Strategie mit ETFs – Wie Sie von Rückschlägen bei US-Aktien profitieren

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 24.11.2018

Kommt es zu einem Crash an den Aktienmärkten fällt der nachfolgende Kursanstieg oftmals besonders beeindruckend aus. Warum also nicht von diesem Phänomen profitieren? Mit einer einfachen Strategie mit ETFs gelingt dies beispielsweise bei US-Aktien. Gewinne werden dabei durch den Wechsel von defensiveren in offensivere Aktiensegmente. In den letzten vier Jahren konnte diese Strategie mit einer beachtlichen Wertentwicklung punkten.

 Strategie mit ETFs - Header

Um von einer solchen Korrektur am Aktienmarkt zu profitieren ist es wichtig, dass der Anstieg früh erkannt wird. Bei der vorgestellten Strategie werden Zeiträume bis in die 80-er Jahre nach Korrekturen untersucht, bei denen hohe Tagesrenditen erzielt wurden. Dazu profitieren Sie als Anleger von einem deutlichen geringeren Risiko während dieser Zeiträume. Hier werden ExchangeTraded Funds (ETFs) auf US-Aktien für kurze Zeit in das Depot aufgenommen. Falls Sie dauerhaft in den US-Aktienmarkt investieren können Sie von der Strategie mit ETFs ebenfalls profitieren. Dies funktioniert einfach mit dem kurzzeitigen Wechsel von defensiven in offensivere Aktiensegmente.

 Die wichtigsten Fakten zur Strategie mit ETFs:

  •  Name der Strategie: US-Aktien Timing
  • Strategietyp: Trendfolgend
  •          Einstieg: Kauf erfolgt zum Schlusskurs des nächsten Handelstages
  •          Ausstieg: Einen Monat nach dem letzten Ausstiegssignal
  •          Durchschnittliche Zahl von Signalen: Zwei Signale jährlich
  •          Durchschnittliche Trefferquote: Zwischen 75 und 80 Prozent

 Die Strategie mit ETFs im Überblick

Der Höchststand des US-amerikanischen Index S&P 500 für das letzte Jahr wird täglich ermittelt. Liegt der Index auf Schlusskursbasis um mindestens 5 Prozent unter diesen Wert und kehrte anschließend wieder über diese 5-Prozent-Schwelle zurück erhalten wir ein Handelssignal. Am nächsten Tag wird dann zum Schlusskurs mit ETFs in den US-Aktienmarkt investiert. Diese Position bleibt dann über einen Monat unverändert im Depot. Anschließend erfolgt ein Verkauf zum nächsten Schlusskurs bzw. ein Wechsel zu einem defensiveren Aktiensegment. Kommt es innerhalb des genannten Zeitraums zu einem weiteren Signal verlängert sich die Haltefrist um einen Monat.

Einen Stop-Loss bzw. ein besonderes Risikomanagement benötigen wir für die Strategie mit ETFs nicht. Die kurze Haltedauer von einem Monat kann bereits als Risiko-Management betrachtet werden. Es gab bereits eine Korrektur des Marktes und der Kurs befindet sich im Aufwind. Das Risiko, dass es in diesem Zeitraum zu einer weiteren Korrektur kommt ist zwar geben, jedoch sehr gering.

Historische Entwicklung der Strategie

Dies wird auch bei einem Blick auf die historischen Daten deutlich. Zwischen Jahresbeginn 2012 und Ende Oktober 2015 wurde insgesamt siebenmal ein Signal zum Einstieg in US-Aktien ausgelöst. Mit allen Trades wurde dabei eine positive Rendite erzielt. Geht es noch weiter in die Vergangenheit zurück ergibt sich ein Verhältnis zwischen gewonnenen und verlorenen Trades von 75 zu 25 Prozent.

Um Risiko und Rendite darzustellen entscheiden wir uns für ein breites Investment in den US-Aktienmarkt mit dem MSCI USA Source ETF. Nimmt man diesen ETF für die Strategie ergab sich zwischen 2015 und Oktober 2015 eine Rendite von 37 Prozent. Dies entspricht einem jährlichen Ertrag von etwa 8,5 Prozent. Dabei wurde während rund 18 Prozent dieses Zeitraums überhaupt Geld investiert. Ein Blick auf die Risikozahlen ist ebenfalls sehr interessant. Die Volatilität lag bei lediglich 4,9 Prozent. In keinem Kalenderjahr kam es zu einem Minus, für das aktuelle Jahr steht ein Plus von 6,5 Prozent. Der maximale Drawdown liegt bei minus 2,8 Prozent.

Strategie mit ETFs in der Praxis

Die Mehrzahl der Anleger wird nicht auf ein Signal warten, um dann kurzfristig in den US-Aktienmarkt zu investieren. In den meisten Fällen wird die Strategie mit ETFs für eine sogenannte Rotation genutzt. Es erfolgt als der Wechsel zu einem anderen ETF. Investiert wird dabei grundsätzlich in einen defensiven US-Aktien ETF. Zu den Kennzeichen für einen defensiven ETF gehören:

  • Geringe Volatilität
  •          Breite Diversifikation
  •          Aktien von großen Unternehmen

Für eine defensive Strategie ist der MSCI USA Source ETF besonders geeignet. Der Fonds bleibt im Depot, bis ein Handelssignal erzeugt wird. Zum Schlusskurs des Folgetages wird dann in einen offensiveren US-Aktien ETF gewechselt. Ein gutes Beispiel hierfür ist der db x-trackers Russell 2000 ETF. Dieser beinhaltet Aktien mit einer relativ geringen Marktkapitalisierung. Mit einer solchen Rotation ließ sich in den letzten vier Jahren eine Rendite von 115 oder 22 Prozent jährlich erzielen. Der Ertrag ist damit deutlich höher, als die beiden Fonds jeweils für sich einbrachten. Im Vergleich zu einer konstanten Investition in den defensiveren ETF nahm die Volatilität nur geringfügig zu. Ähnlich hoch fällt der Ertrag auch bei einer Investition in den NASDAQ 100 ETF als offensivere Variante aus.

Trading mit ETFs - Chart

Quelle tradingsignalonline.com

Der Chart zeigt die Wertentwicklung einer Strategie, die in den MSCI USA Source ETF investiert, bis nach Signalgabe für je einen begrenzten Zeitraum in den Comstage NASDAQ 100 ETF gewechselt wird. Die grauen Bereiche stellen diese Zeiträume dar.

Strategie mit gehebelten ETFs

Zu Beginn des Ratgebers haben wir dargestellt, dass die Tagesrenditen in den identifizierten Zeiträumen deutlich höher sind. Hinzu kommt, dass alle sieben Trades im Plus liegen und auch die historische Quote mit 75 Prozent Gewinnern sehr hoch ist. Dies sind beste Voraussetzungen, um beim Trading einen gehebelten ETF einzusetzen. Empfehlenswert ist hier unter anderem der Amundi MSCI USA Leveraged ETF.

Mit dem gehebelten ETF ließ sich die jährliche Rendite in den letzten vier Jahren auf 28 Prozent erhöhen. Bemerkenswert ist dabei dass der maximale Drawdown im Vergleich zum klassischen ETF kaum zunimmt. Die Sharpe Ratio liegt bei 1,7. Die folgende Grafik zeigt einen Vergleich der verschiedenen Strategien.

Trading mit ETFs - Vergleich

Quelle tradingsignalonline.com

Zu beachten ist, dass alle drei ETFs in Euro notieren. Insofern muss bei der Anlage noch die Währungskomponente berücksichtigt werden. Mittlerweile gibt es einige ETFs, die den US-Dollar absichern und somit das Währungsrisiko herausnehmen.

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

In unserem Ratgeber zur Strategie mit ETFs wurden Sie mit verschiedenen Begriffen konfrontiert. Die Wichtigsten wollen wir nachfolgend kurz erläutern.

Sharp Ratio

Anhand der Sharp Ratio wir das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko in einer Zahl ausgedrückt. Hierbei wird die jährliche Rendite um einen risikofreien Zinssatz reduziert und anschließend mit der jährlichen Volatilität dividiert. Je höher die Sharpe Ratio, desto mehr Rendite wird pro Risikoeinheit (Volatilität) erzielt. Mit der Sharp Ratio lassen sich Fonds oder Handelsstrategien miteinander vergleichen. Langfristig ist eine Sharp Ratio von mehr als 1 Prozent als positiv zu bewerten. Bei Werten unter Null lohnt sich der Vergleich nicht.

Maximum Drawdown

Hierbei handelt es sich Risikokennzahl für den maximalen Verlust. Gemessen wird der maximale Verlust, welchen ein Anleger mit einem Fonds, einer Aktie oder einer kompletten Handelsstrategie in der Vergangenheit hinnehmen musste.

Thesaurierend

Bei thesaurierenden Fonds und ETFs wird der Ertrag einbehalten und direkt reinvestiert. Die Erträge können sich aus Gewinnen sowie Zinsen bzw. Dividenden der im ETF enthaltenen Aktien zusammensetzen. Im Vergleich dazu gibt es ausschüttende Fonds/ETFs, die die Erträge dem Investor auszahlen.

Markt-Timing

Der Begriff beschreibt ein Vorgehen, bei welchem nur im Markt, beispielsweise einem Aktienmarkt investiert wird, wenn dies durch eine Strategie oder einen Indikator vorgegeben wird. Über die restliche zeit wird das Kapital in andere Anlageklassen investiert oder als Barvermögen verwaltet.

Fazit zur Strategie mit ETFs

Die Verlustphasen des S&P 500 können gewinnbringend für das eigene Trading genutzt werden. Dies funktioniert mit einem Markt-Timing ebenso wie durch Rotation. Die Strategie mit ETFs ist sehr simpel, wobei nur grobe Einstellungen erforderlich sind. Entscheidend für den Erfolg ist die Identifikation der richtigen Zeiträume. Ein positiver Trend am US-Aktienmarkt wie er die letzten Jahre herrschte, ist für diese Strategie natürlich von Vorteil. Die Historie zeigt, dass sich durch eine Strategie mit ETFs sehr gute Renditen erzielen lassen.

Die besten Anbieter für eine Strategie mit ETFs

Die Anlage in ETFs hat in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen. Entsprechend groß ist auch das Angebot der Broker. Wir stellen nachfolgend drei besonders empfehlenswerte Anbieter vor, die eine Strategie mit ETFs problemlos ermöglichen.

Lynx ist ein 2006 in den Niederlanden gegründeter Broker, welcher seit 2008 auch auf dem deutschen Markt aktiv ist. Reguliert wird der Anbieter sowohl durch die niederländische Finanzaufsicht wie auch die deutsche BaFin. Zu den Pluspunkten gehört neben den geringen Trading-Gebühren eine hochwertige Plattform. Über diese Plattform können Trader unter anderem eine breite Palette von ETFs handeln. Das Angebot umfasst Fonds in 18 Ländern, die bereits ab 5,80 Euro pro Trade angeboten werden. Wer die Strategie zunächst risikolos testen möchte, kann ein kostenloses Demokonto eröffnen. Zum weiteren Angebot gehören Einführungen, Seminare und eine Reihe weiterer Lernmaterialen.

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BANX ist ein weiterer Broker, bei dem Trader ein gutes Angebot von ETFs finden. Trader erhalten Zugang zu mehr als 100 weltweiten Börsen. Zum Handelsangebot gehören über 1,2 Millionen Finanzprodukte. ETFs können bereits zu sehr geringen Transaktionskosten gehandelt werden. Ein kostenloses Demokonto kann jederzeit über die Webseite des Brokers eröffnet werden. Für den mobilen Handel gibt es verschiedene Apps zum Download. Bei Fragen oder Problemen steht ein deutschsprachiger Kundenservice per Live Chat bereit.

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Beim Broker Degiro können mehr als 700 ETFs bereits ab 0,00 Euro gehandelt werden. Die Depotführung ist bei diesem Online Broker ebenfalls kostenlos. Das Trading mit kostenpflichtigen ETFs beginnt bereits ab 2 Euro. Darüber hinaus gehört der Broker auch bei anderen Finanzprodukten zu den günstigsten Anbietern auf dem Markt. Gehandelt wird über eine eigene Handelsplattform, die sowohl für Einsteiger wie auch Profis geeignet ist. Anfänger dürfen sich zudem freuen, dass es für die Eröffnung eines Handelskontos keine Mindesteinlage gibt. Zu den weiteren Leistungen gehören kostenlose Kurse in Echtzeit sowie eine App für Smartphone und Tablet.

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Strategie mit ETFs – Wie Sie von Rückschlägen bei US-Aktien profitieren was last modified: November 16th, 2018 by JuliusDream011