Forex Strategien

Forex Handel – Strategien

Wer beim Trading hohe Renditen erwirtschaften möchte, landet früher oder später fast automatisch beim Forex Handel. Die zahlreichen Forex Broker machen den Einstieg sehr einfach. Bereits für etwa hundert Euro lässt sich ein Handelskonto eröffnen und schon kann es mit dem Devisenhandel losgehen. Allerdings resignieren viele Anleger bereits, bevor sie ihr erstes Geld verdient haben. Bleiben die Erfolge im Devisenhandel aus, liegt dies zumeist an zu hohen Erwartungen sowie einer fehlenden Strategie. Eine gute Forex Strategie ist aber die Basis, für ein dauerhaft erfolgreiches Trading. Wir haben daher die wichtigsten Forex Strategien bezüglich Anwendung und Erfolgsaussichten getestet.

Warum eine gute Forex Strategie entscheidend ist

Der Handel mit Devisen ist vergleichsweise risikoreich, was vor allem in der Hebelwirkung der Finanzinstrumente begründet ist. Trader können bei Brokern oft ein Vielfaches des Kapitals an den Märkten bewegen, das sie selbst effektiv aufbringen. Ein Beispiel:

  • Ein Anleger eröffnet eine Call Position auf EUR/USD.
  • Dabei hinterlegt der Trader eine sogenannte Margin (Sicherheitsleistung) von 100 Euro.
  • Gleichzeitig wählt er einen Hebel von 1:50.
  • Effektiv bewegt der Trader jetzt nicht nur 100, sondern 100 * 50 = 5.000 Euro an den Märkten.
  • Alle Gewinne und Verluste beziehen sich jetzt auf das gehebelte Kapital.

Vereinfacht gesprochen multipliziert der Anleger alle Gewinne und Verluste des Währungspaares mit dem Hebel. Genau aus diesem Grund ist es elementar wichtig, eine ausgereifte Forex Strategie zu verwenden. Denn eröffnet der Trader willkürlich Positionen, führt dies zwangsweise zu Kapitalverlusten.

Die richtige Forex Strategie ist immer individuell

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Handelsstrategien, welche jedoch nicht für alle Währungen und jeden Trading-Typ gleichermaßen geeignet sind. Allerdings existieren einige Analyseformen, welche beim Forex Handel zum Standard gehören und die Basis für die meisten Forex Strategien darstellen. Zu nennen wäre hierbei in erster Linie die technische Analyse sowie die Fundamentalanalyse. Deshalb wollen wir diese im Folgenden kurz vorstellen.

Gibt es Forex Strategien speziell für Einsteiger?

Wie in jedem Markt gibt es auch beim Devisenhandel Strategien für Anfänger und fortgeschrittene Trader. Dabei setzen fortgeschrittene Anleger meist auf recht komplexe Strategien, die in großen Teilen automatisiert werden. Eine gute Forex Strategie für Anfänger zeichnet sich hingegen durch die folgenden Punkte aus:

  • Möglichst hohe Trefferquote (Trade Ratio)
  • Strikte Begrenzung von Verlusten
  • Gewinne werden auf viele Trades verteilt
  • Überschaubare Verlustserien

Eine hohe Trefferquote wird in den Finanzkennzahlen zur quantitativen Bewertung von Strategien auch als „Trade Ratio“ bezeichnet. Für Einsteiger ist diese nahezu unerlässlich. Profi-Trader nutzen mitunter auch Forex Strategien, bei denen 90 Prozent der Trades im Verlust enden. Im Gegenzug fallen dann auch die Gewinne bei den ertragreichen Positionen entsprechend hoch aus. Für Einsteiger sind solche Strategien jedoch nicht empfehlenswert, weil die teils langen Verluststrecken auch eine mentale Wirkung haben. Nur wer über viel Erfahrung an den Märkten verfügt, kann diesem Druck standhalten.

Kein Erfolg ohne Verlustbegrenzung

Eine Forex Strategie, die zahlreiche, kleine Gewinne einbringt, ist für Einsteiger deshalb deutlich besser geeignet. Natürlich lassen sich Verluste beim Forex Handel nicht gänzlich vermeiden, allerdings sollten diese innerhalb der Strategie immer begrenzt werden. Ohne eine konsequente Verlustbegrenzung lässt sich im Forex Handel kein dauerhafter Erfolg realisieren.

Bereits bevor eine Position eröffnet, muss klar sein, wie hoch der Verlust maximal ausfallen dürfte. Generell ist es für jede Forex Strategie von Vorteil, wenn sich die Gewinne auf möglichst viele Trades verteilen. Sollten beispielsweise 80 Prozent des jährlichen Gewinns auf lediglich drei Trades, ist die Fortsetzung des Erfolgs sehr fraglich. Hier besteht die Gefahr, dass der Erfolg auf bloßem Zufall beruht.

Bei einem Trade mit sehr kurzer Laufzeit kann es passieren, dass dieser bei Abrechnung zum Geldkurs ohne Wert ist, während die Abrechnung zum Briefkurs einen Gewinn bringt. Solche Differenzen können zudem auch beim Handel an verschiedenen Börsenplätzen auftreten. Deshalb sollten sich Händler vorab immer genau über die Kurse an den einzelnen Handelsplätzen informieren. Bei Forex Brokern, die aus mehreren Börsen einen Kurs auswählen, sind die Erfolgsaussichten deutlich geringer.

Trendfolgestrategien für Einsteiger besonders geeignet

Wer frisch in den Forex Handel einsteigt, sollte sich für trendfolgende Strategien mit einem oder zwei Filtern entscheiden. Denn Trendfolgestrategien haben sich in den letzten Jahren bewährt und sind bestens erprobt. Zudem lassen sich diese Forex Strategien besonders einfach nachvollziehen und umsetzen. Basis jeder Trendfolgestrategie ist der Grundsatz, dass sich ein Trend eher fortsetzt, als dass er endet. In der Praxis zeigen wissenschaftliche Untersuchungen auch tatsächlich, dass dies der Fall ist.

Zunächst müssen aber auch tatsächlich klare Trends identifiziert werden, wobei es hier drei verschiedene Kursverläufe geben kann:

  1. Aufwärts: Die Kurse des Basiswerts bewegen sich deutlich nach oben.
  2. Abwärts: Die Kurse des Basiswerts bewegen sich deutlich nach unten.
  3. Seitwärts: Die Kurses des Basiswerts bewegen sich innerhalb eines Korridors weder besonders stark nach unten noch nach oben.

Für Trendfolgestrategien sind dabei nur solche Kursverläufe geeignet, die entweder klar nach oben oder klar nach unten hin ausgerichtet sind.

Zurück zur Erkennung der Trends: Dies geschieht zumeist mit Hilfe von Trendlinien oder gleitenden Durchschnitten. Je öfter ein Trend diese Tests bestanden hat, desto signifikanter ist er. Ein Test findet zum Beispiel statt, wenn der Markt in einem Aufwärtstrend auf seine Trendlinie zuläuft und nach oben von ihr abprallt. Je häufiger dieses Phänomen auftritt desto besser.

Im zweiten Schritt kommen dann verschiedene Filter zur Anwendung, mit denen sich die Trefferquote erhöhen lässt. So ist es ratsam, eine Position im Trendmarkt nur dann zu eröffnen, wenn dieser nicht überkauft bzw. überverkauft ist. Im besten Fall gibt es eine gegenteilige Ausgangssituation.

Der optimale Einstiegszeitpunkt in einen Aufwärtstrend liegt grafisch betrachtet nach einer kurzfristigen Korrektur, die im unteren Bereich des Trendkanals endet. Als weiterer Filter bietet sich ein Ausschluss von charttechnischen Widerständen an. Ein starker Anstieg der Volatilität innerhalb eines bestehenden Trends kann ebenfalls als Zeichen dafür gewertet werden, dass dieser möglicherweise endet.

Charts und Indikatoren für die eigene Strategie nutzen

Um eine Forex Strategie erfolgreich anzuwenden, wird eine möglichst präzise Einschätzung der zu erwartenden Wertentwicklung benötigt. Je öfter und genauer der Markt analysiert wird, desto besser stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Trade. Für den Forex Handel hat sich insbesondere die technische Analyse als sehr gutes Prognoseinstrument bewährt, weshalb die Mehrzahl der Forex Strategien eben auf dieser Variante beruhen.Die wichtigsten Annahmen der technischen Analyse lauten:

  • In den Kursen sind bereits alle Informationen enthalten.
  • Kurse bewegen sich immer in Trends
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Trends fortsetzen, ist größer als die, dass sie enden

Mit dieser einfachen Darstellung der technischen Analyse lässt sich bereits eine vollständige Forex Strategie erstellen. Einfach nach etablierten Trends im Markt suchen und in Trendrichtung kaufen bzw. verkaufen, sobald sich der Markt nach einer Korrektur in der Nähe seiner Trendlinie befindet.

Die technische Analyse lässt sich in Chart- und Markttechnik unterscheiden. Wer anhand von Charts tradet sucht im Markt nach Mustern aus denen sich eine Fortsetzung des Trends bzw. eine Umkehr ableiten lässt. So deutet beispielsweise eine Kopf-Schulter-Formation auf eine bevorstehende Trendumkehr hin. Dagegen setzen Markttechniker auf Indikatoren, welche in der Chartsoftware zumeist bereits enthalten sind. Die Indikatoren zeigen einen überkauften oder überverkauften Markt an oder weisen auf den Beginn eines neuen Trends hin. Indikatoren haben den Vorteil, dass sie sich leicht in ein automatisches Handelssystem einbauen lassen.

Fundamentalanalyse: Diese Daten sollten bekannt sein

Zwar ist die technische Analyse Grundlage für die meisten Forex Strategien, dennoch sollten sich Trader auch mit den wichtigsten Fundamentaldaten befassen. Nur so lassen sich auch die Zusammenhänge „hinter den Kursen“ verstehen. Die meisten Forex Broker stellen ihren Kunden einen Wirtschaftskalender mit den wichtigsten Terminen zur Verfügung.

Für Forex Trader sind vor allem die Sitzungen der Notenbanken von Interesse. Auf diesen informieren EZB, Federal Reserve und Co über Zinsänderungen oder Anleihekäufe. Die im Anschluss stattfindenden Pressekonferenzen werden auf den Nachrichtensendern und im Internet live übertragen. Oftmals reicht dabei schon ein kleiner Nebensatz aus, um starke Kursveränderungen hervorzurufen. Wird beispielsweise von einer zu erwartenden Steigerung der Inflationsrate gesprochen deutet dies auch indirket auf eine bevorstehende Zinserhöhung hin.

Eine Forex Strategie die ausschließlich auf Fundamentaldaten beruht ist das Event Trading. Hier werden stärkere Kursbewegungen einzig aufgrund von Events aus dem Wirtschaftskalender prognostiziert. Anschließend wird ober- oder unterhalb der aktuellen Trendlinie eine limitierte Order platziert und gleichzeitig noch mit einem Trailing Stop ausgestattet. Sollte der Kurs aufgrund des Events steigen wird eine Longposition eröffnet und bis zum ersten starken Rücksetzer gehalten. Bei fallendem Kurs erfolgt dasselbe mit einer Shortposition.

Kombination mehrerer Forex Strategien möglich und sinnvoll

Im Idealfall lässt sich eine Kombination aus technischer Analyse und Fundamentalanalyse zu einer erfolgreichen Handelsstrategie ausbauen. Dabei wird zunächst die schnellere und einfachere technische Analyse durchgeführt und die Ergebnisse anschließend noch mit einer Fundamentalanalyse untermauert.

Forex Strategie nach klaren Regeln umsetzen und diese konsequent einhalten

Eine Forex Strategie ist immer nur dann erfolgreich, wenn hierfür klare Regeln definiert werden. So werden beispielsweise eindeutige Ein- und Ausstiegszeitpunkte festgelegt. Um dies zu erreichen sollten im Vorfeld die genannten Regeln verfasst werden. In diesen werden die Preisgrenzen festgeschrieben, bei deren Überschreitung eine Währung nicht mehr angekauft bzw. verkauft wird. Soll dauerhaft ein Erfolg erzielt werden müssen Trader sich genau an die festgelegten Regeln halten. Dies gestaltet sich in der Praxis oftmals schwieriger als gedacht.

Forex Strategien mit einem Demokonto risikolos testen

Bevor echtes Geld in eine Forex Strategie investiert wird sollte diese erst mit einem Demokonto getestet werden. Mittlerweile bietet nahezu jeder Forex Broker für seine Kunden einen solchen Testaccount an. Angehende Trader können sich dabei mit virtuellem Geld über die verschiedenen Möglichkeiten des Devisenhandels informieren. Bei der Auswahl eines Demokontos ist wichtig, dass dieses den Handel unter realen Marktbedingungen ermöglicht.

Wer auch künftig seine Forex Strategie vorab testen möchte, sollte sich für ein Demokonto mit unbegrenzter Laufzeit entscheiden. Allerdings ist die Nutzung bei vielen Anbietern auf 30 Tage begrenzt. Zudem bietet das Demokonto die Möglichkeit, die Handelsplattform des Brokers in vollem Umfang zu testen. Nicht immer werden die für eine bestimmte Forex Strategie benötigten Funktionen von einem Broker auch zur Verfügung gestellt.

Fazit: Einsteiger sollten auf Trendfolgestrategie setzen

Wer ohne Strategie mit Währungen handelt, kann auf mittlere bis lange Sicht keinen Erfolg an den Märkten haben. Schließlich verlaufen die Kurse der Devisen nicht willkürlich, sondern auch Basis klar erkennbarer Muster. Bewährt hat es sich im Forex Handel, vor allem auf Trendfolgestrategien zu setzen, weil eine solche Fortsetzung immer wahrscheinlicher ist als die Trendumkehr. Zudem ist die Durchführung dieser Strategie auch für Einsteiger vergleichsweise einfach. In jedem Fall empfiehlt es sich aber, zunächst ein kostenfreies Demokonto für erste Positionseröffnungen und Strategien zu verwenden.