Daimler Aktie: Wie ist es um den Konzern bestellt?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 13.02.2020


Der deutsche Traditions-Automobilhersteller firmiert als Daimler AG mit Hauptbüro in Stuttgart. Der börsennotierte Konzern stellt sowohl PKW als auch Nutzfahrzeuge her, seit dem 1. November 2019 kommt der Daimler AG die Koordination der drei selbstständigen Tochterfirmen Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG und Daimler Mobility AG zu. Die Tochterunternehmen widmen sich dem operativen Geschäft. Dabei entstand die Daimler Mobility AG im Sommer 2019 durch eine Umbenennung der bestehenden Daimler Financial Services AG. Der Konzern ist durch Merger und Kooperationen auch mit anderen Marken verbunden, das bekannteste Produkt des Unternehmens sind jedoch Fahrzeuge der Marke Mercedes Benz. Die Daimler Aktie galt lange Zeit als eine verlässliche Investition. Wie sieht es angesichts der jüngsten Entwicklungen im Konzern nun damit aus?

  • Deutscher Traditions-Automobilkonzern
  • Lange Unternehmensgeschichte und Innovations-Historie
  • Herausforderungen durch Krisen und Skandale
  • Wertentwicklung der Aktie seit 2015 nicht überzeugend

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Daimler Aktie: Unternehmensgeschichte

Die Unternehmensgeschichte von Daimler lässt sich bis zur Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim zurückverfolgen, die bereits 1883 gegründet wurde und in 1926 während der Wirtschaftskrise mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft fusionierte – das Ergebnis war die Daimler-Benz AG. Bereits während des Gründungsjahres 1883 sicherte sich Gottlieb Daimler die Patentrechte für einen Gasmotor mit Glührohrzündung mit Geschwindigkeitsregulierung durch Steuerung des Auslassventils. Aus diesen Patenten wurde der weltweit erste Verbrennungsmotor entwickelt, drei Jahre später wurde durch Carl Friedrich Benz das damals noch dreirädrige erste Automobil patentiert.

Daimler-Benz im Dritten Reich

Die von Anfang an erfolgreiche deutsche Autoindustrie wurde ab 1933 in die von den Nationalsozialisten betriebene Aufrüstung der Wehrmacht eingebunden. Daimler-Benz produzierte unter anderem Fahrzeuge für das Militär, Panzer, aber auch Schiffs- und Flugzeugmotoren. Bereits kurz vor der Machtergreifung war Daimler-Benz der drittgrößte deutsche Autobauer nach der Adam Opel AG und der Auto Union. Zu dieser Zeit lag die Beschäftigtenzahl unter 10.000, bis kurz vor Kriegsende wuchs die Zahl der Mitarbeiter auf fast 75.000 Personen an, mehr als 40% davon waren jedoch Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene. Die Zahl der KZ-Häftlinge, die im Unternehmen arbeiteten, stieg von 150 Personen in 1941 auf mehr als 5.000 Häftlinge in 1944. Schon 1941 waren Aufträge der Wehrmacht für drei Viertel des Umsatzes bei Daimler-Benz verantwortlich.

Mit Kriegsende büßte das Unternehmen seine Niederlassungen in den deutschen Ostgebieten ein, darunter die Werke in Genshagen und Königsberg. Die Standorte in Westdeutschland waren aufgrund der Luftangriffe der Aliierten stark beschädigt und mussten zum größten Teil wieder aufgebaut werden. Außerdem schuf das Unternehmen schon bald neue Auslandsstandorte, kritisiert wurde vielfach, dass die Daimler-Benz AG beispielsweise in Argentinien explizit ausgewanderte Nazis beschäftigte.

Daimler Aktie

Aufschwung und Daimler-Chrysler-Fusion

In der Bundesrepublik bewies der Konzern während der fünfziger Jahre sein Potenzial für Innovationen. Entwickelt wurden 1951 die Sicherheitsfahrgastzelle, 1981 der Airbag und der Gurtstraffer. Eine steigende Nachfrage sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland sorgte für verlässliches Wachstum bis in die neunziger Jahre. Das Blatt sollte sich wenden mit ersten Gesprächen zu einer Fusion der Daimler-Benz AG mit der Chrysler Corporation ab dem Januar 1998. Wenige Monate später wurde die Fusion beider Unternehmen als gleichberechtigte Partner bekannt gegeben, mit Genehmigung sowohl der EU-Kommission als auch der Wettbewerbsaufsicht in den Vereinigten Staaten. Im September 1998 stimmten auch die Aktionäre der beiden Konzerne dem Merger zu und machten damit den Weg frei für den Aktientausch, bei dem die Inhaber von Daimler Aktien pro Unternehmensanteil nunmehr 1,005 DaimlerChrysler-Aktien erhielten, die Aktionäre von Chrysler erhielten pro Aktie 0,6235 DaimlerChrysler-Aktien. Ab November 1998 waren die neuen DaimlerChrysler Aktien an den Börsen handelbar. Rechtssitz des Unternehmens, das als AG nach deutschem Recht gegründet war, war Stuttgart, auch das Stimmverhältnis im Vorstand verlagerte sich im Laufe der Zeit zunehmend hin zu den deutschen Mitgliedern.

Trotz Kooperationen wie beispielsweise mit dem chinesischen Hersteller Chery, die den Verkauf günstiger Kleinwagen in den Vereinigten Staaten ermöglichen sollte, waren bereits 2007 Gerüchte in Umlauf, die von einem Verkauf der Chrysler Group sprachen, denn deren Wert war seit der Funktion um rund 35 Milliarden Euro zurückgegangen und hatte damit den Gesamtwert des Unternehmens drastisch reduziert. Die Anleger stellten der Geschäftsführung und dem Vorstand folgerichtig in der Hauptversammlung von 2007 ein unternehmerisches Armutszeugnis aus.

Im Mai 2007 wurde der Verkauf von Chrysler an die kanadische Cerberus Capital Management öffentlich gemacht, Daimler behielt nach dem Verkauf 19,9 % der Unternehmensanteile an Chrysler, der Rest ging an eine Tochterfirma von Cerberus über. Das Fusionsexperiment resultierte für Daimler in einem ausgeprägten Imageverlust, hauptsächlich aufgrund von Qualitätsproblemen in Folge von Kostendruck.

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Kritik und Krisen

Die Daimler Aktie musste nicht nur durch die Unternehmensstrategie Einbußen hinnehmen. Auch in anderen Bereichen geriet der Konzern unter Beschuss, so ab 2008 wegen ausgeprägten Lobbyismus sowohl in Politik als auch in der Gesetzgebung. Es stellte sich heraus, dass ein einflussreicher Mitarbeiter der DaimlerChrysler während der Ausschreibungen um das geplante Mautprojekt direkt Einfluss durch Mitarbeit im Verkehrsministerium nahm. Kritisiert wird auch die Finanzierung von Organisationen, die aktiv das Leugnen des Klimawandels unterstützen.

Den größten Schaden richtete jedoch der Umgang des Unternehmens mit der Manipulation von Abgaswerten an. So lancierte der Konzern durch seinen Rechtsvertreter zunächst eine Einschüchterungskampagne, während derer schon die Behauptung, Daimler habe die Werte manipuliert, Schadenersatzforderungen nach sich ziehen sollte. Selbst eine Veröffentlichung des entsprechenden Anschreibens wollte Daimler unterbinden, scheiterte jedoch juristisch.

Nachdem Daimler zunächst jegliche Manipulation der Abgasreinigung bestritten und später eine Reinigung innerhalb des zulässigen Rahmens angegeben hatte, wurde durch spätere Gutachten eindeutig festgestellt, dass die Manipulationen nicht mehr innerhalb des zulässigen Bereichs gelegen hatten. Dies resultiert in 2017 in einer polizeilichen Durchsuchung der Gebäude der Daimler AG wegen Betrugsverdachts. Das daraufhin verhängte Bußgeld gegen Daimler beläuft sich auf einen Betrag von 870 Millionen Euro.

Wenig überzeugende Performance der Daimler Aktien

In der Einschätzung der Fundamentalanalyse weist Daimler zur Zeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,13 auf und liegt damit im selben Bereich wie andere Unternehmen der Branche. Analysten kommen daher zu dem Schluss, dass der Konzern derzeit weder als unterbewertet noch als überbewertet gelten kann. Im Branchenvergleich schneidet der Aktienkurs der Daimler Aktie im vergangenen Jahr gut ab, das Unternehmen liegt 13,24 % höher als ähnliche Aktien aus der Automotive-Industrie, die im Durschnitt mehr als 4 % Verluste hinnehmen mussten. Während Aktionäre anhand der Fundamentaldaten zumindest ihre Daimler Aktien halten sollten und der Branchenvergleich sogar für einen Kauf spricht, steht der Konzern in der Beurteilung des RSI weniger gut da. Der Relative Strength Index betrachtet den Kursverlauf im zeitlichen Rahmen, hier gilt die Aktie Finanzexperten als „überkauft“ und erhält zu guter Letzt eine Sell-Bewertung.

Auch die Intensität der Diskussion des Wertes im Netz, die unter Auswertung der Häufigkeit bestimmter Keywords vorgenommen wird, zeigt, dass hier nur wenig Interesse und Aktivität vorliegen. Auch in diesem Bereich eher eine Sell-Empfehlung. Die Daimler Aktie hat – wenig verwunderlich – seit 2015 ihren Wert halbiert. Von mehr als 93 Euro Höchststand im Februar 2015 sank der Kurs des Wertpapiers auf nur 46,69 Euro im Januar 2020.

Daimler Aktien kaufen

Aktionärsstruktur bei Daimler

Anteil %Aktionäre
9,69Tenaclou3 Prospect Investment Limited (Eigentümer von Geely)
6,80Kuwait Investment Authority
5,13Bank of America Corporation
5,00Beijing Automotive Industry Holding
4,93Harris Associates (gehört zur französischen Groupe BPCE)
4,71BlackRock
3,10Renault-Nissan

Aktionärsstruktur am 23. Juli 2019

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Dividendenpolitik bei der Daimler-Benz AG

Bei den Dividenden gehört Daimler zu den Unternehmen, die ihren Anteilseigner stets eine überdurchschnittlich gute Dividende ausschütten. Der Konzern ist bemüht, alljährlich ca. 40 % des Konzernergebnisses an die Aktionäre weiterzugeben, für 2018 wurde sogar eine Quote von 48 % erzielt. Aufgrund dieser konstant ausgezeichneten Dividendenrendite ist die Daimler Aktie seit 2011 Bestandteil des DivDAX.

GeschäftsjahrDividende pro Aktie in EuroAusschüttungsquote %
20173,6537%
20163,2541%
20153,2540%
20142,4538%

Daimler Aktien kaufen: Bei zahlreichen Finanzdienstleistern möglich

Die Daimler Aktie erhält zwar von Finanzexperten eher eine Sell-Empfehlung, dennoch ist der Wert für Anleger möglicherweise deshalb interessant, weil die Aktie im Vergleich zu früheren Jahren zu sehr niedrigem Kurs gehandelt wird. Wer also jetzt noch einsteigen will bei Daimler, stellt rasch fest, dass die Unternehmensanteile der Daimler-Benz AG bei den meisten Banken und einigen Brokern in Deutschland handelbar sind. Um Unternehmensanteile oder andere börsennotierte Werte kaufen und verkaufe zu können, braucht es lediglich ein Wertpapierdepot. Derartige Depotkonten sind speziell zu diesem Zweck konzipiert und ersetzen die früher übliche Ausgabe von Papier-Aktien oder -Anleihen. Der Handel findet über das Online-Banking statt. Bei den meisten Anbietern kann ein Depot kostenfrei geführt werden, doch mit dem Kauf und Verkauf von Aktien sind Handelskosten verbunden. Neben den Börsengebühren gehören dazu Transaktionskosten seitens der Bank oder des Brokers, die sich fallweise unterscheiden können. Ein Anbietervergleich ist deshalb vor der Einrichtung eines Depotkontos empfehlenswert.

Neben dem Depot wird ein Verrechnungskonto benötigt. Hier steht das Kapital bereit, das für den Erwerb von Aktien benötigt wird, auch Renditen aus Verkäufen oder Dividenden werden auf dieses Konto ausgezahlt. Sofern die Konten bei einem deutschen Anbieter geführt werden, wird dieser die in Deutschland obligatorische Abgeltungssteuer auf Erlöse aus Kapitalerträgen abführen. Wer sein Depot und/oder Verrechnungskonto bei einem nicht-deutschen Finanzdienstleister führt, muss die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % im Rahmen der Einkommenssteuererklärung selbst abführen.

Aktien von Daimler kaufen

Welche Anlagestrategie mit Daimler Aktien?

Trotz der überdurchschnittlich guten Dividendenzahlungen, die die Daimler-Benz AG alljährlich vorweisen kann, erhält die Daimler Aktie seitens der Analysten eher eine Sell-Bewertung. Die langfristige Kursentwicklung scheint dem Recht zu geben, denn der Wertverlust auf die vergangenen fünf Jahre ist erheblich. Ob der Konzern zu alter Form und die Aktie zu ihrem früheren Wert zurückfindet, ist derzeit fraglich. Ebenso wie die gesamte Branche steht auch Daimler vor verschiedenen Herausforderungen. Dazu gehören der Fachkräftemangel, der Wachstums- und Innovationspotenziale in allen deutschen Industrien ausbremst, die digitale Transformation und die Umsetzung der Industrie 4.0 in der Produktion, ebenso die disruptive Herausforderung der Elektromobilität und komplett anders gedachter städtebaulicher Konzepte der Zukunft. Nicht alle deutschen Automobilhersteller werden die Trendwenden erfolgreich verkraften und sich für die Zukunft positionieren.

Aktionäre, die bereits Daimler Aktien halten, ebenso wie Anleger, die jetzt noch kaufen würden, sollten bedenken, dass sie mit dem Erwerb der Aktien Miteigentümer am Unternehmen werden und dessen Chancen, aber auch Risiken, mit tragen. Eine Vermögensbildung durch Aktien zahlt sich ohnehin nur in mittel- und langfristiger Perspektive aus. Das angelegte Kapital muss man über entsprechende Zeiträume entbehren können. Die Daimler-Benz AG und damit auch ihre Aktionäre werden in den nächsten Jahren fast mit Sicherheit eine beachtliche Durststrecke überstehen müssen, bis oder falls die Neuorientierung gelingt – und sich auszahlt.

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Aktien kaufen nur mit soliden Hintergrundinformationen

Trotz des gegenwärtig eher wenig beeindruckenden Gesamtbildes bei der Daimler Aktie ist nicht auszuschließen, dass sich die Anlage in Zukunft auszahlt. Ob eine Kaufentscheidung gefällt wird, sollte jedoch nicht vom Urteil anderer abhängen. Die Zusammenstellung des eigenen Portfolios verlangt Anlegern die Bereitschaft ab, sich zu den Hintergründen der in Frage kommenden Werte zu informieren. Die geschäftliche Situation und Strategie eines Konzerns sollte bekannt und nachvollziehbar sein, bevor man Geld in eine Aktie investiert. Darüber hinaus ist es wichtig, die Mechanismen der Börse und die Abläufe des Börsenhandels zu verstehen. Und da international agierende Großkonzerne von globalen Wechselwirkungen abhängig sind, ist es unerlässlich, dass Anleger politische, wirtschaftliche und juristische Ereignisse im Auge behalten und über das Tagesgeschehen weltweit auf dem Laufenden bleiben.

Informieren und diversifizieren: Das eigene Portfolio streuen

Wie das Beispiel der Daimler-Benz AG und die wenig erfolgreiche Fusion mit Chrysler zeigt, sind die Kurse der Aktien von Multinationals einer Fülle von Einflüssen ausgesetzt, die selbst für sehr gut informierte Anleger nicht immer vorhersehbar sind. In der Automobilindustrie haben nicht nur Ereignisse in Europa, sondern auch die Märkte in den Vereinigten Staaten und China erhebliche Auswirkungen auf den Kursverlauf.

Dies verlangt zukünftigen Aktionären einiges ab, denn der Erfolg ihrer Anlage steht und fällt damit die langfristigen Kursentwicklungen der erworbenen Werte möglichst zutreffend einschätzen zu können und sich von eher kurzfristigen Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Da der Erfolg des Aktienportfolios von der Performance der ausgewählten Unternehmen abhängt, raten Finanzexperten, die Anlage so breit wie möglich zu streuen. Deshalb sollten Unternehmensanteile von anderen Konzernen aus der Automobilindustrie ebenfalls hinein, außerdem Aktien von Vertretern völlig anderer Branchen, möglicherweise nicht einmal aus Europa oder Nordamerika, sondern auch aus Schwellenländern mit Potenzial. Ist das Portfolio möglichst breit aufgestellt, mit gelegentlichen Anpassungen und Umschichtungen, wenn dies erforderlich scheint, ist das angelegte Kapital deutlich sicherer als bei der Konzentration auf nur einen Schwerpunkt.

Daimler Aktie Kurs

Kennzahlen nutzen für die Aktienbewertung

Nicht jeder Aktionär hat Betriebswirtschaft studiert, doch die Bewertung von potenziell interessanten Aktien oder anderen Werten lässt sich erlernen. Auch Finanzexperten nutzen hierzu Kennzahlen, die eigens dazu geschaffen wurden, die Leistung von Unternehmen so objektiv wie möglich bewerten zu können. Nicht alle Kennzahlen weisen denselben Grad an Objektivität auf, doch insgesamt sind sie ein äußerst hilfreiches Werkzeug, um realistische Einschätzungen einer Aktie vorzunehmen. Zu den besonders verlässlichen Kennzahlen gehört das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Aktien, denn es erleichtert die Auswahl von Werten, die als (noch) unterbewertet gelten können und damit für Anleger besonders lohnend sind. Für den KBV wird der Aktienkurs durch den Buchwert dividiert. Bei Resultaten, die kleiner als 1 ausfallen, liegt eine Unterbewertung vor.

Ebenso nützlich ist die Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. In diesem Fall wird der Kurs der Aktie durch den voraussichtlichen Gewinn des laufenden Geschäftsjahres geteilt. Dies ist zwar ein spekulativer Wert, man kann hier allerdings vorsichtig herunter korrigieren. Auch das Hinzuziehen der KGVs aus der jüngsten Vergangenheit trägt zu einem realistischen Resultat bei.

Ein weiteres Element, das bei der Einordnung des Potenzials von Aktien gern herangezogen wird, ist die Ausschüttung von Dividenden und deren Höhe. Hier kann die Daimler Aktie eindeutig überzeugen – denn der Konzern schüttet seinen Aktionären nicht nur regelmäßige, sondern auch ausgesprochen gute Dividenden aus, die Aktie ist daher schon seit 2011 Bestandteil des DivDAX, des Index für die „Dividendenperlen“ unter den DAX-Konzernen.

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Daimler Aktie Kurs – halten oder verkaufen?

Egal wie Anleger die Daimler Aktie einschätzen – für Aktien gilt prinzipiell, dass Anleger mit der Entscheidung für Unternehmensanteile immer auch das Geschäftsrisiko des Konzerns mit tragen. Ihr Gewinn hängt davon ab, wie erfolgreich die Strategien der Geschäftsführung umgesetzt werden. Und auch Misserfolge wie die „Hochzeit im Himmel“ mit Chrysler gehen zu Lasten der Aktionäre. Schlimmstenfalls, nämlich bei einer Insolvenz, kann das gesamte angelegte Kapital verloren gehen. Denn anders als bei einem Sparkonto oder Bausparvertrag gibt es keinen Anlegerschutz, wie ihn Banken in Deutschland vorweisen müssen. Deshalb ist die eingehende Beschäftigung mit den Unternehmenshintergründen etwas, was dem Aktionär niemand abnehmen kann.

Auch die Streuung des Portfolios trägt zu einer Absicherung des eigenen Vermögens wesentlich bei. Private Anleger, die angesichts der Herausforderungen an Aktionäre ihr Kapital nicht langfristig in dieser Form binden möchten, finden glücklicherweise Alternativen, bei denen auch kurzfristig und mit deutlich weniger verfügbarem Kapital Renditen erzielt werden können. Möglich machen es sogenannte Derivate, abgeleitete Finanzprodukte. Derivate bilden die Kursentwicklung eines Basiswertes, also von Aktien, Anleihen und anderen Anlageklassen ab. Wer ein Derivat auf eine Aktie erwirbt, kauft damit nicht die Aktie selbst, sondern hat an deren Kursverlauf teil. Dabei können unter Umständen gute Renditen mitgenommen werden. Der Handel findet außerbörslich statt, über eine Bank oder einen Broker. Anders als bei der Anlage in Aktien wird kein Depot benötigt, sondern ein Handelskonto.

CFDs auf Daimler Aktien traden

Zu den beliebtesten Finanzprodukten unter den Derivaten gehören sogenannte CFDs oder Differenzkontrakte. Entwickelt wurden sie ursprünglich in Großbritannien, um die dortige Stempelsteuer auf Aktientransaktionen zu vermeiden. Inzwischen gibt es contracts for difference nicht nur auf Aktien, sondern auf tausende von Underlyings aus allen Assetklassen. Beim Handel mit Aktien-CFDs werden nicht die zugrunde liegenden Aktien gekauft und verkauft, sondern der Trader folgt mit dem CFD dem Kursverlauf des Basiswertes – ohne diesen zu besitzen. Ein Gewinn wird aus der Differenz zwischen dem Einstiegs- und Ausstiegswert erzielt. CFDs haben dabei den Vorteil, dass man mit ihnen nicht nur auf steigende Kurse spekulieren kann. Auch „short“ gehen, also auf fallende Kurse spekulieren ist durchaus möglich. Anders als bei tatsächlichen Aktien werden Differenzkontrakte kurzfristig und dynamisch im Rahmen des sogenannten Daytrading gehandelt. Dabei kommt der sogenannte Hebel zum Einsatz: der Trader zahlt dem Broker lediglich eine Sicherheitsleistung, die Margin. Umgesetzt wird wesentlich mehr Kapital entsprechend dem Hebelfaktor, der bei Aktien-CFDs für private Anleger 1:5 beträgt. Den Restbetrag leiht der CFD-Broker. So können mit einem hinterlegten Betrag von 100 Euro auf Aktien-CFDs 500 Euro bewegt werden, entsprechend vervielfacht sich auch die Rendite im Erfolgsfall.

Daimler Aktie als CFD handeln

Daimler Aktie hedgen mit CFDs

Da man CFDs auch für die Spekulation auf fallende Aktienkurse einsetzen kann, eignen sie sich ausgezeichnet für Hedging-Strategien, die das eigene Portfolio zusätzlich absichern. Wer mit Short-CFDs auf die Daimler Aktie spekuliert, schafft sich auf diese Weise einen Sicherheitsmechanismus. Verläuft der Kurs der Aktie negativ, macht das CFD genau deshalb Gewinne, die dazu beitragen, die Verluste bei der Aktie auszugleichen, zumindest zu einem Teil. Erfahrene Anleger nutzen daher Differenzkontrakte gern für die Absicherung ihrer Anlage.

Allerdings sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass Differenzkontrakte dank des Hebels zu den Risikoprodukten gehören, der Hebel vervielfacht nämlich auch Verluste. Deshalb weisen die meisten Finanzdienstleister nicht nur auf die Risiken des CFD-Handels hin. Viele Broker bieten ihren Kunden obendrein Möglichkeiten, sich die Grundkenntnisse des Handels anzueignen, bevor überhaupt mit eigenem Kapital gehandelt wird. Dazu gehören neben umfassenden Schulungsmaterialien auch Demokonten.

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Der richtige Broker für den Einstieg ins Trading

Wie gut der Einstieg in den CFD-Handel gelingt, hängt wesentlich davon ab, wie viel Unterstützung Trader beim CFD-Broker ihrer Wahl erfahren. Ein Brokervergleich ist deshalb keine schlechte Idee – hier werden die Anbieter entsprechend bestimmter Qualitätskriterien eingestuft, die im Wesentlichen überall die gleichen sind. Dazu gehören transparente und günstige Handelskosten und -konditionen, die auf der Website des Brokers leicht auffindbar sind. Auch ein breit aufgestelltes Handelsangebot ist ein Vorteil, wenn man später nicht nur Aktien, sondern auch andere Basiswerte handeln möchte.

Für die Seriosität eines Brokers steht die Regulierung und die damit verbundene Einlagensicherung. Anbieter, die durch eine vertrauenswürdige europäische Behörde wie die BaFin, die britische FCA oder die zypriotische CySEC kontrolliert werden, müssen Sorge tragen, dass die Einlagen der Kunden in segregierten Konten bei renommierten Banken verwaltet werden.

Auch die Software für den Handel trägt zum Erfolg der Trader bei und wird bewertet, ebenso wie bereitgestellte Bildungsressourcen, Demokonten und nicht zuletzt ein gut erreichbarer, kompetenter Kundensupport, der im Bedarfsfall Lösungen für die Probleme der Nutzer findet.

CFD-Trading üben mit dem Demokonto

Egal um welche Aktien oder andere Basiswerte es geht, der Handel mit Differenzkontrakten ist spekulativ und geht daher mit Risiken einher. Es gibt zwar einen Einlagenschutz der Broker, doch das Risiko von Fehlentscheidungen beim Trading trägt der Anleger. Deshalb ist es umso wichtiger, sich vor dem Einstieg in den Handel mit Echtgeld entsprechende Grundlagen anzueignen, sei es bei Aktienhandel oder beim CFD-Trading. Dieser Meinung sind auch zahlreich Broker. Deshalb bieten sie ihren Kunden immer häufiger an, den Handel mit CFDs zu üben. Dazu stehen mitunter regelrechte Trading-Akademien mit hochwertigen Inhalten bereit. Nutzer können nicht nur Texte in Blogs und E-Books, Marktnachrichten und Analysen studieren, sondern auch Schulungsvideos zur Handhabung der Handelssoftware anschauen, an Online-Kursen entsprechend ihrem Kenntnisstand teilnehmen oder sogar von Live-Webinaren profitieren – hier kann man dem Vortragenden im Rahmen der Veranstaltung auch eigene Fragen unterbreiten.

Praktisch vertiefen lässt sich das Gelernte dann mit einem Demokonto. Diese kostenlosen Demos sind oft auch zeitlich nicht limitiert. Sie bieten echte Handelsbedingungen, sind aber mit virtuellem Kapital ausgestattet. So können Einsteiger sich graduell an die Handelsplattform, die Abläufe beim Trading und auch an die Auswirkungen der eigenen Risikoneigung herantasten – ohne Risiken für den eigenen Geldbeutel. Das Demokonto vor der Einrichtung eines Live-Kontos zu nutzen, wird von Brokern und Experten deshalb gleichermaßen empfohlen.

Daimler Aktie mit Demokonto handeln

Fazit: Daimler Aktie oder Aktien-CFDs handeln

Der deutsche Marktführer Daimler-Benz hat während der Jahrzehnte seines Bestehens zwar eine beispiellose Erfolgsgeschichte vorzuweisen, dennoch hat sich die Geschäftsleitung seit den neunziger Jahren wiederholt verkalkuliert. Die Performance der Aktie hat unter der wenig überzeugenden Fusion mit Chrysler ebenso gelitten wie unter dem Imageschaden aufgrund der Abgasaffäre. Ob sich die Daimler Aktie als langfristige Anlage überhaupt lohnt, muss sich erst noch herausstellen. Künftige Herausforderungen treffen nicht nur die Daimler-Benz AG, sondern so gut wie alle Unternehmen aus dem Bereich der Automobilindustrie und erfordern eine Neuausrichtung an veränderte Mobilitätsansprüche, digitale Transformation, Klimawandel und Fachkräftemangel.

Wie weit Daimler-Benz eine Strategiewende gelingt, bleibt abzuwarten. Die Daimler Aktie hat in den vergangenen fünf Jahren rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt, obwohl der Konzern nach wie vor hohe Dividenden ausschüttet und seine Positionierung im DivDAX halten konnte. Angesichts der Unternehmenskennzahlen kommen Analysten insgesamt eher zu einer Sell- als zu eine Hold- oder Buy-Empfehlung. Es ist also für potenzielle Aktionäre zur Zeit Abwarten angesagt bei der Daimler Aktie.

Alternativ besteht immerhin die Möglichkeit, mit Differenzkontrakten von der Kursentwicklung der Daimler Aktie zu profitieren, ideal für alle, die sich nicht über längere Zeiträume auf eine derzeit volatile Branche festlegen möchten. Mit CFDs können Trader auf die Entwicklung steigender ebenso wie fallender Kurse spekulieren, indem sie am Kursverlauf partizipieren, ohne den entsprechenden Basiswert zu kaufen. Bei Aktien-CFDs etwa auf die Daimler Aktie kann das eingesetzte Kapital um den Hebelfaktor 1:5 vervielfacht werden, gehandelt wird kurzfristig und meist innerhalb eines Börsentages. Hebelprodukte gelten zwar insgesamt als nicht ohne Risiken, doch bei vielen CFD-Brokern haben Neukunden die Möglichkeit, durch Informations- und Schulungsangebote und die praktische Übung im Demokonto die Grundlagen des Handels zu erlernen, bevor ein Echtgeld-Konto eingerichtet wird.

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