Wertpapierdepot – Welche Depotarten gibt es?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.11.2018

Sie möchten von den attraktiven Rendite-Möglichkeiten bei Wertpapieren profitieren? Dann benötigen Sie in jedem Fall ein Depot, in welchem die Aktien und andere Wertpapiere verwahrt werden. Für unerfahrene Anleger empfiehlt sich zunächst ein Musterdepot. Dieses wird von nahezu allen Banken und Online Brokern kostenlos angeboten. Unser Ratgeber zeigt, welche Depotarten es gibt und worin sich diese unterscheiden.

Depotarten - Header

Depotarten A, B, C und D

Der Gesetzgeber hat die verschiedenen Depotarten in vier Hauptkategorien unterteilt. Auf diese Weise können Banken und Verwahrstellen die Möglichkeit, ihre Wertpapierstände einheitlich zu klassifizieren. Ziel ist ein einheitliche insitutsübergreifende Bilanzierung sowie ein vereinfachter Umgang mit Pfandrechten. Die Unterscheidung wird mithilfe von Buchstaben vorgenommen:

Depot A: Eigendepot

Das sogenannten Eigendepot wird von Banken oder Brokern geführt. Eigendepots sind unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Weiterverpfändung der enthaltenen Wertpapiere ermöglichen. In einem Depot A befinden sich in der Regel Wertpapiere des Eigenhandels einer Bank. Es handelt sich hierbei um Spekulationsgeschäfte, die von der Bank in eigenem Namen und auf eigene Rechnung abgewickelt werden. Im der Fachsprache werden Eigendepots auch als Nostrohandel bezeichnet.

In Einzelfällen kann ein Depot der Kategorie A auch Papiere von Dritten enthalten. Der Inhaber muss der möglichen Weiterverpfändung durch die Bank im Vorfeld zustimmen. Bezüglich der Haftung gibt es keine Unterschiede zu den Eigenpapieren. Ein Rückkredit an den Hinterleger ist keine Bedingung. Ein Beispiel dafür sind Dispositionsdepots der Kreditinstitute bei Landeszentralbanken.

Depot B: Fremddepot

In einem Fremddepot werden Wertpapiere von Kunden der Banken bzw. Broker verwahrt. Es handelt sich hierbei um Kommissionsgeschäfte. Die Papiere werden dem Verwahrer zur Verwaltung und Verwahrung anvertraut. Der Bestand bleibt dabei immer Eigentum des Anlegers. Sollte ein Eigentumsnachweis fehlen gilt generell der Grundsatz der Fremdvermutung. Im Falle einer Insolvenz der Bank oder des Brokers haben Gläubiger keinen Zugriff auf die in Fremddepots vorhandenen Wertpapieren.

Depot C: Pfanddepot

In einem Pfanddepot lagern verpfändete Wertpapiere von Bankkunden. Diese wurden vom Inhaber zur Absicherung von Krediten übergeben. Dabei verwahrt und verwaltet der Drittverwahrer die Wertpapiere im Sinne des DepotG. Der Bestand haftet in vollem Umfang solidarisch für den Rückkredit gegenüber dem Drittverwahrer.

Depot D: Sonderpfanddepot

In einem Sonderpfanddepot sind beschränkt verpfändete Wertpapiere von Bankkunden enthalten. Diese werden als Sicherheit für einen laufenden Kredit genutzt. Der Bestand haftet für die Rückzahlung, jedoch nur bis zur Höhe des Kreditbetrags. Die hinterlegten Wertpapiere werden nach dem DepotG verpfändet.

Allgemeines Depot vs. reines Fondsdepot

Innerhalb der vier Depotarten lassen sich noch weitere Varianten verifizieren. Bei der Suche nach einem Depot kommen Sie unter anderem mit folgenden Begriffen in Berührung: Fondsdepot, Aktiendepot, Online-Depot, Wertpapierdepot. Elementare Unterschiede bei den Depotarten gibt es jedoch nur was das „allgemeine Depot“ sowie das reine Fondsdepot betrifft:

  • Reines Fondsdepot: Das Fondsdepot wird nicht bei einer Bank, sondern direkt beim Fondsanbieter geführt. Aus diesem Grund können in einem solchen Depot nur Fonds der jeweiligen Gesellschaft verwahrt werden.
  • Aktiendepot: Der Begriff Aktiendepot wird zwar häufig verwendet, im Prinzip handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine besondere Depotart. Es ist lediglich eine andere Bezeichnung für ein Wertpapierdepot. Neben Aktien können in einem solchen Depot auch andere Papiere wie Renten oder Fonds verwahrt werden. Aktiendepots werden von Banken sowie zahlreichen Online Brokern angeboten.
  • Online-Depot: Das Online-Depot gehört ebenfalls nicht zu den eigenständigen Depotarten. Anhand der Bezeichnung wird deutlich gemacht, dass dieses Depot online eröffnet und verwaltet wird. In der Regel geschieht dies über eine Direktbank oder einen Online Broker. Zu den großen Vorteilen von Online-Depots gehören die oftmals deutlich geringeren Gebühren.
  • Wertpapier-Depot: Das Wertpapier ist der Gegenpart zum reinen Fondsdepot. Das Depotkonto kann bei Banken und Brokern eröffnet werden. Bezüglich der verwalteten Papiere gibt es beim Wertpapier-Depot keinerlei Einschränkungen. Dies ist besonders für Anleger geeignet, die sich ein Mischdepot aus unterschiedlichen Wertpapier aufbauen möchten.

Offenes oder geschlossenes Depot

Bei den Depotarten wird zudem auch zwischen offenen und geschlossenen Depots unterschieden:

Geschlossenes Depot

Bei einem geschlossenen Depot handelt es sich um einen bei Banken geführten Tresor. In diesem können Gegenstände sowie Urkunden diebstahl- und feuersicher verwahrt werden. Im Prinzip ist das geschlossene Depot nichts anderes als eine Bankschließfach. Die Lagerung von Wertpapieren ist nur dann möglich, wenn es hierfür eine physische Urkunde gibt. Aus diesem Grund haben geschlossene Depots für die Anlage in Wertpapieren nur eine untergeordnete Bedeutung. In erster Linie eigenen sich geschlossene Depots zur Aufbewahrung von wertvollen Kunstgegenständen oder Schmuck. Das führende Institut hat in der Regel keine Ahnung was der Kunde im Depot aufbewahrt. Ein Hauptgrund dafür dass diese Variante als geschlossenes Depot bezeichnet wird. Die Verwaltung erfolgt komplett durch den Eigentümer.

Offenes Depot

Wer seine Wertpapiere in einem offenen Depot aufbewahren will, muss diese unverschlossen an den Verwahrer übergeben. Dabei wird zwischen einer Girosammelverwahrung und einer Sonderverwahrung unterschieden. Das offene Wertpapierdepot wird also in zwei verschiedene Depotkategorien unterteilt: das Sammel- und das Streifbanddepot.

  • Sammeldepot: Die Sammelverwahrung ist im § 5 des Depotgesetzes geregelt. Erlaubt ist die Aufbewahrung von Wertpapieren derselben Art gemeinsam mit eigenen Papieren sowie Wertpapieren von anderen Eigentümern zu. Wer seine Wertpapiere in einem Sammeldepot aufbewahrt verliert das alleinige Eigentum und erhält im Gegenzug ein Sammeleigentum am gesamten Bestand. Vorab muss der Sammelverwahrung ausdrücklich zugestimmt werden. Im Falle einer Insolvenz des Verwahrers besitzt der Hinterleger ein Aussonderungsrecht. Die Papiere werden somit nicht zur Insolvenzmasse gerechnet.
  • Streifbanddepot: Beim Streifbanddepot handelt es sich nach dem Depotgesetz um eine Sammelverwahrung. Die verwahrten Stücke werden einzeln und getrennt von anderen verwahrt. So können Sie problemlos einem Eigentümer zugeordnet werden. Sie behalten das volle Eigentum an den von Ihnen hinterlegten Wertpapieren.

Musterdepot

Ein Musterdepot ist vor allem für Einsteiger interessant, die sich bisher nur wenig oder gar nicht mit Wertpapieren beschäftigt haben. Das Depot ist mit einem virtuellen Guthaben ausgestattet. Der Depotinhaber kann damit Wertpapiere ins Musterdepot aufnehmen oder wieder abstoßen. Der gesamte Handel läuft virtuell ab, sodass es keinerlei Risiken gibt. Somit ermöglicht das Musterdepot einen optimalen Einstieg in den Handel mit Wertpapieren.

Mit dem Musterdepot können Sie Aktien handeln und verwalten ohne dabei echtes Geld investieren zu müssen. Aus diesem Grund werden Musterdepots auch als Demo-Depot bezeichnet. Anfänger entscheiden sich zumeist für vier ode fünf Werte und beobachten deren Entwicklung im Musterdepot. Anschaulich lernen Sie dabei mehr über Markt- und Abrechnungsmechanismen sowie Gebühren. Mittlerweile bieten nahezu alle Banken und Broker ein kostenloses Musterdepot an.

Warum gibt es unterschiedliche Depotarten?

Die unterschiedlichen Depotarten dienen verschiedenen Verwendungszwecken. Von Bedeutung ist vor allem die Unterscheidung in eigene Depots der Bank und Fremddepots, welche für Kunden geführt werden. Offene für Kunden geführte Depots bieten den großen Vorteil, dass sie mit Einlagerung ihrer Wertpapiere auch den damit verbundenen Verwaltungsaufwand aus der Hand zu geben.

In den meisten Fällen erhebt die Bank für die Bereitstellung und Verwaltung des Depots sowie die getätigten Transaktionen Gebühren. Diese richten sich unter anderem nach Höhe und Art der Bestände sowie den jeweiligen Depotarten. So gilt das Sammeldepot allgemein als günstige Verwahrmöglichkeit von Wertpapieren. Bei einigen Anbietern ist die Depotführung mit keinen besonderen Kosten verbunden. Vor der Eröffnung eines Depots sollten Sie die Konditionen der verschiedenen Banken und Broker in jedem Fall miteinander vergleichen. Weitere Informationen finden Sie in unserem großen Depotvergleich.

Wichtig ist zudem ob das Depot lieber bei einer Bankfiliale vor Ort oder online geführt werden soll. Direktbanken bieten den Vorteil von geringeren Kosten, im Gegenzug muss auf eine persönliche Beratung verzichtet werden. Der Kunde führt seine Transaktionen selbstständig über die zur Verfügung gestellte Online-Plattform aus. Es gibt zumeist zwar eine Hotline, diese führen jedoch in der Regel keine Anlageberatung durch.

Fazit zu den Depotarten

Für die meisten Anleger sind ausschließlich Fremddepots interessant, die bei einer Bank oder einem Broker geführt werden. Wichtig ist zudem noch die Unterscheidung zwischen Depots bei Filialbanken sowie reinen Online-Depots. Mit einem Musterdepot können Sie den Wertpapierhandel ohne Risiko erlernen und üben. Musterdepots eignen sich auch für erfahrene Anleger, um beispielsweise neue Handelsstrategien vorab zu testen. Bei einem Vergleich der Depots sollten Sie neben den Kosten auch auf den angebotenen Service sowie die verfügbaren Handelsplattformen achten.

Broker mit einem kostenlosen Wertpapierdepot

Die OnVista Bank bietet neben dem Wertpapierdepot auch ein kostenloses Verrechnungskonto an. Kunden erhalten Zugriff auf alle deutschen sowie 13 internationale Börsen. Dazu gibt es noch mehr als 20 Partner für den außerbörslichen Handel. Bezüglich der Transaktionskosten gehört OnVista zu den günstigsten Anbietern auf dem Markt. Dies gilt sowohl für den Handel mit Aktien wie auch Zertifikate, Optionsscheine, ETFs und Fonds. Aufträge können  können wahlweise per Web-Trading, Telefon sowie über die Handelssoftware GTS aufgegeben werden. Eine Änderung oder Stornierung der Order ist jederzeit kostenlos möglich. Bei Fragen oder Problemen hilft der Kundenservice, welcher an Börsentagen telefonisch erreichbar ist.

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Wertpapierdepot – Welche Depotarten gibt es? was last modified: Oktober 12th, 2018 by JuliusDream011