Können eigene Solar- und Photovoltaikanlagen hohe Renditen erzielen?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 04.11.2022


Immer mehr Anleger und Investoren interessieren sich für das Thema Nachhaltigkeit. Dabei oft vergessen wird die eigene Immobilie, denn auch sie kann als Investmentobjekt dienen. Insbesondere Solarenergie bzw. Photovoltaikanlagen eignen sich, um Renditen zu erwirtschaften. Durch die Investition, die in vielen Fällen staatlich gefördert wird, erhöht sich zudem der Wert der eigenen Immobilie. Doch welche Voraussetzungen gibt es, damit die eigene Immobilie tatsächlich mit einer Photovoltaikanlage (PV) ausgestattet werden kann? Und lohnt sich ein solches Investment wirklich?

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Voraussetzungen für die Nutzung von Photovoltaik

Zunächst sollen die Voraussetzungen für ein derartiges Investment näher vorgestellt werden. Denn nur wenn die eigene Immobilie den Anforderungen entspricht, lässt sich letztlich eine PV-Anlage installieren. Prinzipiell müssen zwei Kriterien erfüllt sein, um mit Solarenergie Rendite zu erwirtschaften:

  1. Die Immobilie muss dem Investor tatsächlich selbst gehören. Denn der Anbau stellt einen baulichen Eingriff dar, der einer entsprechenden Genehmigung durch die Stadt bzw. Gemeinde bedarf. Mieter dürfen keine PV-Anlage installieren. Selbst wenn hierfür eine Genehmigung vorliegen würde, so wäre das Vorhaben wenig sinnvoll. Zieht der Mieter wieder aus der Wohnung bzw. dem Haus aus, kann er die Anlage schlecht mitnehmen.
  2. Grundsätzlich gilt, dass das Dach bestimmte, bauliche Anforderungen erfüllen muss. Aber: Das sogenannte Aufdach-System lässt sich an praktisch jeder Immobilie anbringen. Nur bei äußerst flachen Dachneigungen gibt es Schwierigkeiten, die aber fast immer durch spezielle Haken wieder ausgeglichen werden kann.

Fazit: Die generellen Voraussetzungen für eine PV-Anlage sind gering. Sie lassen sich an fast jedem Hausdach befestigen, wobei eine behördliche Genehmigung hierfür erforderlich ist.

Welche Möglichkeiten für Investitionen gibt es?

Wer mit Solarenergie Rendite erwirtschaften möchte, setzt am besten auf eine Photovoltaikanlage. Insbesondere im Süden Deutschlands, wo die Sonne deutlich häufiger und kräftiger schein als im Norden, rentieren sich solche Investitionen. Genutzt werden kann die Solarenergie unter anderem wie folgt:

  • Betreibung der eigenen Heizung
  • Aufbereitung von warmen Wasser
  • Einspeisung in das Stromnetz
  • Eigenverbrauch im Haus selbst

Ein Problem der PV-Anlagen bestand bisher darin, dass sie Energie vor allem im Sommer erzeugen. Allerdings ist der Stromverbrauch deutscher Haushalte dann am geringsten, mehr Energie wird im Winter benötigt – etwa um die Heizung zu betreiben.

Abhilfe kann ein sogenannter Stromspeicher schaffen, der zusätzlich zur PV-Anlage installiert wird. Zwar erhöht dies die generellen Anschaffungskosten um ein gutes Stück, dafür lässt sich die Energie deutlich sinnvoller verwenden.

Fazit: Eine PV-Anlage kann auf dem Dach der eigenen Immobilie installiert werden und erzeugt hier Energie. Diese kann wiederum etwa für die eigene Heizung verwendet oder in das Stromnetz eingespeist werden, um Gewinne zu erzielen. Als besonders nützlich haben sich auch Stromspeicher erwiesen, die eine kontinuierliche Verwendung des erzeugten Stroms zulassen.

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Wie erziele ich mit Solarenergie Rendite?

PV-Anlagen können schnell mehrere tausend Euro kosten. Wie sich dieses Investment generell rentiert, dürfte den meisten Anlegern einleuchten: Es wird Strom produziert. Das Gut ist gerade in Zeiten steigender Strompreise und der Energiewende relativ wertvoll. Konkret erhalten Investoren auf folgenden Wegen eine Vergütung bzw. Rendite für ihre Investition:

Rendite / Gewinn Beschreibung
Einspeisevergütung Die Bundesregierung hat im Jahr 2008 die Energiewende beschlossen. Von einem der im Zuge dessen erlassenen Gesetze können Besitzer einer PV-Anlage profitieren: der sogenannten Energiespeisevergütung. Gemeint ist hiermit, dass der produzierte Strom nicht selbst verbraucht, sondern in das Energienetz eingespeist wird. Somit tragen Haushalte einen Teil zum immer grüner werdenden Strommix bei. Dafür erhalten Produzenten – also Haushalte – wiederum eine Vergütung. Die Höhe hängt sowohl vom produzierten Strom als auch dem jeweiligen Zeitpunkt der Produktion ab. Von Jahr zu Jahr ändert die Regierung die Pauschale, die aber immer recht attraktiv ausfällt – denn sie orientiert sich am tatsächlichen Strompreis zuzüglich eines Aufschlags.
Eigener Verbrauch Selbstverständlich kann der Strom aber auch selbst genutzt werden. Das ist meistens noch etwas lukrativer, wobei die Rendite vom persönlichen Stromtarif abhängt. Erhöht werden können die Gewinne, indem ein zusätzlicher Stromspeicher installiert wird. So kann der im Sommer gewonnene Strom im Winter, wenn er benötigt wird, auch tatsächlich genutzt werden.
Wertsteigerung der Immobilie Theoretisch kann eine PV-Anlage auch zu einer Wertsteigerung der Immobilie führen. Allerdings muss im Einzelfall entschieden werden, ob dies tatsächlich gemessen werden kann. Denn wirklich schön sehen auch die modernen PV-Analgen nicht aus – das könnte potenzielle Käufer abschrecken und letztlich zu einem Nullgewinn führen. Energiebewusste Interessenten könnten die Anlage aber auch positiv bewerten und einen höheren Kaufpreis zahlen.

Wie hoch die Rendite in Prozentzahlen ausfällt, ist schwer zu kalkulieren. Aufgrund der hohen Beliebtheit der PV-Anlagen gibt es aber relativ gesicherte Informationen über die Amortisationsdauer, also die Zeit, bis sich die Investition durch den produzierten Strom rechnet. Fachleute gehen von rund 8 bis 10 Jahren aus, wobei es natürlich im Einzelfall Abweichungen von 1 bis 3 Jahren geben kann.

Aufgrund der mittleren bis langfristigen Zeitspanne des Investments ist es wichtig, dass die Zukunftsplanung des Investors vergleichsweise sicher ist. Zwar wurde weiter oben eine mögliche Wertsteigerung als Renditepotenzial aufgeführt, das ist aber nicht längst nicht gesichert. Zudem entsteht die tatsächliche Rendite erst nach diesen 8 bis 10 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden lediglich die Investitionskosten wieder amortisiert.

Fazit: Mit Solarenergie lässt sich durchaus Rendite erwirtschaften, wobei die Investition auf lange bis mittlere Sicht ausgelegt ist. Zwischen 8 und 10 Jahren dauert es allein, bis die Kosten des Investments wieder eingespielt sind. Erst ab diesem Zeitpunkt erwirtschaftet die Anlage Gewinne.

Staatliche Förderung für Photovoltaik und Solarthermie

Bisher unberücksichtigt geblieben sind staatliche Förderungen für Photovoltaik bzw. die Nutzung von Solarenergie. Der Grund: Die staatlichen Programme sind zwar lukrativ, aber immer nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar. Zudem bringen nicht alle einen wirklichen Renditevorteil:

  • Kredit: Oftmals fördert der Staat die PV-Anlage nicht direkt durch aktive Zuschüsse, sondern lediglich einen besonders günstigen Kredit. Für 1 bis 2 Prozent gibt es dann das Darlehen, das komplett zweckgebunden ist und nur für die Installation der Anlage ausgegeben werden darf.
  • Tilgungszuschuss: In einigen Fällen kann es allerdings Tilgungszuschüsse geben, die die Rendite der Investition klar erhöhen. Zwischen 1.000 und 5.000 Euro gab es in der Vergangenheit für die Installation einer entsprechenden Anlage.

Wer genau fördert die PV-Anlage? In der Regel erhalten Investoren einen zinsgünstigen Kredit bei der staatlich geförderten KfW-Bank. Auch einige Bundesämter wie etwa das für Umwelt haben auf ihren Homepages stets die aktuellsten Förderprogramme in einer Übersicht aufgelistet. Um die Beantragung durchzuführen, sind meist folgende Schritte notwendig:

  1. Es wird ein Kostenvoranschlag bei einem zertifizierten Installateur eingeholt.
  2. Mit diesem muss der Anleger zur eigenen Bank gehen, die die Finanzierung mit der KfW-Bank abklärt.
  3. Bewilligt die staatliche Bank das Kreditgesuch, erhält der Kreditnehmer das Darlehen von seiner Bank. Auch der Tilgungszuschuss wird über die Bank überwiesen.
  4. Es muss eine Bestätigung der erfolgreich installierten PV-Anlage an die KfW-Bank übermittelt werden.

Je nach Ausprägung der staatlichen Förderung lässt sich die Amortisationsdauer so um ein gutes Stück reduzieren. Es dauert teilweise 1 bis 4 Jahre weniger, bis die Anschaffungsinvestition wieder erwirtschaftet worden ist.

Fazit: Aus Renditesicht machen vor allem staatliche Förderungen die PV-Anlage äußerst interessant. Schnell kann sich die Amortisationsdauer um einige Jahre reduzieren, was die Gewinne nachhaltig steigert.

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Die Alternative: „Solaraktien“ kaufen

Mit Solartechnologie im Allgemeinen lässt sich nicht nur durch die Umrüstung der eigenen Immobilie Geld verdienen. Es ist ein boomender Wirtschaftszweig entstanden, der sich intensiv mit dem Thema befasst. Aber: Trotz staatlicher Subventionen ist die deutsche Solarindustrie mittlerweile nicht mehr existent. Alle Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, weil die Solarzellen mittlerweile kostengünstig und qualitativ hochwertig in China produziert werden können.

Dennoch finden sich an den Märkten durchaus lukrative Wertpapiere, die in den vergangenen Jahren und Monaten hohe Kurssteigerungen vollziehen konnte. Aufgrund des jungen Alters der Branche und der recht unsicheren Zukunftsperspektiven ist jedoch nicht klar, welches Unternehmen sich letztlich am Markt behaupten wird. Damit sind Investments in die Solarbranche an sich grundsätzlich als risikoreich zu bezeichnen.

Fazit: Wer mit Solarenergie Rendite erwirtschaften möchte, der kann auch in Unternehmen investieren, die in der Branche tätig sind. Allerdings ist bisher noch nicht abzusehen, welcher der Konzerne sich im hart umkämpften Markt durchsetzen wird. Der Fall der deutschen Solarindustrie hat zudem gezeigt, dass auch große Pleiten in diesem nachhaltigen Bereich nicht unüblich sind.

Bewertung des Investments in Solarenergie anhand des magischen Dreiecks

Abschließend soll eine Bewertung der Investition in PV anhand des magischen Dreiecks der Geldanlage erfolgen:

  • Rendite: Wer in PV investiert, muss dafür mehrere tausend Euro aufwenden. Dieses Investment zahlt sich nach rund 8 bis 10 Jahren, bei staatlicher Förderungen auch schneller, wieder aus. Auf lange Sicht von einigen Jahrzehnten lassen sich durchaus ansehnliche Erträge erwirtschaften, was alleine schon durch den Eigenverbrauch gewährleistet ist.
  • Risiko: Ein Risiko besteht nur insofern, als dass die Subventionen für die Einspeise der Energie ins Stromnetz entfallen könnten. Dann sinken die Gewinne, sie sind aber immer noch ansehnlich.
  • Liquidität: Einzig die Liquidität ist bei einer solchen Investition nicht gegeben. Es ist nicht möglich, die Anlage einfach abzumontieren und zu verkaufen. Auch Wertsteigerungen der eigenen Immobilie, die einen indirekten Verkauf ermöglichen würden, sind nicht gewährleistet.

Zu beachten gilt es, dass Anleger dieses Dreieck um das Thema Nachhaltigkeit erweitern können. Hier kann die PV-Anlage wiederum überzeugen, denn sie produziert grüne Energie und lässt diese sogar in das Stromnetz einfließen.

Fazit: Eine Investition in eine PV-Anlage ergibt vor allem aus Nachhaltigkeitssicht Sinn. Denn der grüne Strom trägt zur Verbesserung des Strommixes in Deutschland bei. Aber auch die Renditen können recht ansehnlich ausfallen und sind vor allem sicher. An Investments in Aktien oder ETFs können die PV-Analgen aber nicht herankommen.

Fazit: Investition in Solarenergie kann sich lohnen

Wer eine eigene Immobilie besitzt, kann mit einer Investition in eine PV-Anlage Rendite erwirtschaften und dabei gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen. Allerdings werden die Gewinne deutlich geringer ausfallen als bei langfristigen ETF-Investitionen, dafür sind die Erträge recht sicher. Zudem können staatliche Förderungen dafür sorgen, dass die Erträge weiter erhöht werden.

Bilderquelle: shutterstock.com