Das müssen Anleger über den DAX wissen

Die Abkürzung DAX steht für den Deutschen Aktienindex und zeigt die Entwicklung der 30 wichtigsten Unternehmen in Deutschland. Diese sind im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Für Anleger hat der Dax schon seit jeher eine große Bedeutung. Wer sein Geld in heimischen Märkten anlegen möchte, sollte die Entwicklung des Leitindex stetig im Auge behalten. Mit Indexfonds oder CFDs können Anleger auch direkt in den DAX investieren.

DAX - Header

Entwicklung und Berechnung des DAX

Offiziell wurde der Deutsche Aktienindex am 1. Juli 1988 eingeführt. Die Historie des DAX reicht allerdings bis in das Jahr 1959 zurück. Seit diesem Zeitpunkt wurde in der Börsenzeitung ein Index veröffentlicht, welcher dem DAX in seiner heutigen Form sehr nahe kam. Dieser entstand letztendlich durch die Kooperation der Zeitung mit der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen und der Frankfurter Wertpapierbörse. Zum 31.12.1987 wurde für den Index ein Wert von 1.000 Punkten nomiert.

Der DAX existiert in den folgenden beiden Varianten:

  • Performanceindex: Alle Daten beziehen sich in der Regel auf die Performance des Index. Berechnet wird der Performanceindex anhand der Annahme, dass ein Aktionär alle gelisteten Wertpapiere besitzt. Somit werden auch Dividenden und Bezugsrechtserlöse bei der Berechnung berücksichtigt.
  • Kursindex: Die Berechnung in Form eines Kursindexes kommt wesentlich seltener vor. Dividendenzahlungen oder Kapitalveränderungen bleiben bei dieser Variante außen vor. Der Index wird lediglich um Sonderzahlungen und Erträge aus Bezugsrechten bereinigt.

Wie schafft es ein Unternehmen in den DAX?

Im Deutschen Aktienindex sind die 30 größten in Deutschland ansässigen Konzerne gelistet. Die Größe wird dabei immer über den Grad der Marktkapitalisierung ermittelt. Zudem müssen für eine Aufnahme die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Unternehmen müssen fortlaufend im XETRA gehandelt werden
  • Listung im Prime Time Standard der Frankfurter Börse
  • Streubesitz von mindestens 10 Prozent

Sofern die genannten Voraussetzungen erfüllt sind, wird der in XETRA erzielte Umsatz sowie die Streubesitz-Marktkapitalisierung ermittelt. Anpassungen werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt, wobei die folgenden Regeln zur Anwendung kommen:

  • Fast Exit: Gehört ein Unternehmen bezüglich Börsenumsatz oder Grad der Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen, wird es sofort aus dem DAC genommen.
  • Fast Entry: Gehört ein Unternehmen nach den beiden Kriterien zu den 25 größten erfolgt eine sofortige Neuaufnahme. Entsprechend scheidet dasjenige Unternehmen aus dem DAX aus, das die niedrigste Marktkapitalisierung oder bei einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 aufweist.
  • Regular Exit: Unternehmen die nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehören werden zum regulären Termin September aus dem Index entfernt.
  • Regular Entry: Der reguläre Eintritt zum DAX findet ebenfalls im September statt. Unternehmen, die sich in den TOP-30 befinden werden zu diesem Termin automatisch aufgenommen.

Durch die genannten Regelungen sollen zu häufige Änderungen im DAX verhindert werden. Die reguläre Anpassung wird einmal jährlich im September durchgeführt. Lediglich wenn Unternehmen die Fast Kriterien erfüllen, erfolgt auch im März, Juni und Dezember eine Anpassung. Kommt es zu einer großen Übernahme oder Fusion kann ebenfalls zwischendurch angepasst werden.

Aktuelle Zusammensetzung des DAX

Alle im DAX gelisteten Unternehmen erhalten eine Indexgewichtung. Dadurch nehmen große Unternehmen einen stärkeren Einfluss auf den Kurs als kleinere. Die Gewichtung wird laufend angepasst. Aktuell sind Bayer, Siemens, SAP, Daimler und Allianz die fünf größten im Index gelisteten Unternehmen. Sie machen rund 42,5 Prozent der Punkte aus. Was die Branchen betrifft, ist der Dax relativ breit gefächert.

  • Automobilindustrie (4)
  • Banken (2)
  • Baustoffe (1)
  • Bekleidung (1)
  • Börse (1)
  • Chemie und PharmEa (3)
  • Elektrotechnik (2)
  • Immobilien (1)
  • Industriebau (1)
  • Konsumgüter (2)
  • Logistik (1)
  • Luftfahrt (1)
  • Medien (1)
  • Medizintechnik (2)
  • Stahl (1)
  • Software (1)
  • Telekommunikation (1)
  • Versicherungen (2)
  • Versorger (2)

Neuestes Unternehmen ist ProSiebenSat1.Media AG, welche zum Jahresbeginn 2016 aufgenommen wurde. In den letzten Jahrzehnten kam es bereits zu einigen Änderungen. Von den aktuell gelisteten Unternehmen waren nur 17 bereits bei der Gründung dabei.

Auf welche Weise können Anleger in den DAX investieren?

Seit der Finanzkrise 2007 entwickelte sich der Deutsche Aktienindex kontinuierlich nach oben. 2015 erreichte der Index mit über12.000 Punkten einen historischen Höchstwert. Nach einigen Kursrückgängen hat sicher der Wert bei etwa 10.000 Punkten eingependelt. Dennoch lohnt es sich nach wie vor in den DAX zu investieren. Anleger haben so die Möglichkeit ihr Kapital breit zu streuen. Dies betrifft natürlich nur die Branchen, da alle Unternehmen in Deutschland ansässig sind. Eine regionale Diversifikation ist somit nicht möglich.

Anleger können auf unterschiedliche Weise in den DAX investieren:

  • Kauf von einzelnen Aktien: Die gelisteten Unternehmen verfügen über einen hohen Streubesitz ihrer Aktien. Dadurch ist die Liquidität an den Aktienmärkten sehr groß. Anleger haben die Möglichkeit einzelne Aktien zu erwerben und von Dividendenausschüttungen zu profitieren. 2015 war ein Rekordjahr, was die ausgezahlten Dividenden betrifft. Zudem verdienen die Anleger an Kursgewinnen, wenn die Papiere später wieder verkauft werden. Grundsätzlich gilt, dass nur erfahrene Anleger ab einem mittleren Vermögen in einzelne Aktien investieren sollten. Andernfalls ist keine ausreichende Streuung möglich, was das Risiko auf Verluste erhöht. Zuletzt war dies bei der VW-Krise der Fall.
  • Indexfonds (ETFs) kaufen: Durch den Erwerb von ETFs kann das Kapital breit gestreut werden. Solche Indexfonds bilden den DAX 1:1 ab. Trader sind somit nicht von einzelnen Unternehmen abhängig, sondern profitieren von der Gesamtentwicklung des Index. Ein weiterer Vorteil von ETFs sind die geringen Kosten. Die Investition ist dabei auf einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren ausgelegt.
  • CFDs handeln: Der DAX lässt sich auch über Finanzderivate handeln. Hierbei handelt es sich hochspekulative Anlagen mit kurzen Laufzeiten. Aufgrund der Hebelwirkung lassen sich bereits mit kleinen Einsätzen hohe Gewinne erzielen. Allerdings bedeutet ein Hebel immer auch höhere Risiken. Ein weiterer Vorteil ist, das Trader sowohl an steigenden wie auch fallenden Kursen profitieren können.
  • Binäre Optionen: Bei binären Optionen handelt es sich ebenfalls um Finanzderivate. Im Gegensatz zu CFDs gibt es dabei keinen Hebel. Trader entscheiden sich einfach ob der DAX bis zur gewählten Laufzeit steigen oder fallen wird. Dabei sind auch sehr kurze Laufzeiten von 60 oder 30 Sekunden möglich.

Tipps für den DAX Handel

Ein erfolgreicher DAX Handel ist nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die folgenden Tipps sollen beim Einstieg behilflich sein.

Auf niedrige Kosten achten

Am einfachsten lässt sich die Rendite erhöhen, wenn die Kosten gesenkt werden. Direktbanken bieten beispielsweise zumeist ein Depot ohne jährliche Gebühren an. Hier muss dann lediglich auf die Transaktionskosten geachtet werden. Diese können sich je nach Anbieter deutlich unterscheiden. ETFs verursachen kaum Kosten, da diese nicht aktiv gemanagt werden.

Gründliche Analyse der Märkte

Unabhängig vom gewählten Produkt sollten Anleger immer eine klare Strategie verfolgen. Hierzu gehört unter anderem eine genaue Chart-Analyse des DAX. Die Broker stellen hierfür die benötigten Tools zur Verfügung.

Informationen einholen

Bezüglich des DAX können Anleger auf eine Fülle von Informationen zugreifen, die alle auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehen. Anleger sollten besonders auf Ad-hoc Meldungen der gelisteten Unternehmen achten. Branchenspezifische Nachrichten sind für die Kursentwicklung ebenfalls von großer Bedeutung.

Nicht nur auf den DAX setzen

Zu einem erfolgreichen Handel gehört, dass man sich nicht nur auf einen Markt konzentriert. So gibt es einige Branchen wie der IT-Bereich, die in Deutschland unterrepräsentiert sind. Große Konzerne wie Apple, Google oder Microsoft finden sich nur auf dem amerikanischen Markt. Schwellenländer wie Brasilien, Indien oder China bieten mitunter ebenfalls gute Investitionsmöglichkeiten.

Über Ziele klar werden

Wichtig ist es zudem, bei der Anlage immer ein klares Ziel zu verfolgen. Daran orientiert sich dann auch die Auswahl der Produkte. Wer beispielsweise Geld für die Altersvorsorge anlegen möchte, ist mit einem Indexfonds auf der sicheren Seite. Ist dagegen ein höheres Risiko und kurzfristige Gewinne erwünscht, sind Finanzderivate besser geeignet.

Immer ruhig bleiben

Obwohl der DAX aus 30 Unternehmen besteht, kommt es öfters einmal zu Kursschwankungen. Oberstes Prinzip für Anleger in solchen Fällen ist Ruhe bewahren. Langfristig war die Entwicklung des DAX bisher immer positiv. Selbst zwischenzeitliche Krisen konnten daran nichts ändern.

Fazit: Investitionen in den DAX machen Sinn

Wer eine gute Geldanlage sucht, kommt kaum am DAX vorbei. Der DAX gehört zu den wichtigsten Indikatoren für die Wirtschaftsleistung. Anleger können auf vielfältige Weise von der Entwicklung des Index profitieren. Bei Aktien gibt es Kursgewinne und Dividenden, ETFS spiegeln den gesamten Index und Finanzderivate sind etwas für Zocker. Zu beachten ist, dass zu einer guten Streuung auch Anlagen außerhalb des DAX gehören.

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Das müssen Anleger über den DAX wissen was last modified: Juli 31st, 2016 by Hanspeter Volk

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