VertrauenswürdigGeprüftSicher

Altersarmut – Definition & Gründe für Altersarmut sowie Maßnahmen dagegen!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 29.11.2019

Unser Testsieger in der Kategorie Aktiendepot
  • Aktien ab 2€ handeln
  • Kontoeröffnung in nur 10 Minuten
  • Viele ETFs kostenlos handeln
Jetzt zum Aktiendepot Testsieger DEGIRO!

Der Kampf gegen Altersarmut gehört zu den größten Herausforderungen in Deutschland. Bereits heute kommen viele über 65-jährige nur mit Unterstützung vom Staat über die Runden. Den meisten Deutschen ist klar, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreicht und sie deshalb privat vorsorgen müssen. Eine Faustregel besagt, dass rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens benötigt werden, um den bisherigen Lebensstandard beizubehalten. Experten raten dazu, mindestens 10 Prozent des Einkommens in die Altersvorsorge zu investieren.

Jetzt Aktien beim Testsieger DEGIRO handeln

Altersarmut - Header

Definition von Altersarmut

Bevor man sich mit dem Thema befasst, sollte zunächst klar sein, wie Altersarmut überhaupt definiert wird.

Definition der Europäischen Union:

  • Als armutsgefährdet gilt, wer maximal 60 Prozent des Mediaeinkommens erzielt (rund 980 Euro).
  • Als arm gilt, wer maximal 40 Prozent des Mediaeinkommens erzielt (rund 650 Euro).

Nach Definition von WHO und OECD gelten Personen bereits als arm, wenn sie nicht mehr als 50 Prozent des Mediaeinkommens erzielen. Medien und Politik sprechen zumeist bereits bei einem Einkommen von weniger als 900 Euro von Armut. Eine eindeutige Armutsgrenze gibt es somit nicht. Von Altersarmut kann jedoch immer dann gesprochen werden, wenn Rentner ihre Kosten nicht mit ihren Einnahmen decken können.

Jetzt Aktien beim Testsieger DEGIRO handeln

Wer ist besonders gefährdet?

Frauen sind generell häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. Dies liegt unter anderem daran, dass sie für die gleiche Arbeit oftmals weniger Geld bekommen. Zudem machen Frauen aufgrund von Schwangerschaft und Kindererziehung öfters Pausen bzw. arbeiten in Teilzeit. Deshalb beträgt die Rente der Frauen in vielen Fällen nur 60 Prozent derer von Männern.

Arbeitnehmer mit geringem Einkommen sowie Personen, die über einen längeren Zeitraum arbeitslos waren, sind ebenfalls verstärkt von Altersarmut bedroht. Überhaupt sind Niedriglöhne einer der Hauptgründe für eine Armut im Alter. Das Problem dabei ist, dass Geringverdiener kaum Möglichkeiten haben, privat vorzusorgen. Dazu kommt, dass immer mehr Arbeitnehmer aufgrund von physischen oder psychischen Erkrankungen nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten können.

Aktuell sind etwa 15,6 Prozent der über 65-jährigen von Altersarmut betroffen. Dies sind rund 2,6 Millionen Rentner. Eine halbe Million davon sind auf die Grundsicherung angewiesen, um über die Runden zu kommen.

Gegen Altersarmut vorsorgen - ratgeber

Gründe für die Altersarmut

Im Moment ist die Altersarmut im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zwar noch relativ gering. Dies könnte sich in den nächsten Jahren jedoch drastisch ändern. Hierfür gibt es mehrere Gründe.

Demografischer Wandel

Die gesetzliche Rentenversicherung beruht in Deutschland auf einem Generationenvertrag. Arbeitnehmer, welche in die Rentenkasse einzahlen finanzieren damit die derzeitigen Rentner. Sobald sie ins Rentenalter kommen, ist die jüngere Generation für die Finanzierung zuständig. Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es immer mehr Rentenempfänger bei gleichzeitig weniger Einzahlern.

Sinkendes Rentenniveau

Verbunden mit dem demografischen Wandel geht auch das Rentenniveau zurück. Im Moment müssen Arbeitnehmer rund 45 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, um etwa 50 Prozent ihres Nettogehalts zu erhalten. Es ist davon auszugehen, dass die Mindestrente in den nächsten Jahren noch weiter sinkt.

Jetzt Aktien beim Testsieger DEGIRO handeln

Niedrige Zinsen

Wer für das Alter mit festverzinslichen Anlagen vorsorgen möchte, erhält derzeit nur sehr wenig Zinsen. Unter Berücksichtigung der Inflation verlieren Sparer oftmals sogar Geld. Damit wird es immer schwieriger, privat für das Alter vorzusorgen.

Betriebliche Altersvorsorge

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung ist die betriebliche Altersvorsorge die zweite Säule der Altersversorgung in Deutschland. Seit 2002 haben Angestellte hierfür einen Rechtsanspruch. Große Unternehmen bieten für ihre Mitarbeiter schon länger Pensionskassen oder Versorgungsnetzwerke an. Nun müssen auch kleinere Firmen Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge ermöglichen.

Denkbar ist die Direktanlage über das Unternehmen oder eine externe Anlage mit Entgeltumwandlung. Arbeitnehmer können vier Prozent des Bruttojahresgehalts bis zur Beitragsbemessungsgrenze einzahlen. Diese liegt 2016 bei 50.850 Euro. Zu den Vorteilen einer Betriebsrente gehört, dass sie aus dem Bruttogehalt finanziert wird. Dadurch sinken Steuerlast und Sozialabgaben.

Die Art der betrieblichen Altersvorsorge wird immer vom Arbeitgeber festgelegt. Wie jede Zusatzrente muss auch die Betriebsrente bei Auszahlung versteuert werden. Im Alter sind die Steuersätze jedoch zumeist um einiges geringer. So bringt die betriebliche Altersvorsorge für rund 90 Prozent der Beschäftigten einen echten Vorteil. Dennoch besitzt gerade einmal die Hälfte der Arbeitnehmer einen entsprechenden Vertrag.

Gegen Altersarmut vorsorgen - tipps

Staatlich geförderte Altersvorsorge

Die staatlich geförderte Altersvorsorge stellt die dritte Säule dar. Derzeit gibt es mit Riester und Rürup Rente zwei unterschiedliche Varianten.

Etwa 16 Millionen Deutsche haben bisher eine Riester Rente abgeschlossen. Diese wird mit einer jährlichen Grundzulage von 154 Euro gefördert. Zudem gibt es pro Kind 185 Euro bzw. 300 Euro wenn es nach dem 01.01.2008 geboren ist. Voraussetzung hierfür ist, dass mindestens vier Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens in den Vertrag eingezahlt werden.

Anspruch auf die Riester Förderung haben alle rentenversicherungspflichtig Beschäftigten. Hierzu gehören neben Arbeitnehmern unter anderem auch Bezieher von Arbeitslosengeld, pflichtversicherte Landwirte oder Mitglieder der Künstlersozialkasse. Angespart wird über Rentenversicherungen, Fonds oder Banksparverträgen. Mittlerweile kann auch eine selbst genutzte Immobilie über eine geförderte Riester Rente finanziert werden.

Als Faustregel gilt: je geringer das Einkommen und je mehr Kinder, desto eher kann sich eine Riester Rente lohnen. Verbraucherschützer kritisieren die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten bei vielen Verträgen. Hinzu kommt, dass Banksparpläne und Rentenversicherungen nur eine geringe Verzinsung beinhalten. So ist der Garantiezins 2015 auf 1,25 Prozent gesunken. Zumindest wird garantiert, dass Einzahlungen und Zulagen wieder ausgezahlt werden.

Jetzt Aktien beim Testsieger DEGIRO handeln

Rürup Rente für Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige und Freiberufler, die keine Riester Rente abschließen können haben die Möglichkeit über die Rürup Rente eine staatlich geförderte Altersversorgung aufzubauen. Die Förderung erfolgt dabei nicht über Zulagen, sondern hohe Steuervorteile. Alleinstehende können bis zu 20.000 und gemeinsam veranlagte Ehepaare bis zu 40.000 Euro jährlich als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Eine Rürup Rente lohnt sich vor allem für ältere Sparer mit hohem Einkommen, die noch einen gewissen Betrag in die Altersvorsorge investieren möchten.

Eine Immobilie gegen Altersarmut

Ungeförderte Geldanlage sind die vierte Säule der Altersvorsorge. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig. Wer die Kosten im Alter reduzieren möchte, kann beispielsweise in eine eigene Immobilie investieren. Damit sich die Wohnung oder das Haus später auszahlt, sollte man beim Renteneintritt schuldenfrei sein.

Alternativ wäre auch eine Geldanlage über offene Immobilienfonds denkbar. Über einen Fondssparplan kann regelmäßig Geld für das Alter zurückgelegt werden. Wer in den letzten 35 Jahren monatlich in einen offenen Immobilienfonds eingezahlt hat, darf sich über eine durchschnittliche Rendite von 4,6 Prozent jährlich freuen. Geschlossene Immobilienfonds eignen sich dagegen nicht für die Altersvorsorge. Der Käufer wird hier zum Miteigentümer und riskiert somit einen Totalverlust.

Gegen Altersarmut vorsorgen - test

Aktienfonds bieten hohe Renditen

Aktienfonds mit deutschen Papieren warfen in den letzten 35 Jahren trotz Crashs und Krisen eine jährliche Rendite von durchschnittlich 7,7 Prozent ab. Wer beispielsweise seit 1979 monatlich 100 Euro einzahlt, darf sich über ein Vermögen von mehr als 200.000 Euro freuen. Wie bei allen Geldanlagen gilt auch hier: je höher die mögliche Rendite, desto größer das Risiko. Eine Garantie auf dauerhaft hohe Renditen gibt es nicht.

Für eine langfristige Anlage sollte der Fonds möglichst breit gestreut sein. Dadurch reduziert sich das Risiko. Zudem ist es ratsam, möglichst früh mit einem Aktienfonds zu beginnen. Zwischenzeitliche Verluste lassen sich so leichter wieder ausgleichen. Fondssparpläne werden bereits ab geringen Einzahlungen von 25 Euro monatlich angeboten.

Private Rentenversicherungen

Eine private Rentenversicherung bietet sich für Menschen an, die bei ihrer Altersvorsorge auf Nummer sicher gehen möchten. Im Gegenzug müssen sie jedoch mit einer deutlich geringeren Rendite leben. Die Ablaufleistung wird garantiert, sodass der Versicherungsnehmer genau weiß, welchen Betrag er am Ende der Laufzeit ausgezahlt bekommt. Nachteil sind neben den niedrigen Zinsen die teilweise recht hohen Abschlusskosten. Diese werden in den ersten fünf Jahren von den eingezahlten Beiträgen abgezogen.

Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter mit besonders hohen Rentenversprechen werben. Hier wird zumeist die Übeschussbeteiligung eingerechnet. Da diese jedoch nicht garantiert wird, sollte bei der Altersvorsorge nicht fest damit geplant werden.

Jetzt Aktien beim Testsieger DEGIRO handeln

Gold für die Altersvorsorge nicht geeignet

In Zeiten von Krisen und schwankenden Aktienkursen setzen viele Deutschen auf Sachwerte wie Gold. Für die Altersvorsorge ist Gold jedoch denkbar ungeeignet. Denn bei Goldanlagen gibt es keine regelmäßige Rendite. Zudem kann niemand vorhersagen wie sich der Goldpreis auf lange Sicht entwickelt.

Kapitalbildende Lebensversicherungen

Über lange Jahre gehörten Lebensversicherungen zu den beliebtesten Varianten, um einer Altersarmut vorzubeugen. Sinkende Zinsen sorgen jedoch dafür, dass sich kapitalbildende Lebensversicherungen kaum noch lohnen. Dazu kommt die sehr lange Laufzeit. Eine vorzeitige Kündigung ist in der Regel mit sehr hohen Einbußen verbunden. Wer seine Familie absichern möchte, fährt mit einer Risikolebensversicherung besser. Das Kapital kann dann in eine andere Anlage investiert werden.

Gegen Altersarmut vorsorgen- versicherung

Fazit zur Altersvorsorge

An einer privaten Altersvorsorge kommt heutzutage niemand mehr vorbei. Welche Form sich dabei am besonders anbietet, lässt sich pauschal nicht beantworten. Hierbei spielen viele Faktoren wie Alter, Einkommen und finanzielle Möglichkeiten eine Rolle. In vielen Fällen sind auch Kombinationen von unterschiedlichen Modellen sinnvoll. Deshalb ist es ratsam, sich vorab genau zu informieren und sich unabhängig beraten zu lassen.

Experten-Tipp:

Welche Art der Altersvorsorge passend für die eigenen Bedürfnisse ist, hängt von der persönlichen finanziellen Situation ab. Es kann sich lohnen, eine unabhängige Beratung in Anspruch zu nehmen.

Jetzt Aktien beim Testsieger DEGIRO handeln

Bilderquelle:

  • shutterstock.com
Altersarmut – Definition & Gründe für Altersarmut sowie Maßnahmen dagegen! was last modified: Dezember 5th, 2019 by JuliusDream011
Unser Testsieger in der Kategorie Aktiendepot
  • Aktien ab 2€ handeln
  • Kontoeröffnung in nur 10 Minuten
  • Viele ETFs kostenlos handeln
Jetzt zum Aktiendepot Testsieger DEGIRO!