Was ist ein Robo-Advisor? – Vor- und Nachteile sowie warum sich der Einsatz lohnt!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 20.10.2020


Ein Robo Advisor ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen, das die Vermögensverwaltung digitalisiert und automatisiert und die entsprechenden Finanzdienstleistungen so deutlich günstiger anbieten kann, als dies bei einem herkömmlichen Finanzberater der Fall wäre. Die einzelnen Anleger werden dabei auf standardisierte Musterportfolios aufgeteilt, die aufgrund der unterschiedlichen Risikostruktur die meisten Risikoneigungen abdecken.

Die Geldanlage ist üblicherweise relativ leicht verständlich und kostengünstig. Ein zu 100 % auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Vermögensverwaltung ist so zwar nicht umsetzbar, allerdings erhalten häufig schon Kleinanleger dadurch die Möglichkeit, ein sinnvoll diversifiziertes und optimiertes Portfolio aufzubauen.

Innerhalb der Robo-Advisor gibt es allerdings einige wichtige Unterschiede. So sind manche als Anlageberater lizenziert und können somit auch beratend tätig werden, während andere lediglich die Dienstleistung vermitteln. Wieder andere können auf das Geld der Kunden nicht zugreifen, andere sind in Besitz einer Vollbanklizenz und verwalten das Depot des Kunden selbst. Auch hinsichtlich des Risikomanagements gibt es wichtige Unterschiede, die sich oft auch in den Gebühren niederschlagen. Manche Robo-Advisor betreiben passives Risikomanagement und stellen lediglich bei zu großen Abweichungen die Zielallokation wieder her, andere versuchen hingegen, Risiken bewusst aus dem Weg zu gehen und schichten bei Marktveränderungen um.

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Wie funktioniert ein Robo Advisor?

Grundlage der Robo Advisor stellen üblicherweise die unterschiedlichen Musterportfolios dar. Sie weisen unterschiedliche Risiko-Rendite-Verhältnisse auf und eignen sich so jeweils für unterschiedliche Ziele der Geldanlage, Risikoneigungen und Lebenssituationen. Welches Portfolio am Besten zum jeweiligen Anleger passt, wird üblicherweise durch einen Fragebogen ermittelt, der in ähnlicher Form auch von Finanzberatern genutzt wird. Wenn ein Interessent diesen Fragebogen ausgefüllt hat, erhält er eine Portfolio-Empfehlung, die der ermittelten Risikoneigung am besten entspricht.

Entscheidet er sich für dieses Portfolio, so wird seine Geldanlage entsprechend der Allokation im Portfolio aufgeteilt. Der Robo-Advisor überwacht sein Investment dauerhaft und schichtet das Portfolio wieder um, wenn die Richtlinien zum Re-Balancing erfüllt sind.

Viele Robo Advisor setzen dabei darauf, die Marktsteigerung einzelner Märkte möglichst genau abzubilden und investieren dafür in ETFs. Das bedeutet auch, dass sie auf Stock Picking oder Market Timing vollkommen verzichten. Stattdessen bleiben sie möglichst lange und vollständig in einem gesamten Index investiert.

Wie funktioniert das Risiko-Management bei Robo-Advisorn?

Hinsichtlich des Risiko-Managements gibt es unterschiedliche Ansätze, die meisten verfolgen allerdings ein passives Risikomanagement. Das bedeutet, dass die Zielallokation immer wieder hergestellt wird, allerdings keine neuen Märkte zugunsten der bereits im Portfolio enthaltenen aufgenommen oder stärker gewichtet werden. Stattdessen ist es üblich, dass sich einzelne Märkte innerhalb bestimmter Zeiträume schlechter entwickeln als andere. Dadurch kann die Gewichtung der einzelnen Märkte stark abweichen und die Märkte, die sich gut entwickeln, sind stärker repräsentiert. Durch Nachkäufe der Märkte, die sich schlecht entwickeln, wird die ursprüngliche Gewichtung wiederhergestellt. Dies hat auch den Vorteil, dass der Anleger auf diese Weise azyklisch investiert, also in Märkte investiert, wenn diese sich schlecht entwickeln und so stärker von Steigerungen profitieren kann.

Bei aktivem Risiko-Management kommen unterschiedliche Ansätze zum Einsatz. Generell ist aktives Risiko-Management deutlich seltener vertreten und verursacht höhere Gebühren. In der Regel versuchen die Robo Advisor mit aktivem Risikomanagement vor allem, Risiken zu vermeiden. Wenn sich negative Ereignisse auf bestimmte Märkte mit größerer Wahrscheinlichkeit prognostizieren lassen, ändern sie die Gewichtung dieses Marktes und versuchen so, Verluste zu vermeiden. Oder sie investieren von vornherein vor allem in unterbewertete Märkte, bei denen Verluste unwahrscheinlicher sind.

Bislang liegen noch keine aussagekräftigen Vergleichsmöglichkeiten vor, ob Robo Advisor mit aktivem oder passivem Management nach Abzug der Kosten die bessere Rendite erzielen können. Die Zeiträume, in denen sie existieren, sind zu kurz, um tatsächlich belastbare Daten zu liefern. Für welche Art des Risiko-Managements sich ein Anleger bei Robo-Advisorn entscheidet, ist also letztlich fast schon eine Glaubensfrage. Anleger, die denken, dass menschliche Expertise oder Algorithmen tatsächlich vor Gefahren schützen können, werden die Mehrkosten für aktives Risikomanagement sicherlich gerne investieren. Wer hingegen vor allem von den üblichen Marktsteigerungen profitieren möchte, findet mit einem Robo Advisor mit passivem Risikomanagement eine sehr kostengünstige Geldanlage.

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Wie teuer ist ein Robo Advisor?

Die Kosten der Robo-Advisor richten sich nach unterschiedlichen Faktoren. Viele Anbieter setzen auf eine gestaffelte Gebühr, die sich nach dem Anlagevolumen richtet. Dementsprechend sollten bei einem Robo Advisor-Vergleich immer die gleiche Anlagesumme beim Kostenvergleich genutzt werden. Grundsätzlich zählen Angebote unter 0,5 % jährlicher Verwaltungsgebühr zu den kostengünstigeren, während Gebühren um 1 Prozent herum eher zu den teureren zählt. Vor allem hier zeigt sich allerdings die Abhängigkeit vom Anlagevolumen. Anleger, die weniger als 10.000 Euro anlegen möchten, werden nur selten Robo-Advisor finden, die günstiger sind, als 0,90 Prozent. Auf der anderen Seite haben Anleger mit dem zehnfachen Anlagevolumen bei den meisten Finanzdienstleistern die Möglichkeit, von deutlich geringeren Gebühren zu profitieren.

Ein wesentlicher Unterschied bei den Kosten besteht zudem üblicherweise bei Robo Advisorn mit aktivem Risikomanagement und Anbietern mit passivem Risikomanagement. Durch den zusätzlichen Aufwand, der durch aktives Risiko-Management entsteht, sind derartige Anbieter oft etwas teurer.

In der Verwaltungsgebühr sind üblicherweise sämtliche Kosten enthalten, die seitens des Anbieters und seiner Partnerbank anfallen. Depotführungsgebühren und häufig auch der Kauf der Fonds sind also bereits enthalten, sodass Anleger relativ genau wissen, welche Gebühren auf sie zukommen.

Hinzu kommen zudem üblicherweise die fondsinternen Kosten. Diese sind bei herkömmlichen Investmentfonds deutlich größer als bei ETFs, sodass sich bei passiv gemanagten Produkten ein deutlicher Kostenvorteil ergibt, den Anleger kennen sollten. Aktiv gemanagte Fonds sind bei Robo Advisorn zwar eher unüblich, manche nutzen sie jedoch trotzdem. Der Anleger muss entscheiden, ob die Begründung ausreicht, um die Mehrkosten zu zahlen.

Warum sind Robo-Advisor so günstig?

Robo-Advisor ermöglichen Anleger eine digitale Vermögensverwaltung, die auf seine Lebenslage und sein Risikobedürfnis abgestimmt ist. Üblicherweise lohnt sich eine solche Finanzdienstleistung für Vermögensberater erst ab einer sechs- bis siebenstelligen Anlagesumme, da für jeden Anleger individuell ermittelt wird, welcher Anlagemix sich in seiner aktuellen Lebenssituation besonders empfiehlt. Bei Robo-Advisorn ist dies anders.

Hier wird jeweils eine bestimmte Anzahl an Musterportfolios gebildet, die je nach Anzahl der Portfolios bis zu zehn unterschiedliche Lebenslagen und Risikoneigungen widerspiegeln. Auf diese Weise werden die Bedürfnisse der Anleger nicht haargenau getroffen, wie bei einer individuellen Analyse, aber doch sehr genau. So wäre beispielsweise eine Aufteilung wie im Folgenden möglich:

  • Risikoarmes Portfolio mit 100 % Anleihen
  • Sicherheitsorientiertes Portfolio mit 80 % Anleihen und 20 % Aktien aus den Industrieländern
  • Gemischtes Portfolio mit 50 % Anleihen und 50 % Aktien
  • Chancenorientiertes Portfolio mit 20 % Anleihen und 80 Aktien
  • Risikoaffines Portfolio mit 100 % Aktien auch aus Schwellenländern

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Das Vermögen der Anleger wird also den einzelnen Portfolios zugeordnet. Auf diese Weise kommt ausreichend Anlagevolumen zusammen, dass sich die Verwaltung und Erstellung der einzelnen Musterportfolios für den Robo-Advisor lohnt und er diese zu geringen Kosten an den Anleger vermitteln kann.

Die Geldanlage wird also immer über das zugrunde liegende Musterportfolio für alle verwaltet. Häufig wird automatisiert überprüft, ob ein Kundenportfolio zu sehr von der optimalen Geldanlage abweicht, sodass auch hier keine zu hohen Kosten für den Robo-Advisor anfallen.

Hinzu kommt, dass Robo Advisor üblicherweise auch bei der Partnerbank vergünstigte Konditionen erreichen können. Sie können die Angebote für Vermögensverwalter nutzen und sichern der Bank zudem einen wachsenden Kundenstamm. Dementsprechend können sie deutlich preisgünstiger Geld anlegen, als Privatkunden erhalten können. Auch hier können Kunden im Vergleich zur eigenständigen Geldanlage also von einem Kostenvorteil profitieren, der dazu führt, dass die Gesamtkosten nicht so hoch sind.

Zudem sparen Robo Advisor üblicherweise über Service und Vertrieb Gebühren ein. Die meisten Anbieter dürfen Kunden nicht beraten, sondern nur vermittelnd tätig werden. Der Anleger muss also selbst prüfen, ob die Geldanlage zu ihm passt und auch genügend Hintergrundwissen besitzen, um Risiken richtig einschätzen zu können.

Welche Vor- und Nachteile haben Robo-Advisor gegenüber einer herkömmlichen Vermögensverwaltung?

Da Robo-Advisor üblicherweise als die Vermögensverwaltung der Zukunft beworben werden, ist es sinnvoll, die Vor- und Nachteile der beiden Anlagearten gegenüberzustellen. Beide haben sicherlich Stärken und Schwächen. Vorteile der Robo Advisor sind beispielsweise:

  • Schon für geringe Anlagesummen nutzbar
  • Deutlich kostengünstiger
  • Hohe Transparenz
  • Einfach zu verstehendes Anlageprinzip
  • Investment in ETFs mit geringen Gebühren
  • Menschliche Fehler werden unwahrscheinlicher
  • Standardisierte und seriöse Geldanlage

Gegenüber einer Vermögensverwaltung haben Robo Advisor allerdings auch Nachteile:

  • Anleger hat keinen Einfluss auf die Finanzprodukte, in die investiert wird
  • Keine individualisierte Geldanlage
  • Keine umfangreiche Beratung
  • Vielfältigere Investitionsmöglichkeiten

Je nachdem, was Anleger von ihrem Finanzdienstleister erwarten, sind Robo-Advisor deutlich im Vorteil. Dies gilt ohnehin für alle Anleger, deren Kapital nicht ausreicht, um einen Vermögensverwalter zu beauftragen. Vermögende Anleger möchten allerdings unter Umständen nicht auf persönliche Beratung und mehr Auswahl bei den Finanzprodukten und Märkten verzichten.

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Für wen eignen sich Robo Advisor?

Robo Advisor sind ein relativ typisches Angebot für Smart Professionals, die zwar gut informiert sind, sich jedoch nicht umfangreiche mit ihrer Geldanlage auseinandersetzen möchten, weil ihre Freizeit begrenzt ist. Ein sicherer Umgang mit dem Internet und der Verzicht auf persönliche Beratung wird bei den meisten Robo Advisorn zudem vorausgesetzt.

Grundsätzlich muss der Anleger zwar nicht über genügend aktuelles Wissen verfügen, um die Geldanlage genauso gut selbst tätigen zu können, allerdings sollte das Hintergrundwissen vorhanden sein, um die Arbeitsweise und Theorien des jeweiligen Robo Advisors nachvollziehen zu können.

Robo Advisor sind zudem hervorragend für Menschen geeignet, die sich um ihre Geldanlage nicht ständig kümmern möchten, sondern sich nur bei besonderen Ereignissen oder ein paar Mal im Jahr damit beschäftigen wollen. Der Robo-Advisor überwacht die Geldanlage für den Kunden und informiert ihn üblicherweise, wenn eine Umschichtung notwendig wird. Deswegen muss der Anleger seine Geldanlage nicht selbst überwachen und Änderungen vornehmen.

Welche Anlagedauer ist für die Nutzung von Robo-Advisorn notwendig?

Wie lange Kunden den Anlagehorizont bei Robo Advisorn planen sollten, hängt auch davon ab, welches Risiko sie bei ihrer Anlage eingehen. Grundsätzlich sollten sie jedoch einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont einplanen. Selbst für die risikoärmsten Geldanlagen empfehlen die meisten Anbieter einen Horizont von ein bis zwei Jahren. Derzeit ergibt sich zudem das Problem, dass die relativ schwankungsarmen Anleihen kaum in der Lage sind, überhaupt Rendite zu erzielen, sodass eine gewisse Volatilität bei der Geldanlage eingeplant werden muss.

Viele Robo-Advisor geben zudem den Zeitraum an, den das Portfolio auf Grundlage historischer Daten benötigen würde, um sich vom größten Verlust innerhalb eines Jahres zu erholen. Anleger sollten diese Daten unbedingt berücksichtigen und in ihrer Anlageentscheidung einfließen lassen.

Viele Robo-Advisor ermöglichen es zudem, eine Verlustschwelle festzulegen. Sinnvoll ist dies dann, wenn ein Teil der Geldanlage in keinem Fall verloren werden darf, da es zu andere Investitionszwecken benötigt wird. Grundsätzlich ist es jedoch immer sinnvoll, das Investment möglichst lange in vollständiger Höhe nicht nutzen zu müssen. Auf diese Weise hat die Anlage auch bei hohen Verlusten die Möglichkeit, sich wieder zu fangen, um im Anschluss daran die Marktsteigerungen möglichst umfangreich mitzugehen und so auch von den Chancen der Märkte zu profitieren.

Mit welcher Rendite können Anleger rechnen?

Auch die Rendite hängt von der Zusammensetzung der Portfolios ab. Grundsätzlich gilt, dass die Geldanlage in Anleihen dem Portfolio mehr Sicherheit verleiht, da sie weniger schwanken und üblicherweise eine solide Rendite erzielen können. Wer derzeit im Niedrigzins überhaupt eine gewinnbringende Geldanlage nutzen möchte, muss deswegen in Teil seiner Anlage in Aktien investieren. Robo-Advisor erreichen über das Investment über ETFs in ganze Märkte keine Rendite in zweistelliger Höhe, wie eine erfolgreiche Anlage in Einzeltitel ermöglichen würde. Stattdessen soll die durchschnittliche Marktsteigerung möglichst genau abgebildet werden. Wie hoch diese ist, hängt auch vom jeweiligen Markt ab. Ein ungefährer Richtwert ist allerdings, dass Anleger mit dem Investment in Aktien eine durchschnittliche jährliche Steigerung um die sieben Prozent erwarten können. Für Anleihen sind zwischen einem und zwei Prozent möglich, sodass die tatsächliche Renditeerwartung davon abhängt, welches Verhältnis im Portfolio herrscht. Mehr Renditechancen gehen dementsprechend auch immer mit einem erhöhten Risiko einher.

Fazit: Robo-Advisor sind eine kostengünstige, standardisierte Vermögensverwaltung

Robo-Advisor ermöglichen über die Aufteilung auf Muster-Portfolios eine standardisierte Geldanlage zu günstigen Gebühren. Auch die Mindestanlage sinkt auf diese Weise so stark, dass auch Kleinanleger das Angebot nutzen können. Der Anlagehorizont sollte möglichst langfristig sein, um Risiken zu minimieren. Die Kosten hängen häufig von der Art des Risikomanagements ab, aber häufig auch vom Anlagevolumen. Wie hoch Rendite und Risiko sind, hängt vor allem von der Wahl des Portfolios und dem Verhältnis von Aktien und Anleihen oder anderen Assetklassen ab.

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Bilderquelle: shutterstock.com