US-Aktien – Warum Anleger nicht an amerikanischen Aktien vorbeikommen

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 17.05.2020


US Aktien gehören in jedes gut sortierte Depot

Der amerikanische Aktienmarkt ist der wichtigste Markt weltweit. Wer auf der Suche nach Papieren von großen und innovativen Unternehmen ist, findet hier die größte Auswahl. Bei einem Blick auf die Marktdaten der letzten fünf Jahre wird schnell klar, dass US-Aktien in jedes gut sortierte Depot gehören. Gemessen am MSCI USA hat der amerikanische Markt in diesem Zeitraum um 14,9 Prozent zugelegt. Deutsche Anleger konnten aufgrund der Währungsgewinne des Dollars noch mehr profitieren. Der deutsche Markt legte ebenfalls zu und der Europäische kommt ebenso zu einem Kursgewinn.

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Starker Dollar als Gegenpart zur Eurokrise

Es gibt verschiedene Gründe für das gute Abschneiden der US-Werte. Zum einen hat sich die US-Wirtschaft nach der Finanzkrise 2007 schneller wieder erholt als die Konjunktur in den schwächelnden Eurostaaten. Im Jahr 2020 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA um 2,3 Prozent zu. Innerhalb der Europäischen Union betrug der Anstieg lediglich 1,2 Prozent.

Zum anderen kann sich die Wall Street auf die Innovationsstärke der Amerikaner verlassen. Überproportional gut entwickelt hatten sich zuletzt US Aktien von Biotechnologie- und Internetfirmen.

Boom in der Biotechnologie-Branche

Alleine in der Biotechnologie-Branche gab es in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs. Einige der Unternehmen wie Amgene, Biogene, Celgene oder Gilead Sciences sind im Technologie-Index NASDAQ 100 gelistet. Mit ihren Forschungserfolgen setzten die Unternehmen Milliarden um. Bestes Beispiel ist das als 1000-Dollar-Pille bekannt gewordene Medikament gegen Hepatitis C, welches von Gilead Sciences entwickelt wurde. Mittlerweile sieht sich die Branche jedoch verstärkter Kritik aus der Politik ausgesetzt. Bemängelt werden insbesondere die hohen Preise.

Ist der Boom bei Biotechnologie zu Ende? Geht es nach den Analysten der Fondsgesellschaft Franklin Templeton, kann davon keine Rede sein. Die Tresore der Unternehmen sind gut mit neuen Produkten gefüllt.

Hype um Amazon, Facebook, Google & Co

Viele Anleger stellen sich die Frage ob sich ein Einstieg noch lohnt, nachdem sich die Aktien bereits so positiv entwickelt haben. Der Aktienwert von Apple hat sich beispielsweise durch den Erfolg des iPhone innerhalb von fünf Jahren fast vervierfacht. Noch höhere Zuwächse verzeichneten die Internetfirmen. Der Aktienkurs von Facebook hat sich ebenfalls fast vervierfacht, allerdings in einem deutlich kürzeren Zeitraum. Der Börsenstart des sozialen Netzwerkes erfolgte erst 2012. Inhaber von Aktien des Internethändlers Amazon durften sich in den letzten fünf Jahren sogar über einen Kursanstieg von 470 Prozent freuen.

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Dies sind Wachstumsraten, welche an die Zeit vor der Dotcom Blase zur Jahrtausendwende erinnern. Im Gegensatz zu damals muss man sich heute keine Gedanken mehr über die Erfolgschancen der einzelnen Geschäftsmodelle machen. Die meisten Konzerne sind in ihrer Branche Marktführer und nehmen fast so etwas wie eine Monopolstellung ein.

Dennoch gibt es immer wieder Stimmen von Experten, die vor einer Preisblase des amerikanischen Aktienmarktes warnen. Hierzu gehört unter anderem Nobelpreisträger Robert Schiller. Als Gründe nennt er die hohen langfristigen Börsenbewertungen der Unternehmen. Entwarnung gibt dagegen Franz Wenzel, Chefanalyst des Axa Investment Managers. Man sei derzeit noch weit von einer Preisblase entfernt, selbst wenn die amerikanische Zentralbank eine Zinserhöhung durchführt. Tatsächlich hat die US-Notenbank bei ihrer letzten Sitzung im Dezember 2015 erstmals nach Jahren wieder eine Erhöhung des Leitzinses bekannt gegeben. Als Zeichen, dass die Krise überwunden ist, stieg der Leitzins um ein Viertel Prozentpunkt.

Die höheren Zinsen dürften den Dollar zunächst weiter stärken. Auf Konjunktur und Aktienmärkte könnte sie sich jedoch negativ auswirken. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sind aktuell bereits deutlich höher als hierzulande. Für US-Papiere gibt es derzeit 1,8 Prozent, dagegen fallen die Renditen für Bundesobligationen sehr gering aus.

Die wichtigsten US Indexes im Porträt

Dow Jones

Der seit 1896 berechnete Dow Jones-Industrial Average ist der berühmteste Index der Welt. Obwohl er breit gestreut ist, spiegelt er den Markt nur begrenzt wider. Dies liegt in erster Linie an der Preisgewichtung. Alle US Aktien sind mit der identischen Anzahl vertreten. So hat beispielsweise die Apple Aktie das meiste Gewicht, weil sie mit 319 USD teurer ist als die anderen. Das Börsenschwergewicht Nike kommt in diesem Rankíng lediglich auf den 8. Platz, da dessen Aktie aktuell bei etwa 94 USD steht.

Stand: Mai 2020

NASDAQ 100

Obwohl der NASDAQ 100 als Technologieindex bezeichnet wird, sind darin nicht ausschließlich Technologiewerte enthalten. So werden beispielsweise auch die Papiere von American Airlines oder dem Lebensmittelproduzent Heinz Kraft im NASDAQ notiert. Nicht gelistet sind dagegen Finanzpapiere sowie Öl- oder andere Rohstoffkonzerne. Die beste Performance wies im letzten Jahr die Tesla Aktie mit 817 USD auf. Die Apple Aktie lag mit 319 USD auf dem 6. Platz. Der Index wurde 1985 erstmals berechnet.

Stand: Mai 2020

S&P 500

Den Index S&P 500 gibt es seit 1957. Mit 500 Unternehmen ist der Index ähnlich breit gestreut wie der MSCI USA. Die beiden Indexes unterscheiden sich nur unwesentlich. So gehört die Aktie von Berkshire Hathaway, dem Unternehmen des Börsengurus Warren Buffet, im S&P 500 zu den Top-Werten. Die Apple Aktie ist hier auf dem 5. Platz.

Stand: Mai 2020

Die US Aktien mit dem größten Potenzial

Wie die meisten Aktienmärkte ist auch die Wall Street schwach in das neue Jahr gestartet. Die Kurse für US Aktien haben kräftig nachgegeben, sodass sich der Index S&P 500 derzeit dem Vorjahrestief nähert. Die renommierte Investmentbank hat ihre Gewinneinschätzungen bereits nach unten korrigiert, was jedoch nicht bedeutet, dass der US-Aktienmarkt pessimistisch gesehen wird. Die folgenden Aktien gehören was erwartete Kurssteigerungen betrifft zu den Favoriten.

Apple

Der Aktienkurs von Apple ist in den letzten Jahren kräftig ins Trudeln geraten. Seit dem Hoch im Februar 2020 von 327 USD ist der Kurs wegen dem Coronavirus relativ stark eingeknickt. Mitte Mai 2020 liegt der Kurs jedoch schon wieder bei 319 USD. Nach Ansicht der Experten ist die Aktie aktuell jedoch zu günstig, sodass sich auf längere Sicht höhere Wachstumsraten ergeben könnten als allgemein erwartet. Das Kursziel liegt bei 309 Dollar.

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Harley Davidson

Wenig erfreulich fällt derzeit der Blick auf das Chartbild bei Harley Davidson aus. Seit einigen Jahren sinkt der Kurs stetig. Der Kurs Stand im Februar 2020 dann noch bei 73,94 US-Dollar und viel durch den Coronavirus auf 15 USD. Langsam steigt der Kurs wieder und ist Mitte Mai 2020 bei 24 USD. Zu den größten Problemen der Branche gehört, dass viele Händler auf gebrauchten Motorrädern sitzen bleiben, was die Preise für in Zahlung gegebene Fahrzeuge ebenfalls nach unten drückt. Zudem sorgt der Konkurrent Polaris mit einem überzeugenden Produktangebot für intensive Konkurrenz. Entscheidend sein wird, welche Antworten das Unternehmen in den Bereichen Marketing und Produktentwicklung findet. Sollte dies gelingen gehört die Aktie von Harley Davidson zu den Papieren mit dem meisten Potenzial.

US Aktien

Ford Motor Co

Nimmt man die Verkaufszahlen des letzten Jahres als Grundlage, brummt das Automobilgeschäft in den USA. Hiervon konnten besonders die US Aktien drei großen US-Hersteller profitieren. Hierzu gehört auch Ford Motor, obwohl deren Aktienkurs sich derzeit im Rückwärtsgang befindet und durch den Coronavirus zusätzlich einen Schlag bekommen hat. Innerhalb von drei Monaten ging es um mehr als 45 Prozent nach unten. Für Bedenken sorgt zudem die rückläufige Führerscheinquote bei Jugendlichen. Das Kursziel dieser Aktie liegt bei 6 Dollar.

Experten-Tipp:

Auch die aktuellen politischen Entwicklungen sollten Anleger nicht davon abhalten, das Potential der US-Aktien zu sehen.

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Bilderquelle: finanzen.net, shutterstock.com