte Kapital bei einem Rückgang um fünf Prozent komplett verloren.

Welche Kosten entstehen beim CFD Handel?

Die Transaktionskosten hängen beim CFD Handel immer vom jeweiligen Broker ab. Im Vergleich zum klassischen Handel mit Aktien sind sie jedoch zumeist deutlich geringer. Beim Margin Handel kommt es jedoch immer zu einer Aufnahme von Fremdkapital. Dadurch kommt es bei Long Positionen zu Finanzierungskosten bzw. bei Short Positionen zu Zinserlösen falls diese über Nacht gehalten werden. Neben einem anbieterabhängigen Aufschlag zwischen zwei und vier Prozent kommt noch der Tagesgeldzinssatz der jeweiligen Landeswährung hinzu.

Verlustrisiken und Margin Call

Der Margin Handel bietet aufgrund der Hebelwirkung die Chance auf besonders hohe Renditen. Er ist in erster Linie für risikobewusste, spekulativ ausgerichtete Marktteilnehmer geeignet. Doch wie sieht es aus, wenn sich der Kurs nicht wie erwartet entwickelt und das Handelskonto kein ausreichendes Kapital aufweist. In diesem Fall erfolgt ein sogenannter Margin Call. Der Broker weist den Kunden auf seine Nachschusspflicht hin und fordert ihn auf für eine ausreichende Deckung zu sorgen. Erfolgt dies nicht können offene Positionen durch den Broker geschlossen werden. Es besteht somit wie bei Futures ein potenzielles Risiko, dass die Verluste höher ausfallen als das vorhandene Kapital. Besonders hoch ist das Risiko bei Aktien CFDs, die über Nacht gehalten werden. Hier kann es mitunter zu erheblichen Kurslücken kommen, weshalb das Risiko bereits vor Eingehen einer Position definiert werden sollte. Mittlerweile bieten einige, bzw. die besten CFD Broker auch Konten an, bei denen auf eine Nachschusspflicht verzichtet wird.

Vorteile beim CFD Handel?

Gegenüber anderen Finanzprodukten weist der CFD Handel einige Vorteile auf. Hierzu gehört insbesondere der transparente und unkomplizierte Ablauf. Privatanleger müssen nicht erst mühsam nach der Wertpapierkennnummer suchen und es im Gegensatz zu Optionsscheinen auch Berechnung bestimmter Kennzahlen erforderlich. Ebenfalls positiv ist, dass der Kursverlauf der CFD Position den des Basiswerts nahezu 1:1 widerspiegelt. Faktoren wie Volatilität oder Laufzeit spielen beim CFD Handel keine Rolle. Ein relativ neues Feature ermöglicht das Einstellen von Volumenorders. Hierbei werden keine bestimmte Stückzahlen gehandelt, sondern es kann direkt der gewünschte Anlagebetrag eingegeben werden.

Beim täglichen Trading ist ein Faktor von besonderer Bedeutung. Der CFD Handel verläuft schnell und ist flexibel sowie kosteneffizient. Die von den Brokern angebotenen Plattformen ermöglichen zumindest in normalen Marktphasen einen unkomplizierten Ablauf. Was die Kosten betrifft bietet der CFD Handel ebenfalls Vorteile. So werden bei Rohstoffen oder Währungen keine Kommissionen an. Bei Aktien CFDs liegen sie je nach Broker zumeist auf einem sehr niedrigen Niveau. Mit zunehmendem Wachstum verbessern sich auch die Konditionen.

Nachteile beim CFD Handel

Geht es um die Nachteile beim CFD Handel ist das Market Making ein wichtiges Thema. In schnellen Marktphasen kann es zu Verzögerungen bei der Orderausführung kommen. Dazu kommt, dass es keine Stelle gibt, welche die Trades überwacht. Die Rückabwicklung eines Geschäfts ist ausgeschlossen. Es besteht somit eine generelle Gefahr, dass es durch die verspätete Ausführung oder einer Anpassung des Spreads zu höheren Kosten kommt.

Trader sollten in jedem Fall dass zumindest theoretisch unkalkulierbare Verlustrisiko im Auge behalten. Es ist deshalb ratsam, einen CFD Broker zu wählen, welcher in seinen Geschäftsbedingungen auf die Nachschusspflicht verzichtet. Um das Risiko zu begrenzen sollte zudem bei jeder Position ein Stopp gesetzt werden. Auf diese Weise kann jeder Trader sein Risiko individuell festlegen.

Ausblick in die Zukunft

In den letzten Jahren hat sich das Kundenspektrum beim CFD Handel verändert. Ging es früher in erster Linie um den schnellen Gewinn, haben Trader mittlerweile erkannt, dass die Einsatzbereiche von CFDs deutlich vielfältiger sind. Damit sind auch die Ansprüche an die Broker gestiegen. Diese haben reagiert und ihre Angebote bezüglich Handelszeiten, Produkte, Handelsplattform oder Chartanalyse-Tools verbessert.

Wägt man die Vor- und Nachteile gegeneinander ab, stellen sich CFDs als gute Alternative zu Optionsscheinen und Hebelzertifikaten für mittelfristig agierende, risikobereite Privatanleger heraus. Im Vergleich zu Futures sind die Transaktionskosten höher und im Hinblick auf eine Regulierung haben CFDs ebenfalls das Nachsehen.

Bedingt durch die hohe Volatilität an den Kapitalmärkten dürfte die Nachfrage nach CFDs in Zukunft noch weiter steigen. Durch die verstärkte Konkurrenz unter den Brokern verbessert sich der angebotene Service stetig. Die Handelsplattformen werden mit immer neuen Features versehen. Mit CFDs lassen sich Aktien, Indizes oder Währungen vom heimischen PC bequem vom heimischen PC aus oder auch per Smartphone handeln.

CFD Handel – Das Finanzprodukt der Zukunft was last modified: Dezember 16th, 2018 by JuliusDream011