Traumjob Aktienhändler – Die Börse zum Beruf machen

Die Börse übt auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Dies liegt unter anderem auch an Börsenfilmen wie The Wolf of Wall Street mit Leonardo DiCaprio. So wundert es nicht, dass Jobs an der Börse heiß begehrt sind. Wer träumt nicht davon, als Aktienhändler innerhalb von kurzer Zeit das große Geld zu machen. Doch wie gelingt der Weg zum Traumberuf und wie sehen die Jobaussichten an der Börse aus?

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Der beste Weg zur Börse – Ausbildung oder Studium?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nachdem welcher Beruf genau angestrebt wird, kann eine Ausbildung oder ein Studium die bessere Wahl sein. Im Lebenslauf vieler Aktienhändler ist sogar beides zu finden. Zu den Klassikern gehört beispielsweise eine Ausbildung zum Bankkaufmann und ein anschließendes Studium der Wirtschaftswissenschaften. Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit ist in einigen Fällen auch ein Quereinstieg möglich.

Ein BWL Studium alleine ist heutzutage keine Garantie für einen Job als Aktienhändler mehr. Dies liegt unter anderem am Stellenabbau der letzten Jahre. Zum einen sorgt die technische Weiterentwicklung dazu, dass immer weniger Mitarbeiter an der Börse benötigt werden. Zudem verlagern viele Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit ins Internet und bieten alle Leistungen online an. In Kombination mit der großen Konkurrenz ist es deshalb gar nicht so einfach, einen Job an der Börse zu erhalten.

Im Vergleich mit erfahrenen Fachkräften und Absolventen eines dualen Studiums haben BWL Studenten oftmals die schlechteren Aussichten. Studenten mit einem spezialisierten Abschluss beispielsweise als Wirtschaftsinformatiker, Wirtschaftsmathematiker oder Wirtschaftsingenieure haben bei vielen Arbeitgebern ebenfalls die besseren Karten. Immer wichtiger wird zudem eine ausreichende Berufserfahrung in Form von Praktika.

Die Chancen auf einen Job an der Börse hängen besonders von den folgenden Faktoren ab:

  • Studienschwerpunkt
  • Praxiserfahrung
  • Renommee der Universität
  • Note
  • Internationale Erfahrungen

Wer ausschließlich als Aktienhändler arbeiten möchte, kann es unter Umständen auch ohne Ausbildung schaffen. Der Börsenhandel wird in wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern oder kaufmännischen Ausbildungen kaum berücksichtigt.

Wer ein solches Studium erfolgreich abgeschlossen hat, tut sich mit dem Lesen und Verstehen von Finanznachrichten und Unternehmensabschlüssen um einiges leichter. Mit der richtigen Motivation können sich jedoch auch Quereinsteiger das benötigte Wissen aneignen. Ein erster Schritt ist das Üben mit einem Demokonto. Um eine umfangreiche Vorbereitung mit Fachliteratur kommt allerdings kein angehender Broker herum.

Eine Ausbildung bietet den Vorteil, dass man schneller Fuß fassen und erste Berufserfahrungen gesammelt werden können. Das vorhandene Wissen kann später noch durch Kurse und Zusatzqualifikationen erweitert werden.

Welche Jobs gibt es an der Börse?

Aktienhändler

Der Aktienhändler bzw. Broker ist wohl der Klassiker unter den Börsenjobs. Die Möglichkeiten für Interessenten sind dabei besonders vielfältig. Denkbar wäre eine Ausbildung zum Bankkaufmann wie auch ein Studium. Um den Titel Börsen- oder Wertpapierhändler führen zu dürfen muss die Händlerprüfung bei der Deutschen Börse AG bestanden werden. Mit der Prüfung erhält der Broker die Zulassung zur Börse. Für die Zulassung zur Prüfung muss eine gewisse Berufserfahrung oder eine theoretische Ausbildung nachgewiesen werden.

Bei der Prüfung werden die folgenden Kenntnisse abgefragt:

  • Börsenrecht
  • Preisbildung und Abwicklung
  • Börsensegmente
  • Xetra-Marktmodell
  • Grundlage von Terminmarktprodukte

Die Kosten der Händlerprüfung belaufen sich auf etwa 200 Euro.

Wer von einem Job an der Börse träumt, sollte seine Ausbildung bei einem seriösen und zuverlässigen Partner machen. Vielfach wird im Internet mit Lehrgängen zum Aktienhändler geworben, die jedoch völlig überteuert sind. Dazu wird oftmals auch nur ein unzureichendes Wissen vermittelt. Am Ende erhalten Teilnehmer lediglich eine Bestätigung, die an der Börse jedoch nicht anerkannt wird. Um den Beruf des Aktienhändlers richtig zu erlernen sollten mehrere Jahre eingeplant werden. Für einen selbstständigen Aktienhändler ist oftmals die Aufbringung des benötigten Kapitals das größte Problem.

Fondsmanager

Ein Fondsmanager legt das Geld der Kunden an der Börse oder auf dem Rentenmarkt an. Ziel ist es natürlich eine hohe Rendite bei möglichst großer Sicherheit zu erzielen. Hierzu müssen die aktuellen und geplanten Investments permanent analysiert werden. Um die Rendite zu optimieren wird die Anlage bei Bedarf umgeschichtet.

Je nach Unternehmen können Fondsmanager sowohl alleine wie auch im Team arbeiten. Der Erfolg wird dabei an der Performance gemessen. Unter den Fondsmanagern herrscht eine große Konkurrenz. Wer es schafft, über einen längeren Zeitraum mit Top-Renditen zu glänzen kann ohne Weiteres zum Star an der Börse aufsteigen.

Der Weg zum Fondsmanager ist recht steinig und beginnt zumeist mit einem Assessment-Center bei einer der großen Banken. Voraussetzung ist in der Regel ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium. Bei entsprechender Berufserfahrung können auch Quereinsteiger eingeladen werden.

Das Gehalt setzt sich bei den meisten Arbeitgebern aus einem fixen Anteil und einer Provision zusammen. Fondsmanager mit mehrjähriger Berufserfahrung können mit einem Durchschnittsgehalt von 112.000 Euro rechnen. Dazu kommen erfolgsabhängige Prämien von bis zu 60.000 Euro. Die Stars der Branche managen Fonds mit einem Milliardenvolumen und verdienen dabei noch um einiges mehr.

Investmentbanker

Das Tätigkeitsfeld eines Investmentbankers ist äußerst abwechslungsreich. Wer einen solchen Job anstrebt, wird sich vermutlich insbesondere für Sales & Trading und Asset Management interessieren. Zur Aufgabe eines Asset Mangers gehört die Verwaltung von Anlage-Portfolios von Versicherungen, Unternehmen oder Investmentfonds. Im Bereich Sales & Trading geht es dagegen um den Handel mit Wertpapieren und anderen Finanzprodukten. Ziel ist es auch hier, das Geld der Auftragegeber so gewinnbringend wie möglich anzulegen.

Der Weg zum Investmentbanker für nur über ein Hochschulstudium mit sehr gutem Abschluss. Ein wirtschaftswissenschaftlicher Hintergrund ist von Vorteil jedoch keine Bedingung. Die großen Banken laden oftmals auch Absolventen von anderen Studienfächern zum Assessment-Center ein.

Das Einstiegsgehalt für einen Investmentbanker ist nicht mit einem Aktienhändler zu vergleichen. Berufseinsteiger können mit etwa 70.000 Euro rechnen. Mit steigender Berufserfahrung nimmt auch das Gehalt zu. Oftmals hat sich dies nach fünf Jahren bereits verdoppelt. Für Inhaber von Senior-Positionen liegt das Einkommen bei etwa 360.000 Euro jährlich. Die Top-Verdiener der Branche können durchaus einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr nach Hause bringen. Mit einem solchen Gehalt ist jedoch ein entsprechender Einsatz verbunden. Zwischen 60 und 80 Arbeitsstunden pro Woche sind hier keine Seltenheit.

Finanzberater, Anlagenberater oder Vermögensberater

Bei Finanzberatern, Anlageberatern oder Vermögensberatern handelt es sich um keine geschützten Berufsbezeichnungen. Die Tätigkeit ist dabei immer ähnlich. Kunden werden zu Geldanlagen, Investitionen oder Krediten beraten. Hierfür wird zunächst eine Analyse der aktuellen Situation des Kunden durchgeführt. Stehen Risikobereitschaft und Ziel der Anlage fest kann dieser zu den verschiedenen Anlageformen beraten werden.

Die Vergütung von Finanzberatern erfolgt auf unterschiedliche Weise:

  • Auf Provisionsbasis: Der Berater vermittelt Produkte und erhält hierfür vom jeweiligen Anbieter eine Provision. Es gibt Anbieter, die einzig die Produkte eines Unternehmens vermitteln, andere bieten eine ganze Palette von Finanzprodukten an.
  • Fixes Gehalt: Angestellte von Banken und Versicherungen erhalten in der Regel ein festes Gehalt.
  • Honorarleistung: Unabhängige Finanzberater erhalten von ihren Kunden ein Honorar.
  • Maklervereinbarungen: Hierbei ist der Finanzberater verpflichtet, die Interessen des Kunden zu vertreten. Darüber hinaus bestehen mit den Produktanbietern Vereinbarungen zur Vergütung, falls eine Vermittlung stattfindet.

Dementsprechend groß sind auch die Unterschiede beim möglichen Einkommen. Das Einstiegsgehalt für einen fest angestellten Finanzberater beträgt im Schnitt zwischen 35.000 und 40.000 Euro. Bei entsprechender Berufserfahrung kann das Gehalt auf über 60.000 Euro steigen.

Wie bereits erwähnt ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt. Insofern kann sich jeder als Finanzberater, Anlagenberater oder Vermögensberater bezeichnen. Für eine Festanstellung ist in der Regel eine Ausbildung zum Bank- oder Versicherungskaufmann erforderlich. Quereinsteiger können sich mit einer Weiterbildung zum Vermögensberater für den Job qualifizieren.

Finanzanalysten

Bein den Finanzanalysten fand in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Stellenabbau statt. Von rund 2.000 im Jahr 2007 waren 2015 nur noch etwa 200 am Markt. Zu den Aufgaben gehört die Beratung von Anlegern, in welche Unternehmen sie investieren sollten. Durch die fortgeschrittene Technik im Bereich der Analyse kann immer öfter auf einen menschlichen Analysten verzichtet werden.

Die Berufsbezeichnung ist nicht besonders geschützt. Als Voraussetzung gilt in der Regel eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Hilfreich ist zudem ein Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Finanzen. Ein Trainee-Programm bei einer großen Bank kann ebenfalls als Karrieresprungbrett dienen. Das Einstiegsgehalt von Finanzanalysten liegt bei rund 75.000 Euro.

Fazit zu Jobs an der Börse

Ein Beruf an der Börse wird zumeist mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt entlohnt. Arbeitszeit und Einsatz sind jedoch ebenfall sehr hoch. Welche Vorbereitung sich besonders anbietet, hängt immer vom angestrebten Job an. Möglich ist eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium. Je nacht Tätigkeit haben jedoch auch Quereinsteiger gute Chancen.

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Traumjob Aktienhändler – Die Börse zum Beruf machen was last modified: August 2nd, 2016 by Hanspeter Volk