Allianz: Milliardengewinn trotz Corona Turbulenzen

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 19.05.2020


Der Münchner Allianz Konzern, Europas größter Versicherer, hat aufgrund der Corona-Pandemie hohe Verluste eingefahren – bis dato sollen sich diese auf rund 700 Millionen Euro belaufen. Doch das Unternehmen steht noch längst nicht in den roten Zahlen. Während des ersten Quartals 2020 konnte die Allianz netto 1,4 Milliarden Euro Gewinn erzielen. Gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr ist dies ein Rückgang um 29 Prozent.

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Drastische Korrekturen der Gewinnaussichten

Noch unmittelbar vor dem Ausbruch der Pandemie ging die Geschäftsführung der Allianz von einem Gewinn von rund 12 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr aus, plus minus Schwankungen von rund 500 Millionen. Inzwischen hat man sich von diesen Gewinnzielen verabschieden müssen, vor allem aufgrund der hohen Kosten, die die Pandemie verursacht hat. Mit neuen Prognosen für die Jahresgewinne ist der Finanzvorstand der Allianz noch zurückhaltend. Für Anleger könnte die gegenwärtige Situation bedeuten, dass es bei der Allianz Aktie zu einer Neukalkulation der Dividende kommt.

Allianz - Gewinne trotz Corona

Kursrückgang bei der Allianz Aktie

Die Geschäftsführung der Allianz geht davon aus, dass die Auswirkungen durch die Pandemie noch anhalten werden. Da es sich um ein vollkommen neuartiges Phänomen handelt, sind Aussagen zur Gewinnentwicklung bislang eher spekulativ. Der Allianz Aktienkurs reagierte auf die Coronakrise ebenso wie andere Werte mit einer beispiellosen Talfahrt, bis die Aktie am 18. März nahezu die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hat. Inzwischen ist allerdings eine Erholung zu bemerken, die Verluste der Allianz Aktie belaufen sich auf rund ein Viertel des Kurswertes vor Corona.

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Die Allianz ist in beiden Geschäftsbereichen von den Folgen der Pandemie betroffen

Der Münchner Versicherer spürt die Belastungen durch Corona doppelt, denn das Unternehmen ist einerseits im Kerngeschäft Versicherungen betroffen, andererseits aber auch bei der Vermögensverwaltung. Denn die Allianz ist ein ausgesprochen bedeutender Vermögensverwalter und litt damit unter dem Abzug von rund 46 Milliarden Euro aufgrund der Aktienpanik an den globalen Finanzmärkten im März. Der Konzern musste beim verwalteten Kapital insgesamt einen Schwund um sechs Prozent konstatieren. Gute Nachrichten hingegen beim operativen Ergebnis, hier konnten die Münchner trotz Corona und Finanzbeben um mehr als 675 Millionen Euro zulegen. Das verdankt die Allianz vor allem einer nicht unerheblichen Anhebung ihrer Gebühren bei der Vermögensverwaltung.

Allianz: Milliardengewinn trotz Corona Turbulenzen

Hohe Kosten im Versicherungsgeschäft

Im Bereich der Versicherungen kneifen die Verluste durch die Pandemie. Trotz der steigenden Umsätze im Geschäft mit Schadens- und Unfallversicherungspaketen, die noch immer gefragt sind, fiel der Gesamtumsatz auf ungefähr eine Milliarde Euro. Das liegt natürlich am Corona-Virus, hinzu kommen aber die Kosten durch weltweite Schadenswetterlagen und vor allem die anhaltenden australischen Buschbrände.

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Steigende Schaden-Kosten-Quote reduziert die Gewinne

Versicherer kalkulieren ihre Erfolge mit der sogenannten Schaden-Kosten-Quote. Liegt diese Kennzahl unter 100, macht das Unternehmen Gewinn – je niedriger die Quote, umso besser für den Versicherer. Vor Corona und der Ausweitung der Buschfeuer ging die Finanzverwaltung der Allianz noch von einer Quote von 94 Prozent aus, inzwischen ist der Wert bereits auf 97,8 Prozent gestiegen. Anders ausgedrückt: Die Allianz muss von jedem eingenommenen Euro 97,8 Cent gleich wieder ausgeben.

Einen Rückgang vermerkt das Unternehmen auch bei den Allianz Lebensversicherungen und Krankenversicherungen um rund ein Viertel, dies ist hauptsächlich dem anhaltenden Niedrigzins geschuldet.

Allianz: Milliardengewinn trotz Corona

Deutlicher Abfall beim operativen Ergebnis der Allianz

Ende April wurde die Korrektur der erwarteten Gewinne bekannt – die für die Entwicklung des Konzerns allein im Versicherungsgeschäft einen Abfall von 10% gegenüber den ursprünglich angestrebten Werten ausmachen. Für die kommenden Monate rechnet der Versicherer mit hohen Kosten vor allem durch die Entschädigungen, die im Entertainment-Sektor auf die Allianz zukommen. Abgesagte Groß- und Kleinveranstaltungen, Messen, Konzerte und Events können den Münchnern einen Aufwand von bis zu 400 Millionen Euro bescheren.

Die Ergebnisse bei der Vermögensverwaltung werden maßgeblich von den Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängen – und dort ist noch nicht recht abzusehen, wohin die Reise geht.

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Desillusionierte Anleger bescheren der Allianz Aktie Verluste

Für die Aktionäre haben die Einbußen bereits Konsequenzen. Der Überschuss des ersten Quartals fiel von den erhofften 2 Milliarden Euro auf nur 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Wert von 212 Prozent Ende 2019 liegt auch die Solvency II Kapitalquote – die Basiseigenmittel machen derzeit nur noch 190 Prozent aus.

Die Reaktion der Anleger auf die zurückhaltenden Prognosen der Geschäftsführung hat nicht lange auf sich warten lassen. In der zweiten Maiwoche musste die Allianz Aktie einen Kursrückgang um 3 % hinnehmen und war damit zeitweise sogar der Verlierer unter den deutschen Bluechips.

Allianz - Gewinne trotz Corona

Realistische Einschätzungen und Kaufempfehlungen bei den Analysten

Auch die Finanzexperten großer Investmentbanken gehen davon aus, dass die Gewinnentwicklung bei der Allianz weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleiben wird, schon allein deshalb, weil die Dauer der Pandemie und die dadurch verursachten Kollateralschäden noch gar nicht in vollem Umfang abgeschätzt werden können.

Dennoch geben Analysten angesichts der Resilienz des Konzerns und der Gewinne trotz Corona weiterhin Kaufempfehlungen. Wer die Aktie derzeit (Stand: 17. Mai 2020) zu einem Kurs von rund 146 Euro erwirbt, macht möglicherweise mit dem von Experten veranschlagten Kursziel von 180 Euro einen guten Gewinn.

Die Unternehmensführung gibt sich zuversichtlich

Zuversicht herrscht auch im Vorstand der Allianz. Der Konzern habe seine Stärke bewiesen, selbst angesichts einer beispiellosen Herausforderung. Trotz der Verluste steht das Unternehmen noch immer mit Milliardengewinnen wesentlich besser da als europäische Wettbewerber wie die französische AXA. Man fühlt sich gut vorbereitet – sowohl was die Mitarbeiter angeht als auch bei den Strukturen und der IT.

Die Schwierigkeiten, die sich sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Versicherungsbereich zweifellos ergeben, werden realistisch gesehen und auch so kommuniziert. Trotz der Rückgänge beim Umsatz und angesichts der Doppelbelastung in der Pandemie noch Umsätze zu erzielen gilt als Beweis für die Widerstandsfähigkeit des Konzerns. Angesichts der Kaufempfehlungen von Finanzfachleuten ist anzunehmen, dass nicht wenige Anleger die Gelegenheit nutzen und mit der Rückkehr der Zuversicht an den Finanzmärkten der Allianz Aktie eine Chance geben werden.

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