Nissan-Aktie: Jetzt kaufen oder besser warten?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 09.03.2020


Sollten Anleger jetzt in die Nissan-Aktie investieren? Die Zeit dafür scheint günstig zu sein, immerhin ist der Kurs so niedrig wie selten zuvor. Doch dies hat natürlich auch seine Gründe, die dazu führen könnten, dass ein Investment aktuell sehr ungünstig ist.

Wir verraten Ihnen, welche Probleme Nissan gerade hat und wie wahrscheinlich es ist, dass diese überwunden werden können. Außerdem gehen wir auf die Stärken des Unternehmens und seine Pläne ein und natürlich beleuchten wir auch kurz den Skandal um den ehemaligen Geschäftsführer Ghosn, der spektakulär aus Japan fliehen konnte.

  • Nissan ist einer der größten Autohersteller weltweit
  • Probleme durch Absatzeinbruch auf chinesischem Markt
  • Allianz mit Mitsubishi und Renault
  • viele Pläne in der Zukunft

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Was produziert Nissan?

Nissan ist ein japanischer Autohersteller und gilt nach Toyota und Honda als der drittgrößte Automobilproduzent des Landes. Das Unternehmen gilt dabei als der älteste Autoproduzent Japans, was allerdings auch an der Übernahme von Datsun liegt.

Insgesamt legt sich Nissan nicht auf ein bestimmtes Segment oder eine bestimmte Art Auto fest. Es gibt sowohl Modelle der Oberklasse und luxuriöse Sportwagen, als auch Kleinst- und Kleinwagen. Nissan stellt zudem LKWs, Kleintransporter oder Kleinbusse her.

Die Modelle, die sich 2019 am besten verkauft haben, zählen:

  • Sylphy (Kompaktklasse, vor allem in China beliebt)
  • Rogue (SUV, beliebtestes Modell in den USA)
  • Qashqai (SUV, vor allem in Europa beliebt)

Es gibt zudem einige Modelle von internationaler Bekanntheit. So ist der Nissan GT-R einer der bekannteren Sportwagen auf dem Markt, während der Nissan 200ZX heute schon als Klassiker gilt.

In Deutschland zählt der Nissan Micra zu den bekannteren Modellen. Kritiker monieren, dass die Kompaktklasse von Nissan etwas stiefmütterlich behandelt wird. Die Japaner suchen jedoch im deutschen und europäischem Markt vor allem andere Nischen, während sie in anderen Ländern diese Klasse auch erfolgreich bespielen.

Die Stärken liegen bei den Japanern eher im Van- und SUV-Bereich. Der Nissan Navara ist einer der Marktführer unter den Pick-ups. Der Nissan Pathfinder ist unterdessen einer der beliebtesten Geländewagen und wird auch mit Hybridantrieb ausgeliefert.

Ohnehin hat Nissan angekündigt, seine Palette an E-Autos stark auszuweiten und mehr Modelle auch als Hybrid herzustellen. Der Nissan Leaf zählt zu den ältesten serienreifen Autos mit Elektroantrieb und ist entsprechend bekannt.

Nissan-Aktie

Fakten über das Unternehmen und zur Aktie

Nissan zählt zu den größten Unternehmen der Welt, wobei der sinkende Aktienkurs in den vergangenen Monaten natürlich auch die Marktkapitalisierung heruntergezogen hat. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Yokohoma, Japan und existiert als Aktiengesellschaft bereits seit 1933.

2019 konnte es knapp 139.000 Mitarbeiter beschäftigen und wies einen Umsatz von rund 11,6 Billionen Yen auf, was rund 97 Milliarden Euro entspricht. Nissan Motors wird seit Dezember 2019 durch Makoto Uchida geführt und löste damit Hiroto Saikawa ab, der das Unternehmen keine zwei Jahren leitete und die Lücke von Carlos Ghosn füllen sollte.

Nissan kann rund 6 Prozent des globalen Marktanteils für sich verbuchen. Dieser Wert ist in den letzten zehn Jahren vergleichsweise stabil geblieben. 2018 konnte das Unternehmen zum sechsten Mal in Folge mehr als fünf Millionen Autos verkaufen, nämlich 5,516 Millionen. Die Verkäufe waren jedoch leicht rückläufig im Vergleich zu den Vorjahren. 2019 konnte diese Marke mit 5,05 Millionen voraussichtlich knapp wieder erreicht werden.

Derzeit befinden sich rund 4,2 Millionen Aktien im Umlauf. Aktuell kommt das Unternehmen so auf eine Marktkapitalisierung von um die 17 Millionen Euro. Rund 53 % der Aktien befinden sich im Streubesitz. 43,40 % werden von Renault gehalten, wobei auch Nissan 15 % der Renault-Aktien besitzt. Daimler hält ebenfalls 3,32 %. Nissan hält zudem auch 34 % von Mitsubishi Motors.

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Geschichte des Unternehmens

Nissan ist einer der ältesten Automobilhersteller der Welt. Es wurde 1911 in Tokio gegründet, damals noch unter dem Namen „Kaishinsha Motorcar Works“. Masujiro Hashimoto gründete die Firma und baute dort 1914 den ersten PKW, der nach den Initialen der Investoren „DAT“ hieß. Da das Geschäft mit PKWs kaum ertragreich war, produzierte das Unternehmen ab 1918 vor allem LKWs fürs Militär. Das Unternehmen fusioniert 1933 mit Nohon Sangyo, das damals schon unter Nissan an der Börse gehandelt wurde.

Das Unternehmen profitierte von der Kriegswirtschaft der 1930er Jahre, die ihnen einen Vorteil gegenüber Ford und General Motors verschaffte. Einfuhrzölle und Beschränkungen sorgten dafür, dass die japanischen Automobilhersteller keine Konkurrenz mehr hatten. Zugleich stieg der Bedarf an Nutzfahrzeugen. 1937 wurden erstmals Fahrzeuge unter dem Markennamen Nissan verkauft. In den letzten Kriegsjahren produzierte Nissan keine Fahrzeuge mehr, sondern Flugzeug- und Bootsmotoren für das Militär.

Schon Ende 1945 konnte Nissan wieder Fahrzeuge produzieren, 1946 wurde der Unternehmenssitz von Tokio zurück nach Yokohama verlegt und sollte dort bis heute bleiben. Ab 1947 konnte Nissan wieder Pkws produzieren. Durch den Koreakrieg gewann es einen großen Auftrag der US-Armee und modernisierte mit den Einnahmen seine Produktion. Ab 1960 expandierte Nissan stark und stieg in den 1980ern zum Global Player auf.

Das starke Wachstum war kreditfinanziert. Anfang der 90er Jahre ließ die japanische Finanzkrise den Kapitalmarkt zusammenbrechen. Nissan konnte sich vor allem deswegen retten, weil es 1999 mit Nissan eine Allianz einging, die auf einem Aktientausch basierte. 2016 übernahm es 34 % der Aktien von Mitsubishi.

Nissan-Aktie Dividende

Nissan in der Krise

Nissan ist in den letzten Monaten durch einen starken Absatzrückgang stark unter Druck geraten. Im letzten Quartal 2019 musste das Unternehmen zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren einen Verlust hinnehmen. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 % und der Verlust betrug 26 Milliarden Euro.

Deswegen musste das Unternehmen auch seine Gewinnerwartungen von 110 auf 65 Milliarden Yen korrigieren.

Als Grund führen Marktbeobachter nicht zuletzt den Imageverlust des Unternehmens an. Jahrelange Rabattschlachten in den USA sollen das Image deutlich verschlechtert haben. Zudem sank die Marge erheblich und es blieb kaum Gewinn übrig.

Wie genau der Konzern darauf reagieren wird, ist noch nicht klar. Geschäftsführer Makoto Uchida will bis Mai einen überarbeiteten Strategieplan veröffentlichen. Teil dessen sollen auch Stellenabbau und Schließungen sein. Zudem musste Nissan die Produktion in China und Japan teilweise stoppen.

Offensichtlich reichen die Maßnahmen seines Vorgänger Saikawa, der aufgrund von dubiosen Zahlungen seinen Hut nehmen musste, nicht aus. Dieser hatte bereits angekündigt, rund 12.500 Jobs weltweit zu streichen. Außerdem sollen zehn Prozent der Modelle bis 2022 nicht mehr produziert werden. Sein ehrgeiziges Ziel von sieben Milliarden Euro operativen Gewinn hat Saikawa allerdings nicht mal ansatzweise realisieren können.

Problematisch ist ohne Frage, dass zeitgleich auch Partner Renault in einer Krise zu stecken scheint. Beide Unternehmen scheinen diese Probleme jedoch in enger Zusammenarbeit lösen zu wollen.

In die Krise platzt zudem die Hiobsbotschaft, dass Nissan in den USA mehr als 300.000 Autos wegen fehlerhafter Airbags zurückrufen muss.

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Was sagen Analysten zur Nissan Aktie?

Aktuell ist kaum ein Autobauer in einer komfortablen Situation. Die meisten Hersteller mussten im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Absätze hinnehmen. Insgesamt sanken 2019 die Verkäufe der 19 wichtigsten Autohersteller um fast vier Prozent. Nur fünf dieser Unternehmen konnten überhaupt zulegen: Toyota, VW, Daimler, BMW, Mitsubishi und Tesla. Zwar profitiert Nissan natürlich etwas mit, wenn Mitsubishi mehr Autos verkauft, allerdings ist Nissan erheblich größer und der Verlust von 8,9 % wiegt deutlich schwerer.

Einer der Hauptgründe hierfür ist der schwächelnde Markt in China, das zudem den Hauptmarkt von Nissan darstellt. Hier brach die Anzahl der Neuzulassungen zuletzt deutlich ein, nachdem er in den letzten zwanzig Jahren als Wachstumstreiber galt. Der Coronavirus trägt dazu bei, dass sich die Lage vermutlich in näherer Zukunft nicht entspannen wird.

Entsprechend vorsichtig sind die Analysten derzeit, wenn sie Aktien von Autoherstellern aktuell bewerten. Ende Februar 2020 zeigt sich das Feld folgendermaßen:

  • 2 Kaufen
  • 14 Halten
  • 1 Reduzieren und 3 Verkaufen

Damit hat sich das Stimmungsbild in den letzten zwei Jahren deutlich verschlechtert. Analysten sind also größtenteils aktuell nicht der Meinung, dass Nissan derzeit eine gute Einstiegsmöglichkeit bietet, die sich in der näheren Zukunft lohnen könnte. Das mittlere Kursziel liegt bei ungefähr 700 Yen, der tatsächliche Kurs liegt derzeit allerdings nur bei 500 und ist somit deutlich darunter. Ein Teil der Kursziele stammt dabei jedoch noch aus einer Zeit, als Nissan noch keine Verluste verkünden musste und auch der Rückruf aufgrund der Airbags noch nicht öffentlich bekannt war.

Nissan-Aktien

Welche Pläne verfolgt Nissan?

Nissan präsentiert sich in den letzten Monaten und Jahren als Unternehmen, das durchaus bereit ist, auf veränderte Anforderungen der Gesellschaft zu reagieren. Das zeigt zum einen die Tatsache, dass das Unternehmen mit dem Nissan Leaf das meistverkaufte Elektro-Auto vorweisen kann. Zum anderen wird dies jedoch auch an den Fortschritten beim autonomen Fahren deutlich.

Teilweise ist Nissan jedoch sogar gewillt, von den typischen Geschäftsmodellen abzuweichen. So testen die Japaner aktuell in den USA einen Dienst, bei dem die Fahrzeuge nicht verkauft, sondern verliehen werden. Der Abo-Dienst wird bislang nur in Houston angeboten und wird in zwei Stufen angeboten. Die Autos werden bei Nissan Switch zumindest in Houston in einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern auf Wunsch an die Kunden ausgeliefert, die zudem verschiedene Modelle gleichzeitig nutzen können. Verfügbar ist der Dienst für umgerechnet gut 650 Euro monatlich.

Zudem arbeitet das Unternehmen mit dem Fahrdienst Uber zusammen, das mittelfristig auf Elektro-Autos setzen möchte. Dazu stellt das Unternehmen seinen Fahrern in London die Möglichkeit, vergünstigte Nissan Leaf zu ordern.

Es scheint also durchaus das Ziel von Nissan zu sein, bei der Verkehrswende eine Rolle zu spielen. Ein Abo-Dienst könnte gerade dann, wenn autonomes Fahren und Elektroautos etabliert sind, von Vorteil sein. Immerhin sollen dann nur noch ein Zehntel der bisherigen Autos notwendig sein. Wenn bereits Strukturen für einen Leihdienst bestehen, könnte Nissan dann gegenüber der Konkurrenz im Vorteil sein. Nissan scheint zudem interessiert daran zu sein, dass Image als moderner und innovativer Anbieter zu stärken.

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Welche Risiken gibt es bei einem Invest in Nissan?

Grundsätzlich gibt es wenig Gründe, warum ausgerechnet Nissan langfristig gesehen ein Problem haben sollte, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Das Unternehmen ist hinsichtlich der Weiterentwicklungen und alternativer Vertriebsformen auf einem guten Weg und es spricht wenig dagegen, dass das Unternehmen mittelfristig erfolgreich ist.

Ein Problem ist sicherlich, dass das Image als Billigmarke in den USA und somit auch global wieder gewandelt werden muss, es gibt allerdings wenig Gründe dafür, warum dies nicht gelingen sollte. Ein gutes Argument dafür, dass dies noch etwas Zeit beanspruchen könnte, sind allerdings die Rückrufe im Zusammenhang mit dem Takata-Skandal. Auch wenn Nissan hier nicht hauptschuldig ist, so leidet der Ruf natürlich dennoch.

Deutlich problematischer ist die aktuelle Marktlage. Global gesehen werden weniger Autos verkauft. Dabei scheint es nicht zuletzt der chinesische Markt zu sein, der zumindest vorerst kein weiteres Wachstum bieten wird. Dementsprechend schwierig ist die aktuelle Lage für einen Anbieter wie Nissan, der einen recht großen Marktanteil im Reich der Mitte hat und dies natürlich nicht einfach so kompensieren kann.

Derzeit besteht eine reale Gefahr, dass die Umsätze von Nissan noch weiter einbrechen werden, zumal die Produktion in China und Japan aktuell teilweise stillsteht. Ob Nissan sich schnell wieder erholen kann, steht und fällt deswegen mit dem Erfolg und dem Ausmaß der Umstrukturierungsmaßnahmen, die im Mai verkündet werden. Vermutlich wird der Stellenabbau durchaus in einem größeren Ausmaß stattfinden und sogar Produktionen geschlossen werden. Die Chancen stehen allerdings gut, dass Nissan sich auf diese Weise wieder erholen kann und wieder in die Gewinnzone rutscht. Dennoch sind natürlich auch das Gegenteil und eine Verfestigung der Krise möglich.

Nissan-Aktie Invest Risiken

Welches sind die Alternativen zur Nissan Aktie?

Nissan hat als globaler Hersteller von Fahrzeugen natürlich sämtliche andere Autohersteller als Konkurrent. Das Unternehmen ist dabei mit wenigen Ausnahmen nicht unbedingt im Premium-Segment angesiedelt, bespielt diesen Markt jedoch durchaus auch. Dafür nutzt es in der Regel die Marke Infinity. Dabei setzen die Japaner allerdings deutlich weniger auf Luxus, als auf technische Neuheiten, Fahrgefühl und Design. In diesem Bereich können Daimler, BMW, Cadillac, Audi oder auch Peugeot.

Generell gilt General Motors als einer der Hauptkonkurrenten, zumal das Unternehmen mit seinen vielen Modellen auch in China stark vertreten ist. Auch VW deckt natürlich viele ähnliche Modelle und Märkte ab.

Nissan hat zudem eine der Stärken im SUV- und Geländewagensegment. Toyota ist hier einer der härtesten Konkurrenten, die zusätzlich zu den oben genannten noch genannt werden müssen, aber auch Chevrolet, Ford oder Fiat Chrysler müssen hier genannt werden.

Grundsätzlich ist 2020 möglicherweise nicht der beste Zeitpunkt, um in Autohersteller zu investieren, die einen größeren Absatz auf dem chinesischen Markt haben. Generell sind die Autohersteller aktuell stark unter Druck. Alternativen können Unternehmen sein, die die technischen Errungenschaften der nächsten Jahre ermöglichen. Darunter beispielsweise Akku-Hersteller, Halbleiter-Produzenten oder die Entwickler von Sensoren und Kameras. Sie sind oft etwas breiter aufgestellt, profitieren jedoch vermutlich deutlich von den großen Weiterentwicklungen, die gerade in der Autobranche stattfinden.

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Warum bildet Nissan mit Renault eine Allianz?

Nissan und Renault haben sich in einer Phase zu der Allianz entschlossen, als beide Unternehmen nicht unbedingt zu den Gewinnern auf dem Markt gehörten. Nissan war 1999 fast pleite, weil die Finanzierungsmöglichkeiten durch die japanische Finanzkrise wegbrachen, Renault schrieb gerade erst wieder schwarze Zahlen.

Beide Unternehmen hatten das Problem, dass sie in verschiedenen Bereichen alles andere als effizient waren. Zu viele Modelle auf zu vielen Plattformen verteuerten die Produktion. Also beschlossen beide, Synergieeffekte zu nutzen und in verschiedenen Bereichen wie Produktion und Forschung sehr eng zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise konnten beide gemeinsam Milliarden sparen. Die Partnerschaft betrifft auch den Vertrieb, auch wenn die Hersteller in ihrem Heimatmarkt natürlich Vorrang haben.

Um ihre Partnerschaft zu besiegeln vereinbarten sie einen Aktientausch, sodass beide Unternehmen am jeweils anderen eine durchaus relevante Anzahl an Aktien halten. Durch die Übernahme von Mitsubishi durch Nissan gehört auch dieses Unternehmen zur Allianz. Gemeinsam können sie durchaus beachtliche Zahlen vorweisen:

  • jedes neunte Auto stammt von einem Mitglied der Allianz
  • 10,76 Millionen verkaufte Autos im Jahr (2018)
  • 000 Mitarbeiter
  • Mehr als 750.000 verkaufte Elektroautos

Dadurch wird das Unternehmen aktuell übrigens zum Marktführer bei Elektroautos, wobei Nissans Vorsprung durch den Leaf natürlich einen Vorteil bedeutet. Mit dem Renault ZOE ist allerdings auch ein zweites sehr beliebtes Modell im Programm.

Die Zusammenarbeit wurde erst im Januar 2020 wieder neu bestärkt. Auch ihrer Umstrukturierungsmaßnahmen werden die Partner im Mai zusammen bekanntgeben und aufeinander abstimmen.

Nissan-Aktie und Renault

Welche Märkte sind für Nissan wichtig? Wie relevant ist Europa?

Nissan verkauft über fünf Millionen Fahrzeuge in der ganzen Welt. Dabei ergeben sich natürlich einige Hauptmärkte, auf denen das Unternehmen mehr Autos verkaufen kann. Die wichtigsten Märkte waren 2018 für Nissan:

  • China mit 1,56 Millionen verkauften Fahrzeugen (5,9 % Marktanteil)
  • USA mit 1,4 Millionen verkauften Fahrzeugen (8,4 % Marktanteil)
  • Japan mit 0,596 Millionen verkauften Fahrzeugen (11,3 % Marktanteil)
  • Europa mit 0,536 Millionen verkauften Fahrzeugen (3 % Marktanteil)

Produktion, Entwicklung, Design und Marketing sind dabei auf der ganzen Welt zerstreut. Nissan gehört zu den Autoherstellern, die auf der ganzen Welt produzieren. Lediglich in Australien werden nur Teile gefertigt. Dabei werden die meist verkauften Modelle in der Regel auch auf dem gleichen Kontinent hergestellt. Auf diese Weise ist Nissan vom Handelsstreit nicht ganz so stark betroffen, wie einige anderen Hersteller die lediglich exportieren. Dennoch sank der Absatz in den USA um 9,3 % im Vergleich zum Vorjahr, während die gesamte Industrie dort nur 0,8 % verlor.

Europa ist aktuell nur der viertstärkste Markt (mit Russland der drittstärkste). Nissan Europe hat seinen Hauptsitz in der Schweiz. Die Produktion findet hauptsächlich in Spanien und Russland statt und auch in Großbritannien befinden sich einige wichtigere Niederlassungen des Unternehmens. In Deutschland ist Nissan hingegen nicht übermäßig vertreten.

Im Rahmen der Allianz wird zudem Renault Europa als „Referenzunternehmen“ zugeordnet. Für Nissan ist es hingegen China, das auch in Zukunft Nissans wichtigster Markt bleiben soll.

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Wie gut ist Nissan bei Zukunftstechnologien aufgestellt?

Nissan reagiert grundsätzlich gut auf die potenziellen neuen Anforderungen der Zukunftstrends in der Automobilbranche.

So ermöglicht beispielsweise der Nissan Pro Pilot, der im Skyline (Infinity Q50) verbaut ist, dauerhaft freihändiges Fahren auf der Autobahn. Damit ist autonomes Fahren des Level 3 bereits seit Herbst 2019 mit Nissan serienmäßig möglich. Nissan gehört auf der anderen Seite allerdings nicht zu den Autoherstellern, die mit ehrgeizigen Projekten autonomes Fahren auf Level 4 innerhalb der nächsten fünf Jahre verwirklichen wollen. Nissan ist somit nicht unbedingt einer der ehrgeizigen Vorreiter, schafft es mit dem Skyline jedoch trotzdem, eine Weltneuheit zu präsentieren. Mit Nissan Intelligence Mobil können Autos zudem heute schon ohne Fahrer einparken.

Viele der Technologien werden natürlich vor allem in den Elektroautos von Nissan verbaut, weil die Zielgruppe dort eher angesprochen wird. Nissan hat ohnehin ein vergleichbares gutes Angebot an Elektroautos und plant, diese weiter auszubauen. Dies gilt sowohl für Hybride als auch für reine Elektroautos. Mit dem Nissan Leaf können Japaner nicht nur eines der ersten serienreifen Elektroautos ihr eigen nennen, es ist sogar auch das meistverkaufte.

Dabei profitiert Nissan natürlich auch davon, dass die Allianz mit Renault und Mitsubishi auch eine gemeinsame Forschung ermöglicht, bzw. die anderen Partner von den Fortschritten ebenfalls profitieren. Dank der Skaleneffekte kann die Technologie dann zudem von allen deutlich günstiger eingesetzt werden. Die drei Unternehmen zusammen haben mehr Elektro-Autos hergestellt und verkauft als alle anderen Autoproduzenten. Entsprechend groß ist der Vorteil, der hier entstehen kann.

Nissan auf Zukunftstechnologien

Eignet sich die Nissan-Aktie für Dividendenstrategien?

Nissan gilt grundsätzlich eher als eine der Aktien, die eine vergleichsweise hohe Dividende zahlen, dabei jedoch nicht unvernünftig sind. So senkt Nissan seine Dividende beispielsweise in Krisenzeiten deutlich und versucht nicht, die Anleger durch hohe Zahlungen bei Laune zu halten.

Entsprechend groß ist Anfang 2020 allerdings auch die Kritik am Unternehmen seitens der Aktionäre. Das Unternehmen zahlte nämlich nur 10 Yen, was im Vergleich zum Vorjahr nur ein Fünftel der Dividende ist. In den letzten Jahren zahlte Nissan nur 2009 weniger Dividende: nämlich gar keine.

In den Jahren dazwischen spiegelte sich der wirtschaftliche Aufschwung des Unternehmens durchaus auch in der Dividende wieder:

Langsamer, aber stetiger Anstieg auf 57 Yen (2018)

2017: 53 Yen

2016: 48 Yen

2015: 42 Yen

Vor allem gemessen am Kurs ist die Dividende dabei sehr günstig für die Anleger kalkuliert. In der Regel liegt die Dividendenrendite zwischen vier und fünf Prozent und ist damit durchaus ansehnlich. Dennoch zahlt das Unternehmen selten mehr als ein Drittel seines Gewinns aus und wirtschaftet somit sehr verantwortungsbewusst.

So überrascht es kaum, dass Nissan unter vielen Anhängern von Dividendenstrategien einen festen Platz im Portfolio einnimmt und dies vermutlich auch weiterhin tun wird. Es gab in den letzten Jahren deutlich schlechterer Titel, um Dividenden zu verdienen. Nissan geht für viele Anleger den richtigen Mittelwert. Dies gilt umso mehr, da auch die Eigenkapitalquote mit fast 30 % als vergleichsweise stabil angesehen wird und Investitionen und Innovationen so nicht unter eine zu großen Risiko getätigt werden.

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Nissan: Von Ghosn in die Krise gestürzt?

Verantwortlich für die derzeit recht komplizierte Lage von Nissan soll auch Carlos Ghosn sein. Ghosn war ab 2001 Vorstandschef von Nissan, ab 2005 auch von Renault. Seine Karriere begann er allerdings bei Renault 1996, als er den Konzern durch Restrukturierungsmaßnahmen wieder in den Gewinnbereich brachte. Renault entsandte ihn dann, als Nissan kriselte und teilweise aufgekauft wurde und er wurde Vorstandschef. 2016 wurde Ghosn auch Vorsitzender des Verwaltungsrats von Mitsubishi, nachdem Nissan einen Anteil von 34 % erworben hatte.

Der ehemalige Vorsitzende der Allianz soll gleich mehrere Verbrechen begannen haben:

  • Verstöße gegen die Börsenaufsicht
  • Übertrag von privaten Investitionsverlusten auf Nissan
  • Veruntreuung von Firmengeldern

Nachdem Ghosn im November 2018 festgenommen wurde, wurde er von Nissan von seinem Posten entbunden.

Nissan selbst hat den ehemaligen Chef inzwischen auf 10 Milliarden Yen Schadensersatz verklagt. Dieser beteuert jedoch seine Unschuld und verklagt seinerseits Renault auf Rentenzahlungen. Renault gab an, kein Fehlverhalten von Ghosn feststellen zu können. Er trat dennoch im Januar 2019 auch als Präsident von Renault zurück.

Ghosn floh spektakulär versteckt in einem Instrumentenkoffer per Privatflugzeug in den Libanon, nachdem er auf Kaution aus der Haft entlassen war und sorgte damit für viel Medienecho.

Ghosn war schon von Beginn an allerdings nicht ganz unumstritten. So wird er kritisiert, Nissan mit großen Rabatten ein Billig-Image verschafft zu haben. Insgesamt stimmten die Zahlen, die er mit Nissan erwirtschaften konnte, zumal er das Unternehmen schließlich aus der Krise führen konnte. Sein Nachfolger findet auch sich verschlechternde wirtschaftliche Rahmenbedingungen vor.

Nissan-Aktie Fakten

Fazit: Nissans Zukunft aktuell sehr spannend

Anleger, die in Nissan investieren möchten, finden derzeit möglicherweise nicht den besten Zeitpunkt dafür vor. Zumindest die Analysten sind sich darin einig, dass aktuell nicht die Zeit für einen Kauf ist. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass die Verkäufe der Autohersteller insgesamt rückläufig sind und China – einst Wachstumsgarant – derzeit durch Handelskrieg, gesättigte Märkte und Corona-Virus davon besonders betroffen ist.

Nissan hat einen seiner Hauptabsatzmärkte in China und entsprechend stark leidet das Unternehmen unter der Entwicklung. Fast 10 % weniger Fahrzeuge konnte es 2019 im Vergleich zum Vorjahr verkaufen. Und auch die anderen Mitglieder der Allianz leiden unter der Entwicklung.

Wie sich Nissan in Zukunft weiterentwickeln wird, hängt nicht zuletzt von den Plänen ab, die die Allianz im Mai veröffentlichen will. Hier sollen Umstrukturierungsmaßnahme n festgelegt und vorgestellt werden, die einen erfolgreichen Umgang mit den veränderten Marktbedingungen ermöglichen sollen.

Nebenbei versucht Nissan, sich als moderner Anbieter auf dem Markt zu positionieren und gerade auf dem US-Markt das Billig-Image wieder loszuwerden. Dafür weitet das Unternehmen seine E-Auto-Palette aus, hat den ersten Abo-Dienst gestartet und stellt bereits jetzt Autos her, die dem Autonomen Fahren Level 3 genügen. In vielerlei Hinsicht befindet sich das Unternehmen also voraussichtlich auf einem guten Weg in die Zukunft. Die meisten Analysten gehen allerdings nicht davon aus, dass diese bald beginnt.

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