Geldanlage: Ein einfacher Leitfaden

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 28.11.2018

Es gibt gute Gründe, einen Teil des verfügbaren Einkommens zu sparen. So steht bei unvorhergesehenen Ausgaben immer eine Geldreserve zur Verfügung. Zudem lässt sich mit der richtigen Geldanlage ein kontinuierlich wachsendes Vermögen für die private Altersvorsorge aufbauen. Es gibt eine breite Palette von Geldanlagen, die sowohl für kleine wie auch größere Beträge geeignet sind. Der folgende Leitfaden bietet Privatanlegern einen Überblick, wie sie ihr Geld je nach finanziellen Möglichkeiten und persönlichen Zielen am besten anlegen können.

Geldanlage - Header

Geldanlage für junge Sparer – Reserven bilden und langfristig anlegen mit Fonds

Wer neu ins Berufsleben startet oder ein Studium beginnt, auf den kommen zumeist größere Ausgaben zu. Neben der ersten Wohnung steht unter Umständen ein Umzug in eine andere Stadt an. Dazu kommen die laufenden Kosten für Miete, Lebenshaltung, Kleidung, öffentliche Verkehrsmittel etc. Deshalb ist es ratsam, zunächst die ersten Gehälter abzuwarten. Anschließend lässt sich ein Finanzplan erstellen der aufzeigt, wie viel Geld noch zum Sparen übrig bleibt.

Kurzfristig verfügbare Rücklagen bilden

Bevor es an die langfristige Geldanlage geht, sollten zunächst Rücklagen für finanzielle Notfälle gebildet werden. Wichtig ist, dass diese bei unvorhergesehenen Ausgaben schnell verfügbar sind. Nicht benötigte Gelder können beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto geparkt werden. Die Rendite ist aktuell zwar nicht sehr hoch, auf dem Gehaltskonto gibt es jedoch gar keine Zinsen. Am besten die Konditionen der Angebote vorab miteinander vergleichen.

Die Höhe der verfügbaren Rücklagen hängt immer von den finanziellen Möglichkeiten ab. Im Idealfall sollten drei Nettomonatsgehälter zur Verfügung stehen. Bei einem Verlust des Arbeitsplatzes kann so eine gewisse Zeit überbrückt werden. Gleichzeitig lassen sich unvorhergesehene Anschaffungen und Reparaturen leichter finanzieren.

Ist bereits eine größere Anschaffung geplant, kann das Geld auch auf einem Festgeldkonto angespart werden. Die Zinsen sind im Vergleich zum Tagesgeld hier etwas höher. Festgeldanlagen sind oftmals schon ab einer Laufzeit von drei Monaten möglich.

Fondssparen schon mit geringen Beträgen möglich

Wurden die erforderlichen Rücklagen gebildet kann es an die langfristige Geldanlage gehen. Sehr gut geeignet für Berufseinsteiger oder Studenten sind regelmäßige Einzahlungen in einen Fondssparplan. Je nach Anbieter können diese bereits ab 25 oder 50 Euro im Monat bespart werden. Aktienfonds bieten über längere Sicht gesehen eine sehr ordentliche Rendite. Gleichzeitig ist das Risiko im Vergleich zu einem direkten Investment in Aktien deutlich geringer.

Eine weitere günstige Anlagemöglichkeit sind Exchange Traded Funds (ETF), welche auch als Sparpläne mit geringen Einzahlungen angeboten werden. ETFs bilden einen kompletten Index, wie den DAX oder Dow Jones, ab. Anleger können diese über einen längeren Zeitraum handeln oder vorzeitig wieder verkaufen. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds wird für einen ETF kein Fondsmanager benötigt. Dadurch fallen nur sehr geringe Verwaltungskosten an. Die Gebühren liegen im Durchschnitt bei 0,2 Prozent im Jahr.

Geldanlage - Rente

Rechtzeitig an private Altersvorsorge denken

Um der Gefahr einer Altersarmut zu entgehen ist es wichtig, sich so früh wie möglich mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge zu beschäftigen. Der Staat fördert dies mit Zulagen beispielsweise beim Abschluss einer Riester Rente. Bis zu 154 Euro gibt es pro Jahr zuzüglich 185 Euro pro Kind. Bei Geburt nach dem 01.01.2008 beträgt die maximale Zulage 300 Euro je Kind. Zudem können bis zu 2.100 Euro jährlich steuerlich gelten gemacht werden. Angeboten werden neben klassischen Rentenversicherungen auch fondsgebundene Verträge, die eine höhere Rendite versprechen. Wer bereits jetzt den Umzug in die eigenen vier Wände plant, kann die Zulagen per Wohn-Riester auch für eine eigene Immobilie nutzen.

Lebensversicherungen können ebenfalls für die private Altersvorsorge genutzt werden. Allerdings fällt die Rendite hier sehr gering aus. Ein Vorteil von kapitalbildenden Lebensversicherungen ist, dass sie während der Laufzeit beliehen werden können.

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und einer privaten Vorsorge ist die Betriebsrente eine weitere Säule der Altersversorgung. Mittlerweile haben Arbeitnehmer unabhängig von der Unternehmensgröße einen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge.

Vorsorge mit Versicherungen – welche werden benötigt?

Wer das Elternhaus verlässt, benötigt in jedem Fall eine private Haftpflichtversicherung. Zudem sollte über eine Hausratversicherung nachgedacht werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist zwar relativ teuer, bietet jedoch einen wichtigen Schutz. Wer aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung dauerhaft berufsunfähig wird, erhält eine zuvor vereinbarte monatliche Rente. Je früher die Police abgeschlossen wird, desto günstiger fällt die Prämie aus. Viele Versicherer bieten für Studenten und Berufsteinsteiger günstige Starterverträge, die später ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden können.

Weitere Anlagemöglichkeiten im Überblick

Investition in einzelne Aktien

Der Kauf von Aktien ist erster Linie etwas für erfahrene Anleger. Aktien ermöglichen hohe Renditen, unterliegen jedoch auch einem großen Risiko. Um Aktien kaufen und verkaufen zu können wird zunächst ein entsprechendes Depot benötigt. Dieses kann bei einer Bankfiliale vor Ort oder einem Online Broker eröffnet werden. Letztere bieten den Vorteil, dass für die Kontoführung in der Regel keine Gebühren berechnet werden. Im Gegenzug verzichtet der Kunde auf eine Beratung.

Um das Risiko bei Einzelaktien zu reduzieren, empfiehlt sich eine möglichst breite Streuung. So sollten Aktien verschiedener Unternehmen mit anderen Geldanlagen kombiniert werden. Geht der Kurs einer Aktie zurück, kann der Verlust durch andere Papiere ausgeglichen werden.

Investition in Indizes

Indizes bilden verschiedene Aktien und Börsenwerte in unterschiedlicher Anzahl und Gewichtung ab. Indizes können für verschiedene Regionen, Branchen oder andere Märkte gehandelt werden. An einem Index lässt sich ablesen, ob sich der jeweilige Markt nach oben oder unten bewegt; ein Index gilt deshalb als sogenanntes Börsenbarometer. Im Vergleich zum Handel mit einzelnen Aktien ist das Risiko bei Indizes aufgrund der Streuung deutlich geringer.

Aktienfonds – Renditestark bei langfristiger Anlage

Aktienfonds werden von einem Fondsmanager aktiv gemanagt. Dieser legt fest, welche Papiere aufgenommen oder verkauft werden. Aktienfonds können auf bestimmte Unternehmen, Regionen oder Branchen ausgerichtet sein. Anleger können jederzeit weitere Fondsanteile erwerben oder abstoßen. Empfehlenswert sind Aktienfonds insbesondere für die langfristige Geldanlage. Über einen längeren Zeitraum verläuft die Entwicklung bei den meisten Fonds positiv, sodass attraktive Renditen möglich sind. Natürlich kann es aufgrund von Kursschwankungen immer auch zu Verlusten kommen.

Sichere Geldanlage für kurz-, mittel- und langfristige Investitionen

Grundsätzlich unterliegen alle Geldananlagen einem gewissen Risiko. Selbst bei als besonders sicher geltenden Anlageformen wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch kann es aufgrund von niedrigen Zinsen zu Verlusten kommen. Bewegt sich die Inflationsrate oberhalb des Zinsniveaus verliert der Anleger Geld. Zudem können sich die Zinsen beim Tagesgeld jederzeit ändern. Lediglich bei einer Anlage als Festgeld wird der Zinssatz bis zum Ende der Laufzeit festgeschrieben.

Sichere, kurzfristige Geldanlage bis zu einem Jahr:

Zu den mittel- bzw. langfristigen Geldanlagen die als sehr sicher gelten zählen alle festverzinslichen Anlagen wie Spareinlagen, Sparbriefe oder Banksparpläne. Bundesanleihen und –obligationen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr fallen ebenfalls in diese Kategorie. Dazu kommen noch Anleihen mit einer festen Verzinsung wie Unternehmensanleihen von soliden börsennotierten Unternehmen und Pfandbriefe der Hypotheken- & Landesbanken. Werden die Papiere nicht bis zum Ende der Laufzeit gehalten, unterliegen diese Papiere ebenfalls einem Kursrisiko. Bei den genannten Geldanlagen wird der Zinssatz bereits beim Abschluss festgelegt. Einzig beim Tagesgeld und Sparbuch kann dieser jederzeit von der Bank geändert werden.

Risikoreiche und hochspekulative Geldanlage

Es gibt eine Reihe von hochspekulativen Anlagen, die sich in erster Linie an sehr erfahrene Anleger richten. Die Gefahr eines Totalverlusts der Investition ist hier besonders hoch. In diese Kategorie fallen beispielsweise Derivate sowie sämtliche Hebelprodukte. Geschlossene Immobilienfonds zählen ebenfalls hierzu.

Mittlerweile können Anleger auch in Kunst & Kultur oder Sport investieren. Ob sich eine solche Investition lohnt, hängt immer vom Einzelfall. Für den klassischen Privatanleger sind diese Möglichkeiten jedoch nur bedingt geeignet.

Experten-Tipp:

Die Suche nach der passenden Geldanlage sollte nicht zu lange aufgeschoben werden. Jeder Monat, der vergeht, kostet Rendite, die später aber besonders wichtig sein kann.

PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von deutschefxbroker.de-News und folgen Sie uns auf Twitter!

Geldanlage: Ein einfacher Leitfaden was last modified: Dezember 16th, 2018 by JuliusDream011