Trading nach der Dow Theorie – Mit einfachen Mitteln zum Erfolg

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 23.11.2018

Die technische Analyse in ihrer aktuellen Form beruht auf Theorien, welche Charles Dow bereits zur Jahrhundertwende formuliert hat. Die Analysen zahlreicher Charttechniker beziehen sich auch heute noch auf die Dow Theorie. Sie gilt deshalb als Grundlage des modernen Börsenhandels. Im nachfolgenden Artikel zeigen wir, wie sich mit dem Dow Ansatz eine einfache und lukrative Strategie erarbeiten lässt.

Wichtige Fakten zur Strategie:

  • Strategiename: DowHow Setup
  • Strategietyp: Bewegungs- und Trendhandel
  • Zeithorizont: Sämtliche Zeitebenen möglich
  • Setup: Primärer und sekundärer Trend müssen sich in einem intakten Modus befinden, möglichst tief in die letzte Korrekturzone eingetaucht und erste Perioden der Umkehr erkennbar sein.
  • Einstieg: Nach den ersten Umkehrkerzen innerhalb der Korrekturzone mittels Stopp-Buy/Sell-Order.
  • Stopp-Loss: Initial Stopp kommt an Punkt 3 des sekundären Trends. Der Trailing_Stopp an Punkt 3 des untergeordneten Trends oder am Hoch/Tief der letzten Kerze.
  • Ausstieg: Mittels nachgezogenen Stopp
  • Risiko-Management: 1 Prozent des Kapitals pro Trade
Dow Theorie - Header

Quelle: Tony Hegewald  / pixelio.de

Fundamentalanalyse vs. Charttechnik

Die nahezu unendliche Zahl von Indikatoren, Oszillatoren und anderen Hilfsmittel bringt der Mehrzahl von Tradern nicht den erwünschten Reichtum, sondern führt diese oftmals in den finanziellen Ruin. Dies liegt allerdings nicht darin, dass die Hilfsmittel unbrauchbar oder die Anwender nicht intelligent genug sind. Hauptgrund ist zumeist, dass diese als Heiliger Gral und einziger Weg zum Erfolg gesehen werden.

Irgendwann stellt man sich dann die Frage, ob nicht die fundamentale Analyse der wahre Schlüssel zum Erfolg ist. Was ist also wichtiger, die fundamentale Analyse oder eine charttechnische Betrachtungsweise. Orientiert man sich an den Thesen der Dow Theorie ist die Antwort hierauf sehr einfach. Diese lautet schlicht und ergreifend: Der Kurs reflektiert das gesamte Wissen des Marktes. Die Aussage bedeutet nichts anderes, als das sich eine Fundamentalanalyse erübrigt.

Wir halten die fundamentale Analyse dennoch für wichtig, da sie Liquidität in den Markt bringt. Ihre Anhänger handeln oftmals mit deutlich mehr Kapital als private Anleger. Mitunter sind es die sogenannten „Fundis“, welche starke Trends beenden, umkehren oder neue generieren. Damit schließt sich dann auch der Kreis und wir sind wieder bei der Dow Theorie.: Alles ist im Chart ersichtlich und spiegelt sich im Kurs wider.

Die sechs Kernaussagen der Dow Theorie:

  1. Die Indizes diskontieren alles.
  2. Der Markt hat drei Trends: einen primären (langfristig), sekundären (mittelfristig) und untergeordneten (kurzfristig) Trend.
  3. Primäre Trends haben drei Phasen: die Akkumulationsphase, die Phase der öffentlichen Beteiligung und die Distributionsphase.
  4. Die Indizes (Trendgrößen) müssen einander bestätigen.
  5. Das Volumen muss den Trend bestätigen. Dies in besonderem Maße für Aktien und Futures.
  6. Ein Trend besteht immer solange, bis ein Signal vorliegt, dass er sich umkehrt. Dies ist besonders dann der Fall, wenn der Schlusskurs den letzten Korrekturpunkt (P3) durchbricht.

Das DowHow Setup

Der Begriff DowHow Setup leitet sich aus von Dow Theorie und Know-how ab. Es basiert auf den genannten sechs Kernaussagen von Charles Dow. Die Basis wird dabei von drei wesentlichen Thesen gebildet. Der Markt besteht immer aus drei Trends, welche in jeder Zeiteinheit zu sehen sind. Es gibt einen langfristigen primären Trend, einen mittelfristigen sekundären Trend sowie einen kurzfristigen untergeordneten Trend.

Der primäre Trend besteht Wiederrum aus drei Phasen. Zu Beginn, wenn der Markt gerade gedreht hat, entsteht die Akkumulationsphase. In dieser steigen nur erfahrene Händler und Investoren in den Markt ein. In der folgenden Phase werden Medien und auf einen Markt oder Wert aufmerksam und es kommt zu einer öffentlichen Beteiligung mit vielen Teilnehmern. Als Drittes kommt es zu einer Distributionsphase. Das Kaufinteresse der breiten Masse nimmt nochmals zu, erfahrene und clevere Händler steigen hier jedoch wieder aus.

Die dritte wichtige Kernthese besagt, dass Indizes bzw. in unserem Fall Trends sich immer gegenseitig bestätigen. Konkret bedeutet dies, dass sich der sekundäre beziehungsweise mittelfristige Trend in der zu handelnden Zeiteinheit und der untergeordnete Trend in einem intakten Trendmodus befinden müssen.

Dow Theorie - Bild 1

Basis einer Strategie nach der Dow Theorie sind somit immer intakte Trends. Diese müssen in mindestens zwei unterschiedlichen Trendgrößen vorliegen und von den Marktteilnehmern wahrgenommen werden. In der zu handelnden Zeiteinheit müssen sich sowohl der sekundäre Trend als auch der untergeordnete Trend in einem intakten Trendstadium befinden. Als intakt gilt ein Trend, wenn mindestens zwei Hoch- und Korrekturpunkte vorhanden sind.

Der Einstieg erfolgt anhand des untergeordneten Trends mit einer Stopp-Order. Dabei wird auf eine Fortsetzung des Trends spekuliert. Sobald der Trade eingestoppt wurde, befindet sich der Initial-Stopp an Punkt 3 des sekundären Trades (siehe oberes Bild). Wie bei jeder Strategie gilt auch hier: Nie das Risiko-Management außer Acht lassen. Im vorgestellte Setup kommt der Fix-Ratio-Ansatz zur Anwendung. Das bedeutet es wird maximal ein Prozent des verfügbaren Kapitals pro Trade eingesetzt.

Dow Theorie - Bild 2

Quelle: AgenaTrader

Beispiele aus der Praxis

Das obere Bild zeigt einen Stunden-Chart der Aktie von Coca-Cola. Es gibt einen intakten untergeordneten Trend, welcher gehandelt werden soll. Beim Kurs von 43,26 Dollar wurde ein neues Verkaufshoch ausgebildet. Die aktuelle Korrekturzone (durch das grüne Rechteck dargestellt) liegt zwischen 42,50 und 41,81 US-Dollar.

Der Kurs bewegt sich tief in die Korrekturzone hinein und die beiden letzten Kerzen deuten auf eine Fortsetzung des Trends hin. Das Ziel liegt nun darin, weit vor dem letzten Verkaufshoch (43,26 US-Dollar) in den Markt zu kommen. Wir halten uns beim Setup genau an die Dow Theorie und die vierte Kernthese: Die Trends müssen einander bestätigen.

Dow Theorie - Bild 3

Quelle: AgenaTrader

Anhand der nächsten Grafik wird deutlich, dass auch der sekundäre Trend in einem intakten Modus läuft. Er hat ebenfalls bei 43,26 ein neues Verkaufshoch ausgebildet sowie zwischen 42,12 und 40,75 Dollar eine Korrekturzone kreiert (am roten Rechteck zu sehen). Der Kurs bewegte sich bis zum Beginn der grünen Korrekturzone zurück und zeigte Anzeichen für eine Wiederaufnahme des Trends. Somit sind auch die Marktteilnehmer in dieser Trendgröße long orientiert.

Wie wird der Trade ausgeführt?

Im dritten Bild wird die konkrete Trade-Ausführung gezeigt. Wie in der Dow Theorie beschrieben, befindet gibt es einen intakten sekundären Trend (rote Linie). Bis zum Beginn der Korrekturzone (rotes Rechteck) hat er korrigiert und war beim Einstieg wieder auf dem Weg zum letzten Verkaufshoch bei 43,26 US-Dollar. Der untergeordnete Trend (grüne Linie) stellt die zu handelnde Trendgröße dar. Er läuft in einem intakten Trend und kommt zum Zeitpunkt des Einstiegs tief aus seiner eigenen Korrekturzone (grünes Rechteck).

Zu Beginn lag der Initial-Stopp am unteren Ende der roten Korrekturzone. Um das Risiko möglichst schnell zu begrenzen wurde der Trade mithilfe eines Soft-Stopps anhand der einzelnen Kerzen nachgezogen. Liegt der Schlusskurs unter dem Soft-Stopp, wird der Initial-Stopp unter die Kerze nachgezogen, welche den Soft-Stopp aktiviert hat. Wird dieser dann getriggert, ist der Trade beendet.

Das DowHow Setup gestaltet sich zwar relativ simpel, einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten. Nach Möglichkeit sollten die Trades noch recht jung sein und maximal vier Bewegungs- und Korrekturarme ausgebildet besitzen. Wichtig ist zudem, dass die Korrekturen „nicht in der Luft hängenbleiben“. Stattdessen sollten sie mindestens bis zum Start der Korrekturzone zurücklaufen.

Fazit zum Trading nach der Dow Theorie

Im Börsenhandel sehen sich Marktteilnehmer immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Einsteiger merken recht schnell, dass man hier nicht mal eben mit ein paar Mausklicks zum Millionär wird. Viele Trader unterschätzen zu Beginn insbesondere die mentalen Anforderungen. Deshalb ist es ratsam, sich zum Start mit möglichst einfachen Setups wie dem DowHow Setup zu befassen. Mit dieser Handelsstrategie können Trader sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Die besten Broker für das Trading nach der Dow Theorie

Bei diesem Handelsansatz werden keine besonderen Anforderungen an den Broker gestellt. Für eine möglichst hohe Rendite sollten Trader jedoch immer einen Blick auf die anfallenden Kosten werfen. Zudem ist ein möglichst breites Handelsangebot wünschenswert. Nutzen Sie bei der Suche am besten unseren umfangreichen Broker Vergleich. Nachfolgend drei Broker, die wir nach unseren Tests besonders empfehlen können.

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Trading nach der Dow Theorie – Mit einfachen Mitteln zum Erfolg was last modified: November 16th, 2018 by JuliusDream011