Einfache Forex Strategie – Auf Widerstände und Unterstützungen achten

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 12.11.2018

Politisch motivierte Börsen sind von hoher Volatilität und Unsicherheit geprägt. So sorgte beispielsweise der Rettungsplan der EZB vor einiger Zeit zu einem Kurssprung von fast 800 Pips des Euro im Vergleich zum Dollar. Die Schuldenproblematik der USA sorgt ebenfalls regelmäßig für heftige Kursbewegungen. Für Trader, die in diesem Umfeld handeln sind Widerstände und Unterstützungen von besonderer Bedeutung. Nachfolgend beschreiben wir eine einfache Handelsstrategie, welche auf dieser Basis funktioniert.

Unterstützungen und Widerstände - Header

Rainer Sturm  / pixelio.de

Kurzfristig weniger problematisch

Beschäftigt man sich mit Strategien im Devisenbereich, ist der Komplexitätsgrad im kurzfristigen Zeitfenster deutlich geringer als im übergeordneten, längerfristigen Bereich. Im Intraday-Bereich kann man auf aktuelle Widerstände und Unterstützungen zurückgreifen, die gepaart mit weiteren Techniken immer wieder gute Einstiege vermitteln. Die Stopps bei den Intraday Trades sind alle vergleichsweise eng gehalten, so dass es durchaus möglich ist, bei plötzlichen Bewegungen ausgestoppt zu werden. Bei längerfristigen, strategischen Trades wäre dies nicht der Fall.

Es besteht hier jedoch immer wieder die Möglichkeit, neue Positionen aufzunehmen, wenn diese mit dem persönlichen Setup korrespondieren. Das Setup auf Intraday-Basis wird täglich überarbeitet und an die Marktsituation angepasst. Folglich ist dieses auch flexibler zu gestalten, was die Ausrichtung und das konkrete Eingehen von Trades angeht. Auf der anderen Seite zielen die Trades im Intraday-Bereich häufig auf kürzere Strecken ab. „Elefanten-Trades“ – also besonders große Gewinne, die man sich wünscht – lassen sich hier kaum realisieren.

Langfristige Strategien sind nicht risikoarm

Geht es um die längerfristige Ausrichtung einer Devisenstrategie, so spielen die aktuellen Unsicherheiten an den Märkten eine größere Rolle. Ende Juli 2012 haben drei Sätze des EZB-Präsidenten dem Euro einen Schub von 800 Pips gegeben. Seinerzeit befand sich das Währungspaar EUR/USD in einer kritischen Chartsituation, die sich einige Wochen später völlig anders darstellte. In der Konsequenz verlangen strategische, langfristige Trades einen viel größeren Stopp. Wird eine Position ausgestoppt, ist der Verlust deutlich höher als im Intraday-Bereich.

Deshalb ist es wichtig, dass Stopps vergleichsweise rasch nachgezogen werden, wenn sich Positionen in die gewünschte Richtung bewegen. Je volatiler Märkte sind, desto sinnvoller ist dieses Vorgehen. Damit kann auch sichergestellt werden, dass es Möglichkeiten für den Fall des Ausstoppens gibt, diese Positionen auf einem besseren Niveau erneut aufzubauen.

Widerstände und Unterstützungen bei EUR/USD

iderstände und Unterstützungen - Bild 1

Quelle: Admiral Markets

Vorgehensweise bei der Strategie für Widerstände und Unterstützungen

Im Folgenden beschreiben wir unsere Vorgehensweise bei der Analyse im Vorfeld kurzfristiger Trades am Beispiel des EUR/USD. Zunächst analysieren wir die jeweils aktuellen Widerstände und Unterstützungen.

Widerstände: 1,2812; 1,2836; 1,2866; 1,2932; 1,2952

Unterstützungen: 1,2749; 1,2612; 1,2577; 1,2546; 1,2512; 1,2477; 1,2406; 1,2316; 1,2287

Auf Basis dieser Levels leiten wir in Kombination mit dem Chart (siehe oberes Bild) unsere Einschätzung für Widerstände und Unterstützungen ab. Der Euro hat sich über 1,2675 in Richtung 1,2866 bewegt und könnte darüber hinaus die 1,2952 erreichen. Bei 1,2675 hätte sich ein Doppelboden bilden können, was sich aber nicht realisiert hat. Über dieser Marke hat der Euro das Potenzial, die 1,2866 anzulaufen, solange er sich über 1,2749 aufhält. Deshalb sollte diese Marke beachtet werden.

Vorstellbar ist, dass sich jetzt ein Top formiert, das Rückläufe bis 1,2577 oder sogar bis 1,2546 zulassen könnte. Sollten diese Marken angelaufen werden, könnte es im Nachgang dessen noch einmal zu einem Anlaufen der 1,2749 kommen; allerdings kann es auch sein, dass es ohne den Rücklauf zu einem Anlaufen der 1,20/1,19 kommt. Das Ergebnis wäre dann eine mögliche Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die dann erneut eine größere Korrektur einläuten könnte, deren Ziel im Bereich der 1,19 liegen könnte.

Auf der Unterseite fehlt nach unserer Zählung noch ein weiteres Tief, um das Korrekturmuster abzuschließen. Realisiert sich diese Erwartung, ist danach wieder mit einem relativ raschen und dynamischen Anstieg in Richtung der 1,30 zu rechnen. Sollte der Euro über die 1,2866 laufen, hätte er das theoretische Potenzial, die 1,2953 zu erreichen. Soweit unsere Analyse.

Umsetzung in einem Trade

Aber wie lässt sich das Ganze nun in einem Trade umsetzen? Für Trader ist folgende Strategie ableitbar: Grundsätzlich ist alles unter 1,30 noch short. Das bedeutet, dass ein Trader sich überlegen könnte, auf dem Niveau von 1,28 eine Short-Position zu eröffnen mit dem Kursziel von 1,20. Der Stopp würde 200 Pips betragen, was ein vertretbares Chance/Risiko-Verhältnis (CRV) von 4:1 ergibt. Alternativ könnte sich der Stopp auch auf nur 75 Pips belaufen. Sollte der Euro noch einmal hochlaufen, würde die Position zunächst ausgestoppt.

Es besteht aber im Zweifel die Möglichkeit, diese Position noch einmal neu aufzunehmen und sie dann mit einem geringeren Stopp und einem besseren CRV laufen zu lassen. Der Stopp könnte schon bei 1,2570 nachgezogen werden, um die Position abzusichern.

Nähere Informationen zum Kursziel

Das Pendant zum Stopp-Loss ist der Take Profit (das Kursziel). Darunter versteht man die Gewinnsicherung im Erfolgsfall. Warum sollte man seine Gewinne begrenzen? Wenn der Devisenkurs in die richtige Richtung geht und steigt, bedeutet das noch lange nicht, dass der Kurs endlos diese Richtung beibehält. Der Markt kann jederzeit, auch überraschend, drehen. Zögern Sie zu lange, verpassen Sie den Gewinn und geraten vielleicht sogar wieder in die Verlustzone. Daher ist es wichtig, sich einen geeigneten Punkt zu suchen, bei dem man wieder aussteigt und Gewinne sichert. Die Gewinnziele orientieren sich häufig an bestimmten Widerständen, an denen zum Beispiel ein Pullback zu erwarten ist.

Was ist das  CRV?

Das Chance/Risiko-Verhältnis (CRV) ist der Dreh- und Angelpunkt jedes erfolgreichen Traders und eines strukturierten Risiko-Managements. Das CRV beschreibt das Verhältnis der Gewinnchancen gegenüber den Verlustrisiken eines Trades. Es berechnet sich über das Verhältnis unseres eingegangenen Risikos mit unserer potenziellen Gewinnchance. Das bedeutet, wenn wir zum Beispiel eine Chance von 90 Punkten errechnen und ein Risiko von 30 Punkten haben, dann beträgt unser CRV 90:30 oder 3:1. Besteht beispielsweise ein CRV von 1:1, bedeutet dies, dass die Chancen und Risiken des Trades ausgewogen sind. Ein CRV von 3:1 bedeutet, dass der potenzielle Gewinn (Chance) dreimal höher liegt als die Höhe eines anfänglichen Verlustes (Risiko).

Der potenzielle Gewinn (Chance) errechnet sich aus der Differenz Ihres Zielkurses zum Einstandspreis. Ihr anfängliches Risiko wiederum ergibt sich aus der Differenz des Einstandspreises zum anfänglichen Stopp-Loss. Anhand des CRV können Sie sehen, was Sie für einen Euro, den Sie riskieren, an Gewinn zu erwarten haben+, sofern Ihr Ziel erreicht wird. Für Ihren langfristigen Erfolg ist das CRV eine wichtige Aussage, denn mit zunehmendem CRV steigen auch Ihre Chancen, langfristig zu gewinnen. Der Gedanke dahinter ist recht einfach: Je größer Ihr CRV ist, desto öfter können Sie sich einen Verlierer leisten.

Oft wird von Tradern in der CRV-Quote nicht der geplante Anlagehorizont berücksichtigt. Zwischen Daytrading und mittel- bis langfristigen Trades bestehen Unterschiede: Welches CRV notwendig ist, hängt vom Anlagehorizont und der damit verbundenen Trade-Frequenz ab. Ein kurzfristiger Trader kann mit wesentlich kleineren CRVs langfristig am Markt erfolgreich sein. Beim Daytrading reicht ein CRV von 1,5 oder zwei, wobei der längerfristig orientierte Anleger eher ein CRV von über drei anstreben sollte.

Infos zur SKS

Die Schulter-Kopf-Schulter (SKS)-Formation ist eine der bekanntesten charttechnischen Umkehrfunktionen, wobei das Problem besteht, dass die meisten SKS-Formationen nicht idealtypisch verlaufen. Eine SKS besteht, wie der Name schon sagt, aus einem Kopf und zwei Schultern. Sie tritt in der Regel in Topformationen auf und ist auf allen Zeitebenen zu finden. Der Kopf trifft dabei in der Regel auf einen Widerstand, die Schenkel formieren sich bei der letzten Aufwärtsbewegung. Auf Höhe der Tiefs der beiden Schultern lässt sich die Nackenlinie ziehen. Über den Abstand zwischen Kopf und Nackenlinie lässt sich dann die zu erwartende Kursbewegung berechnen.

Widerstände und Unterstützungen - Bild 3

Quelle: www.tradesignalonline.com

Trading Beispiel für Widerstände und Unterstützungen

Im Anschluss an die Beschreibung der Vorgehensweise zeigen wir einen konkreten Beispiel-Trade. Wir betrachten den EUR/USD am 18. September 2012 (siehe Bild oben). In der Ausgangssituation konsolidierte der Euro seit dem September-Hoch bei 1,3172. Wir spekulierten, dass es nach der Ausbildung einer SKS bei der Unterstützung 1,3030/10 zu einer Stabilisierung kommen und der Euro von dort wieder zurücklaufen könnte. Anlaufziel wäre die 1,3085 gewesen.

Wir eröffneten den Trade, der über Nacht stattfand, bei 1,3030 mit einem Stopp-Loss von 15 Pips. Die von uns definierten Kursziele befanden sich bei 1,3052/1,3066/1,3080. Wir realisierten den Trade ohne Trailing-Stopp. Den Stopp zogen wir bei Erreichen des ersten Kursziels auf Einstand nach. Der Trade wurde nach Erreichen des dritten Kursziels geschlossen. Die Positionsgröße lag bei 0,3 Prozent des Handelskontos und das erzielte CRV bei 3,3.

Vorsicht Hebelwirkung: Hoher Hebel = hoher Gewinn?

Der Hebel im Forex-Handel ist je nach Broker bis zu 1:500 wählbar. Der Name sagt es schon: Ein Hebel hebelt beziehungsweise multipliziert Ihre Gewinne. Anstatt ein oder zwei Prozent Gewinn pro Tag, was im Aktienhandel üblich wäre, sind multipliziert (beim 500er Hebel) 500 oder sogar 1000 Prozent möglich. Doch wird gerade von Einsteigern oft nicht gebührend berücksichtigt, wie schnell das gesamte Kapital durch den Hebeleffekt aufgebraucht werden kann. Die simple Wahrheit: Anstatt ein Prozent minus machen Sie bei nur einem Verlust-Trade zum Beispiel 500 Prozent minus. Gerade das Hebel-Trading, wie es bei Forex immer der Fall ist, verlangt, einen strikten Stopp zu setzen!

Unsere Broker Empfehlung FxPro

Bei FxPro handelt es sich um einen Forex Broker, welcher zudem auch CFDs auf Rohstoffe wie Silber, Gold oder Rohöl anbietet. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern aktiv und bietet einen ECN-Handel zu engen Spreads ab 0,0 Pips. Ein deutschsprachiger Kundenservice ist ebenso vorhanden wie ein kostenloses und zeitlich unbegrenztes Demokonto. Für den Handel steht neben dem bekannten MetaTrader 4 mit FxPro cTrader noch eine weitere leistungsstarke Handelsplattform zur Verfügung. Widerstände und Unterstützungen lassen sich damit problemlos nutzen. Sämtliche Handelsplattformen werden auch in einer mobilen Variante angeboten. Die Nachschusspflicht wird von FxPro ebenfalls ausgeschlossen.

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Einfache Forex Strategie – Auf Widerstände und Unterstützungen achten was last modified: November 15th, 2018 by JuliusDream011