Binäre Optionen: Gründe für das Verbot und Alternativen

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 22.12.2020


Binäre Optionen sind ein vordergründig einfach strukturiertes, spekulatives Finanzinstrument. Die Gewinnaussichten sind hoch – die Verlustrisiken allerdings auch. Daher ist der Handel mit binären Optionen innerhalb der EU seit 2018 nicht mehr gestattet. Warum das so ist, und welche anderen Möglichkeiten Trader und Anleger haben, soll im Folgenden erläutert werden.

  • Spekulative Produkte mit gewissen Risiken
  • Binäre Optionen haben Wettcharakter
  • Die genaue Kenntnis der Märkte ist ausschlaggebend für den Erfolg
  • Innerhalb der EU ist der Handel seit 2018 untersagt

Hinweisbox Binaere Optionen

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Was sind binäre Optionen?

Optionen sind etablierte Derivate im Termingeschäft. Sie werden gern, aber nicht ausschließlich, für die Spekulation auf Rohstoffe genutzt. Die Option gibt ihrem Halter das Recht, den Basiswert zu einem späteren Zeitpunkt zum vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Optionen sind also bedingte Termingeschäfte und nicht mit der Pflicht zur Ausübung verbunden. Der Optionshandel ist weiterhin erlaubt und vollkommen legitim, auch wenn die Instrumente vor allem hinsichtlich der Optionsprämie mit komplexen Berechnungen verbunden sind.

Und binäre Optionen? Wer sich fragt, ob sie wirklich so unterschiedlich sind, dass ein EU-weites Verbot gerechtfertigt ist, kann die Antwort in zwei Worte fassen: sind sie. Binäre Optionen gibt es seit 2008, sie tragen die Bezeichnung, weil sie eher Glücksspiel- als Anlagecharakter haben. Mit einer binären Option der Cash-or-nothing Variante spekuliert der Trader auf ein Eintreten oder eben Nicht-Eintreten einer bestimmten Kursentwicklung, setzt also auf 1 oder 0, wie im Binärsystem der Informatik.

So läuft der Handel mit Binären Optionen ab

Vordergründig sind die Abläufe beim Handel mit binären Optionen einfach:

  1. Der Trader wählt einen Basiswert, auf den sich die binäre Option bezieht.
  2. Dann muss er eine Call- oder Put-Option wählen und damit vorwegnehmen, ob die Kurse steigen oder fallen werden.
  3. Die Laufzeit wird festgelegt.
  4. Nun muss das Handelsvolumen, die Höhe des Risikos und die Prämie definiert werden.
  5. Im letzten Schritt wird der Kauf getätigt – nun bleibt nur abzuwarten, ob die „Wette“ aufgeht.

Binäre Optionen handeln

Die Risiken sind erheblich – aber erst auf den zweiten Blick

Der Handel mit binären Optionen ist deshalb so verlockend, weil die Gewinne astronomisch scheinen und auch Einsteigern zu verstehen gegeben wird, dass sie den Umgang mit den Produkten schnell und problemlos erlernen können. Dass die Risiken jedoch kalkulierbar sind, ist nicht ganz wahr.

Der Vergleich legt es an den Tag. Bei der Investition in Aktien, oder auch Derivate auf Aktien oder Indizes, die durchschnittlich eine Rendite von 10% erzielen, kann in der langjährigen Betrachtung durchaus einmal eine Rendite von nur 8% oder ein anderes Mal 12% anfallen. Das ist in der Tat ein überschaubares Risiko, die Volatilität wird durch die langfristige Strategie mehr als ausgeglichen. Bei sehr starken Schwankungen gehen Analysten von Renditen aus, die bei Null liegen und im Folgejahr 25% betragen können.

Und binäre Optionen? Die negativen Renditen betragen 100%, immer – die Gewinnaussichten liegen bei 80%. Diese Zahlen verdeutlichen das überdurchschnittlich hohe Risiko dieser Produkte, die also alles andere als einsteigerfreundlich sind.

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Information ist von fundamentaler Bedeutung – und Erfahrung

Da binäre Optionen nur kurzfristig gehalten werden und die Entscheidung für die Options-Parameter meist sehr schnell fallen muss, liegt auf der Hand, dass Trader fundierte Kenntnisse der Märkte mitbringen müssen. Hier reichen weder die Fundamentalanalyse noch die Chartauswertung aus. Spezialisten für binäre Optionen beziehen Echtzeitnews aus spezialisierten Nachrichtensendern und Magazinen, haben so den Finger am Puls der Trends und durch lange Erfahrung Übung in der Auswertung der so gewonnenen Informationen.

Vor allem kommt es darauf an, die Richtung der Kurse einschätzen zu können – und selbst Profis können sich hier häufiger irren. Nur mit gutem Risikomanagement und einer soliden Kapitalerhalt-Strategie handeln Trader langfristig erfolgreich mit binären Optionen. Den Übergang zu den High-Yield Produkten mit bis zu 500% Renditepotenzial vollziehen nur wenige.

Binäre Optionen Verbot

Spekulation mit Glücksspielcharakter

Binäre Optionen sind also keineswegs geeignet für unerfahrene Anleger. Hinzu kommt, dass der simple Charakter der Instrumente, die Entscheidung für ja oder nein, tatsächlich eher einer Wette gleicht als der kalkulierten Investition auf der Grundlage der Fundamentalanalyse. Binäre Optionen laden anders als herkömmliche Optionen zum Zocken ein. Das ist auch die Ansicht der europäischen Marktaufsicht. Nach eingehender Prüfung kam die Behörde zu dem Schluss, dass unverhältnismäßig viele Anleger unproportional hohe Verluste mit binären Optionen einfahren. Deshalb das Verbot. Die seriösen Alternativen, nämlich Optionen und Futures-Kontrakte, aber auch Differenzkontrakte, sind nach wie vor handelbar.

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Binäre Optionen: Welche Alternativen haben Trader und Anleger?

Der börsliche und außerbörsliche Handel gibt Tradern und Anlegern glücklicherweise zahlreiche andere Finanzinstrumente an die Hand, die sich sowohl für langfristige Vermögensbildung als auch für dynamisches Trading eignen. Die Entscheidung für die Produkte fällt in der Regel auf der Basis des verfügbaren Kapitals und der Risikoneigung.

Aktien für die Langzeit-Investition

Aktionäre legen in der Regel Kapital an, das über Jahre oder sogar Jahrzehnte entbehrt werden kann. Der Gewinn ist kumulativ, vor allem, wenn mögliche Dividenden wieder investiert werden. Bei entsprechender Streuung der Anlage über verschiedene Branchen, Länder und Kontinente lässt sich das Risiko leidlich minimieren. Der Nachteil bei dieser konservativen Anlageform: Gewinne macht ein Aktionär nur, wenn die investierten Unternehmen Gewinne machen. Totalverluste sind möglich und lassen sich nur vermeiden, wenn eine aussichtslose Aktie nicht zu lange gehalten wird. Das Kapital, das für ein Aktienportfolio aufgewendet wird, liegt über längere Zeit fest.

Binäre Optionen Risiko

Futures und Optionen

Zu den Derivaten gehören Futures-Kontrakte und Optionen. Sie ermöglichen Termingeschäfte auf die Kursentwicklung von Rohstoffen, aber auch anderen Basiswerten wie Devisen, Indizes oder Edelmetallen. Einer der Vorteile der Terminkontrakte ist, dass sie dem Halter sonst schwer zugängliche Märkte wie etwa den Rohstoffhandel erschließen. Die Spekulation ist auf steigende oder fallende Kurse möglich, und manche der Produkte können gehebelt werden. So lässt sich die Rendite unter Umständen vervielfachen. Allerdings sind Futures und Optionen zum Teil recht komplexe Instrumente, die dem Trader sehr gute Vorkenntnisse abverlangen, wenn der Handel erfolgreich sein soll.

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CFDs

Contracts for difference, auf Deutsch Differenzkontrakte, wurden ursprünglich für den Aktienhandel entwickelt. In Großbritannien umgingen findige Broker mit CFDs die Stempelsteuer auf Aktientransaktionen. Inzwischen gibt es tausende von Basiswerten aus allen Anlageklassen, Trader können mit CFDs auf die Kursentwicklung von Devisenpaaren, Aktien, Anleihen und Indizes spekulieren, aber auch auf Kryptowährungen, Rohstoffe, Energien und Metalle. Die flexiblen Instrumente eignen sich für die Spekulation auf steigende und fallende Kurse und können abhängig von der Anlageklasse des Basiswerts gehebelt werden.

Auch CFDs sind anspruchsvoll, jedoch weniger komplex als echte Optionen. Die Produkte gelten als risikoreich, doch Trader können sich die für den Handel erforderlichen Kenntnisse aneignen und ihre Handelsentscheidungen faktenbasiert fällen, differenzierter als nur mit einer Entscheidung für 1 oder 0.

Bei einem CFD ist der Einstieg und Ausstieg dem Belieben des Traders überlassen. Die Verluste können, anders als bei binären Optionen, mithilfe von Stopp- und Limit-Zusätzen klarer eingeschränkt werden. Auch hier gilt natürlich, dass man nicht unvorbereitet den Handel aufnehmen sollte. Ein seriöser CFD-Broker unterstützt seine Kunden jedoch in vielen Fällen mit Schulungsangeboten und einem Übungskonto.

Binäre Optionen handeln

Binäre Optionen handeln trotz ESMA-Verbot

Erfahrene Trader, die bereits längere Zeit erfolgreich mit binären Optionen gehandelt haben, bevor das Verbot der Aufsichtsbehörde in Kraft trat, müssen von ihrer Beschäftigung deshalb nicht lassen. Und auch wer binäre Optionen noch nicht kennt, sich aber einen behutsamen und besonnenen Einstieg zutraut, kann die interessanten Instrumente handeln. Dazu gibt es im wesentliche folgende Möglichkeiten:

  • Mit einem EU-regulierten Broker als professioneller Trader handeln oder
  • mit einem Offshore-Anbieter den Handel aufnehmen.

Die Einstufung als Profi-Trader setzt Erfahrung im Handel und in der Finanzindustrie und ein gewisses Grundkapital voraus. Wer sie durchläuft, kann mit deutlich höheren Hebeln handeln – und eben auch mit binären Optionen, sofern der Broker dies anbietet.

Finanzdienstleister, die ihren Hauptsitz außerhalb der Europäischen Union haben, sind an das Verbot nicht gebunden. Sie bieten nach wie vor den Handel mit binären Optionen an.

In jedem Fall kommt es darauf an, sich für einen seriösen Anbieter zu entscheiden – und gerade spezialisierte Optionsbroker sollten genauestens durchleuchtet werden, da die Branche ihre schwarzen Schafe hat.

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Die Checkliste für Broker

Als Neukunden sollte man folgende Fragen stellen:

  • Informiert der Broker über die Risiken?
  • Sind die Geschäftsbedingungen, die Datenschutzerklärung und die Kosten transparent einsehbar?
  • Gibt es ein kostenloses CFD Demokonto für den risikolosen Einstieg?
  • Hilft ein Schulungsangebot beim Erlernen der Grundkenntnisse?
  • Welche Basiswerte werden angeboten?
  • Gibt es eine Mindesteinzahlung, wenn ja, wie hoch ist sie?
  • Wo setzt der Mindesteinsatz pro Trade ein?
  • Welche Software bzw. Orderarten unterstützen bei der Verlustabsicherung?
  • Fallen weitere Gebühren an, etwa für Auszahlungen?
  • Fallen für Ein- oder Auszahlungen Gebühren an?

Binäre Optionen Verbot

Ein seriöser Broker klärt seine Kunden nicht nur über die Risiken im Handel auf, sondern gibt ihnen die Möglichkeit, sich das notwendige Finanzwissen anzueignen und mit virtuellem Kapital im Demokonto ganz risikolos erste Übungstrades auszuführen. Auch die Erreichbarkeit und Kompetenz des Supports sind ein Indiz dafür, ob ein Broker kundenorientiert und seriös ist.

Die Regulierung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Offshore-Broker sind nicht unbedingt weniger gut als ein Broker aus London, Zürich oder Limassol – wichtig ist, dass die Regulierungsbehörde bestimmte Auflagen, wie die segregierte Verwahrung der Kundengelder, einfordert und durchsetzt.

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Die schnellsten Märkte der Welt handeln – mit guter Vorbereitung

Der Handel mit binären Optionen auf Forex, Indizes oder Rohstoffe wird zu recht als rasant bezeichnet. Die Handelsentscheidungen bei den ultra-schnellen Trades führen für Profis zu überaus hohen Gewinnen. Dazu muss man sich allerdings auskennen und realistische Gewinn-Verlust-Verhältnisse einsetzen. Wie schnell gehandelt wird, ist dem Anleger überlassen – von täglichen oder sogar monatlichen Zeitfenstern reicht die Spannbreite bis zu den Sprint Markets mit Fenstern von nur 60 Sekunden. Dank der hohen Renditespanne können selbst minimale Veränderungen in flachen Märkten ausgeschöpft werden. Dazu müssen Trader nicht nur die erforderlichen Erfahrungen mitbringen, sondern benötigen hochkarätige Analysetools, die die blitzschnellen Entscheidungen überhaupt erst möglich machen.

Binäre Optionen Risiko

Fazit: Einsteigerfreundliche Alternativen mit EU-regulierten Brokern für private Trader

Binäre Optionen sind leicht verständlich – und erlauben hohe Gewinne binnen kurzer Zeit. Dennoch sind die Derivate nicht wirklich für Anfänger geeignet, denn die Risiken entsprechen dem überaus hohen Renditepotenzial. Der Handel sollte nur mit Erfahrung und einem durchdachten Risiko- und Geldmanagement aufgenommen werden. In diesem Fall kann über einen Offshore-Broker oder als Profi-Trader bei einem Anbieter innerhalb der EU gehandelt werden. Anfänger sind besser beraten, wenn sie ein Handelskonto bei einem seriösen Broker mit vertrauenswürdiger Regulierung einrichten, der alle Mittel stellt, die ersten Schritte im Trading erfolgreich zu gestalten. Bildungsressourcen und Demokonten erleichtern den Zugang zum Forex- und CFD-Trading. Wer allmählich seinen Handelsstil findet und Erfahrungen sammelt, kann graduell weitere Produkte dazunehmen – neben Futures und Optionen irgendwann vielleicht auch binäre Optionen.

Bilderquelle:

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