XETRA Handelszeiten 2016 – Das müssen Händler wissen

Zu welchen Zeiten ist der XETRA Handelsplatz geöffnet?

Online Broker bieten den Vorteil, dass sie für ihre Kunden rund um die Uhr erreichbar sind. Selbst Einzelhändler haben in vielen Ländern 24 Stunden am Tag geöffnet. Allerdings bedeutet dies nicht, dass auch tatsächlich Tag und Nacht Aufträge platziert werden können. Denn ausgerechnet beim computergestützten Handel über XETRA müssen die geltenden Handelszeiten beachtet werden. Was zunächst etwas paradox klingt, hat in der Praxis durchaus seinen Sinn.

Die wichtigsten Fakten zu den XETRA Handelszeiten:

  • Handel von 09:00 bis 20:00 Uhr möglich
  • An Wochenenden kein Handel möglich
  • Auktionen starten ab 08:50 Uhr
  • Bei Tradegate längerer Handel möglich
  • Devisen und Rohstoffe können nahezu unbegrenzt gehandelt werden

XETRA Handelszeiten - Header

Was ist XETRA überhaupt?

Bei XETRA handelt es sich um das vollelektronische Handelssystem der Deutschen Börse. Alle eingehenden Kauf- und Verkaufsaufträge werden im Computersystem gegenübergestellt und falls Stückzahl sowie –preis übereinstimmen zusammengeführt. Mittlerweile werden mehr als 90 Prozent des an deutschen Wertpapierbörsen anfallenden Aktienhandels über XETRA ausgeführt. Dies macht die große Bedeutung des XETRA Handelsplatzes deutlich.

Das XETRA Handelssystem wurde 1997 an der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt. Vorher wurden Aktiengeschäfte entweder mit der Computerbörse (Ibis-Handel) oder dem Parketthandel getätigt. Mit XETRA lassen sich Börsengeschäfte schneller, kostengünstiger und transparenter abwickeln. Die elektronische Abwicklung mach das Führen eines Orderbuchs überflüssig. Die Beteiligten können den Auftrag zeitgleich einsehen, sodass Manipulationen bei der Kursfeststellung selbst bei geringen Umsätzen kaum möglich sind.

Kleinanleger konnten ebenfalls von der XETRA Einführung profitieren. Denn im Gegensatz zu früher, als die Aufträge auf dem Parkett bis zum Mittag ausgeführt werden mussten, können diese nun bis zum Handelsschluss bearbeitet werden. Bedingt durch das hohe Handelsaufkommen können Aufträge für viel gehandelte Aktien besonders kostengünstig abgewickelt werden.

Warum gibt es überhaupt Handelszeiten?

Zwar wurde der Parketthandel an der Frankfurter Börse bereits 2011 abgeschafft, feste Börsenzeiten müssen jedoch nach wie vor beachtet werden. Die Zeiten in denen Broker am späten Vormittag ins Büro kamen und nachmittags schon wieder fertig waren, sind in Zeiten von Computern allerdings vorbei. Allerdings arbeiten diese auch nicht alleine. An der Überwachung durch Menschen führt immer noch kein Weg vorbei. Zu den Hauptgründen für Handelszeiten gehört jedoch, dass nachts ein zu geringes Aufkommen herrscht. Bei bekannten Werten wie Aktien von DAX-Unternehmen sind die Probleme noch relativ gering. Dagegen reichen Angebot und Nachfrage bei weniger gehandelten Papieren für einen ausreichenden Handel nicht aus.

Eine Verlängerung der Handelszeiten würde zudem Banken und Finanzdienstleistern zusätzliche Probleme bereiten. Diese müssten dann auch nachts Mitarbeiter einsetzen, was natürlich zu weiteren Kosten führen würde.

Die einzelnen Handelszeiten im Detail

Morgens startet der Börsentag um 07:30 Uhr mit dem Vorhandel. Um 08:50 Uhr wird dann der eigentliche Handel mit einer Eröffnungsauktion eingeleitet. Mit dieser wird zunächst der aktuelle Startkurs ermittelt. Schließlich ist seit dem Schluss Kurs des Vortags eine Menge passiert, sodass dieser die aktuelle Marktlage nicht mehr abbildet. Ziel ist es dabei, dass so viele Marktteilnehmer wie möglich zum Zuge kommen. Bei einem sehr hohen Kurs gibt es zu wenige Käufer, ist der Kurs zu niedrig sinkt das Interesse bei Verkäufern.

Der eigentliche XETRA Handel startet pünktlich um 09:00 Uhr. Ab der Mittagszeit finden dann weitere Auktionen statt. Los geht es um 13:00 Uhr mit dem DAX und den TecDAX-Werten. Um 13:17 läuft dann die Auktion mit den fortlaufend gehandelten Nebenwerten aus. Zwischen 13.25 und 13.30 Uhr findet die Auktion von Nebenwerten statt, die nicht fortlaufend gehandelt wurden. Um 17:30 Uhr ist der fortlaufende Handel dann zu Ende und es folgt die Schlussauktion und bis 20:00 Uhr der Nachhandel.

An Wochenenden ist die Börse generell geschlossen. Gleiches gilt auch für Feiertage. Unter Umständen können sich auch amerikanische Feiertage auf den deutschen Börsenhandel auswirken. Die Börse ist dann zwar dennoch geöffnet, jedoch kommt es mitunter nur zu einem geringen Handelsaufkommen.

Handelsfreie Tage 2016:

  • Januar
  • März
  • März
  • Mai
  • Oktober
  • Dezember

Der 16. Mai sowie der 3. Oktober sind Erfüllungstage. An diesen Tagen wird zwar nicht gehandelt, es werden jedoch Aufträge ausgeführt.

Verlängerte Öffnungszeiten nicht ohne Risiko

Im Vergleich zur Frankfurter Wertpapierbörse ist XETRA länger geöffnet. Dies klingt zunächst nach einem klaren Vorteil. Börsengeschäfte können vor Bürobeginn oder nach Feierabend erledigt werden. Allerdings ist diese Vorgehensweise auch mit einem Risiko behaftet. Zwischen 08:00 und 09:00 Uhr morgens bzw. ab 18:00 Uhr abends sind zumeist nur Privatanleger und Zocker unterwegs. Dagegen gehören institutionelle Anleger wie Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften nicht zu dem Klientel, das so früh beziehungsweise spät seine Orders aufgibt.

Die Folge ist, dass Märkte nicht so liquide sind. Da die Kurse während dieser XETRA Handelszeiten von wenigen Käufen und Verkäufen bestimmt werden, kann es zu stärkeren Kursausschlägen kommen. Deshalb sollten außerhalb der Kernöffnungszeiten ausschließlich Limit-Orders gehandelt werden.

Länger handeln bei Online Brokern

Natürlich können Händler sich auch nachts bei ihrem Online Broker einloggen, um ihre Handelsentscheidungen zu treffen. Aufträge können bei den meisten Anbietern rund um die Uhr platziert werden. Ausgeführt werden die Orders jedoch erst am nächsten Handelstag. Selten gehandelte Nebenwerte werden unter Umständen sogar erst zur Auktion am Nachmittag ausgeführt.

Beim XETRA-Konkurrenten Tradegate sind die Handelszeiten etwas umfangreicher. Hier kann abends bis um 22:00 Uhr gehandelt werden. Zudem sind die Tarife im Vergleich zu XETRA oftmals etwas günstiger. Allerdings ist das Handelsvolumen gegenüber XETRA um einiges geringer, was sich vor allem bei Nebenwerten als nachteilig erweisen kann. Bei den meisten Börsen gelten ähnliche Regelungen wie bei den XETRA Handelszeiten. Dies wurde von den verschiedenen Börsengesellschaften so vereinbart.

XETRA Handelszeiten und CFD Handel

Differenzkontrakte (CFDs) werden in der Regel außerbörslich bei speziellen CFD Brokern gehandelt. Dennoch wird auch der Handel auf DAX Aktien von den XETRA Handelszeiten beeinflusst. Viele Broker sichern ihre Spekulationen über die Börse ab. Sofern eine ähnliche hohe Zahl von Tradern auf steigende und fallende Kurse setzt, werden die Verluste des einen durch die Gewinne des anderen abgedeckt. Anders verhält es sich, wenn viele Trader in dieselbe Richtung investieren. In diesem Fall kann die Auszahlung der Gewinne die Möglichkeiten des Brokers überfordern. Deshalb werden die Positionen über die Börse oder spezielle Liquiditätsgeber abgesichert. Insofern richten sich die Handelszeiten hier meist ebenfalls nach denen des Xetra.

Komplett anders verhält es sich beim Handel von Devisen und Rohstoffen. Hier findet das Trading weltweit statt, sodass Positionen bei Börsen rund um den Globus abgesichert werden können. Deshalb bieten einige Broker den Handel rund um die Uhr an, am Wochenende ist aber auch hier meistens kein Handel möglich.

Fazit zu den XETRA Handelszeiten

Auch in Zeiten des Online Handels wird das Trading durch die Ruhezeiten an den Börsen beeinflusst. Aufträge können zwar rund um die Uhr aufgegeben werden, die Ausführung erfolgt jedoch erst am nächsten Handelstag. Selbst während der Handelszeiten können nicht alle Papiere durchgehend gehandelt werden. Selten gehandelte Aktien werden nicht fortlaufend, sondern ihm Rahmen von Auktionen gehandelt. Die Aufträge werden im Orderbuch festgehalten und bei ausreichendem Angebot und Nachfrage ausgeführt. An der Tradegate Exchange sind die Handelszeiten etwas länger, dass Volumen ist jedoch niedriger.

XETRA Handelszeiten 2016 – Das müssen Händler wissen was last modified: Januar 11th, 2016 by Hanspeter Volk