Inflation und Deflation

Inflation und Deflation führen zu einer Veränderung bei der Kaufkraft. Dies wirkt sich in erheblichem Maße auch auf die Geldanlage aus. Geht der Kaufwert des Geldes überproportional stark zurück werden Volkswirtschaften stark belastet. Der Wohlstand geht zurück und bei einem längeren Anhalten kann es wirtschaftlichen und politischen Krisen kommen. Der Ratgeber zeigt die Auswirkungen von Inflation und Deflation auf Geldanlagen und welche Varianten sich besonders lohnen können.

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Definition von Inflation

Von einer Inflation spricht man, wenn das Preisniveau über einen längeren Zeitraum deutlich ansteigt. In der Folge geht die Kaufkraft des Geldes zurück. Sollte sich dieser Trend fortsetzen verlieren Verbraucher und Unternehmen sukzessive das Vertrauen in die Währung. Das Problem dabei ist dass ein solcher Vertrauensverlust die Inflation noch weiter verstärkt und die Währung noch mehr an Wert verliert. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer sogenannten Hyperinflation, bei welcher das Geld innerhalb von kürzester Zeit deutlich an Wert verliert.

Definition von Deflation

Während einer Deflation sinken die Preise für Waren und Dienstleistungen von unterschiedlichen Branchen deutlich und über einen längeren Zeitraum. Im Gegenzug nimmt die Kaufkraft des Geldes zu.

Verbraucher erhoffen sich in einer solchen Situation einen weiteren Preisverfall und verschieben Kaufentscheidungen deshalb in die Zukunft. Dies führt dazu, dass Unternehmen weniger Produkte und Dienstleistungen verkaufen und damit verbunden auf Investitionen verzichten. Setzt sich der Trend fort führt dies zu Entlassungen und Insolvenzen. Die Konsumenten halten sich bei Käufen dann noch mehr zurück. Als weitere Folge vergeben Banken weniger Kredite und die Steuereinnahmen des Staates gehen merklich zurück. Gelingt es nicht, diese Spirale zu durchbrechen, nimmt die Wirtschaftsleistung mehr und mehr ab.

Bei einer längeren Deflation droht als Folge eine Rezession, bei der sogar das gesamte Geldsystem zusammenbrechen kann.

Ursachen für eine Inflation

Für eine Inflation gibt es in der Regel immer mehrere Gründe. Am häufigsten werden die folgenden drei Erklärungsmodelle verwendet:

  • Die Quantitätstheorie sieht vor, dass es bei gleichbleibendem Angebot zu einem überproportional starken Anstieg der Geldmenge kommt. Das Geld wird zudem nicht gespart.
  • Um eine angebotsinduzierte Inflationsentwicklung handelt es sich, wenn Unternehmen steigende Produktionskosten an die Konsumenten weitgergeben oder aufgrund ihrer Monopolstellung die Preise erhöhen.
  • Bei einer nachfrageinduzierten Inflationsentwicklung liegt dagegen die Nachfrage über den Produktionskapazitäten, was zu entsprechenden Preiserhöhungen führt.

Ursachen für eine Deflation

Für eine Deflation sind ebenfalls unterschiedliche Ursachen verantwortlich. Dabei spielen in der Regel immer mehrere Faktoren zusammen. Mögliche Gründe für eine Deflation sind:

  • Nachfrage geht zurück
  • Aufgrund sinkender Staatsausgaben geht die verfügbare Geldmenge zurück
  • Geht die Konjunktur in anderen Ländern zurückkommt es zu einem Rückgang der Exporte
  • Steigende Wechselkurse oder Zollrestriktionen führen ebenfalls zu einem Exportrückgang
  • Restriktive Geldmenge
  • Angebotsüberschuss im Inland

Unterschiede zwischen verdeckter oder offener Inflation und Deflation

Innerhalb einer Inflation und Deflation gibt es noch weitere Unterscheidungen. Zu den wichtigsten Kriterien gehört dabei die Erkennbarkeit. Eine Inflation und Deflation kann für jeden offen ersichtlich sein. In diesem Fall sind steigende oder sinkende Preise für jeden Marktteilnehmer klar erkennbar und spürbar.

Bei einer verdeckten Inflation versucht der Staat, die Preissteigerung durch verschiedene Maßnahmen abzuschwächen. Beispiele hierfür sind:

  • Lohnstopps
  • Preisstopps
  • Rationierung von Waren
  • Kontrollen von Kapitalmarkt, Devisen und Produktion

Mit diesen Mitteln sollen Preissteigerungen eingedämmt werden. Bei einer Deflation werden von staatlicher Seite ebenfalls verschiedene Gegenmaßnahmen getroffen. So können die Zentralbanken beispielsweise den Leitzins senken. Zusätzliche Kreditfinanzierungen sowie Steuerermäßigungen können ebenfalls zum Kampf gegen eine Deflation eingesetzt werden. Um Preissenkungen entgegenzuwirken, kommt des Weiteren eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik mit Strukturprogrammen und Subventionen in Betracht.

Geschwindigkeit der Inflation und Deflation

Preisänderungen werden auch dahingehend unterschieden, in welcher Geschwindigkeit sie auftreten. Experten sprechen je nach Tempo von einer schleichenden, trabenden oder galoppierenden Inflation.

Eine Inflation und Deflation mit Preisänderungen bis maximal 5 Prozent werden als schleichend bezeichnet. Kommt es bei einer schleichenden Inflation zu Preissteigerungen bis zu diesem Wert, ist die Wirtschaft nicht bedroht. Eine moderate Inflationsrate ist sogar gewünscht und deshalb kein Grund zur Sorge. Allmähliche Preissenkungen bis zu fünf Prozent stellen ebenfalls keine Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität dar.

Liegt die Preissteigerung zwischen 5 und 30 Prozent sprechen Wirtschaftswissenschaftler von einer trabenden Inflation. Festgeschrieben ist diese Spanne jedoch nicht, sodass eine trabende Inflation immer mit Zahlen belegt werden muss. Als Folge einer trabenden Inflation und Deflation kommt es zu wirtschaftlicher Instabilität. Gelingt es auf Dauer nicht, die Entwicklung zu korrigieren ist die wirtschaftliche Stabilität stark bedroht.

Diese Gefahr erhöht sich bei einer galoppierenden Inflation nochmals beträchtlich. Der jährliche Preisanstieg liegt bei mehr als 30 Prozent. Die Wirtschaft kommt immer stärker in Bedrängnis. Gleiches gilt auch im Falle einer Deflation.

Dauer der Inflation und Deflation

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, wie lange eine Inflation und Deflation anhält. Bei einer temporären Inflation beschränken sich die Preissteigerungen auf einen kurzen Zeitraum innerhalb eines Konjunkturzyklus. Dies gilt grundsätzlich auch für eine Deflation.

Eine permanente Inflation zieht sich über mehrere Konjunkturzyklen hinweg. Bei einer permanenten Deflation gilt generell dasselbe.

Mögliche Folgen einer Inflation

Die Folgen einer Inflation hängen insbesondere davon ab wie stark der Preisanstieg ausfällt, und, über welchen Zeitraum diese andauert. Eine moderate Inflation von bis zu 5 Prozent jährlich hat den positiven Effekt einer steigenden Nachfrage. Die Marktteilnehmer sind in einer solchen Phase konsumfreudig und geben so mehr Geld aus.

Probleme ergeben sich erst ab einer Inflation von mehr als fünf Prozent jährlich. Im Vergleich zu anderen Gütern verliert das Geld dann schneller an Wert. Als Folge gehen mit der Wertmaßstabsfunktion und der Wertaufbewahrungsfunktion zwei wesentliche Vorteile verloren. Anleger vertrauen der Währung nicht mehr und investieren deshalb stärker in Sachwerte wie Gold oder Immobilien. Es drohen dadurch Spekulationsblasen.

Eine weitere Folge ist der Rückgang des Kapitalangebots an den Kapitalmärkten, sodass der Kapitalzins nach oben geht. Banken vergeben keine Kredite mit einer langfristigen Zinsbindung mehr, sodass Kreditnehmer keine Planungssicherheit mehr haben. Zudem machen die Zinssteigerungen viele Investitionen unrentabel. Dies kann zu Zahlungsunfähigkeit und Insolvenzen führen.

Geht das Vertrauen in die Währung weiter zurück kann es als Folge zu einer Hyperinflation kommen. Während einer solchen Phase verliert die Währung pro Monat zwischen 30 und 50 Prozent an Wert. Zentralbanken werden dazu gezwungen, Geld mit einem höheren Nominalwert zu produzieren. Eine Hyperinflation führt deshalb oftmals zu einer Währungsreform. Ist der Realwert des Papiers zum Drucken des Geldes höher als dessen Wert kann es zu einem Stillstand der Hyperinflation kommen.

Es kann vorkommen, dass sich neben der Landeswährung noch weitere Währungen etablieren, die in erster Linie auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Dabei muss es sich nicht unbedingt um fremde Währungen handeln. Denkbar wären auch Tauschwaren wie Zigaretten.

Nicht immer lässt sich eine Hyperinflation alleinig durch eine Währungsreform beenden. Beispielhaft ist die Lage im afrikanischen Zimbabwe, das innerhalb eines Jahres gleich vier Währungsreformen durchführt. Seit 2009 hat der Staat gar keine eigene Währung mehr.

Risiken einer Deflation

Im Vergleich zur Inflation kommt eine Hyperdeflation deutlich seltener vor. Dennoch kann es immer wieder zu solchen Phasen kommen wie in den 1990er Jahren in Japan. In den USA kam es vor der großen Depression ebenfalls zu einer Hyperdeflation.

Zu den häufigsten Folgen einer Deflation gehört die Rezession, also ein wirtschaftlicher Abschwung. Experten sprechen immer dann von einer Rezession, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen nicht wächst oder sogar zurückgeht. Als Folge bzw. Ursache können die folgenden Entwicklungen verantwortlich sein:

  • Pessimistische Prognosen, was die künftige Wirtschaftslage betrifft
  • Rückgang der Nachfrage
  • Aufgrund voller Lager wird die Produktion zurückgefahren
  • Unternehmen stellen Investitionen ein
  • Preise, Löhne und Zinsen stagnieren oder sinken
  • Kursrückgang an der Börse
  • Unternehmen kommen in Zahlungsschwierigkeiten und müssen Insolvenz anmelden

In der Praxis sind die Gefahren einer Rezession jedoch nicht so groß wie oftmals befürchtet. In vielen Fällen sorgt die schwächelnde Wirtschaft für ein Ende von übertriebenem Optimismus. Sowohl die Wirtschaft wie auch Banken agieren dadurch wieder vorsichtiger.

Wird aus der Rezession jedoch eine Depression sind die Folgen für die Wirtschaft fatal. Dies ist der Fall, wenn die Rezession über einen sehr langen Zeitraum Bestand hat. Es kommt zu keiner Erholung der Konjunktur und die Abschwünge gehen immer weiter. Kommt es zu einer Depression ist der Staat gefordert, um einen Kollaps der Wirtschaft zu verhindern.

Die wirtschaftliche Tätigkeit geht in einer Depression immer mehr zurück. Als Folge fallen Beschäftigungszahlen und Börsenkurse. Im schlimmsten Fall bricht das Wirtschaftssystem komplett zusammen. In einigen Ländern kam es noch zu weiteren Krisen, Revolutionen und Bürgerkriegen.

Fazit zu Inflation und Deflation

Bei einer Inflation verliert das Geld nachhaltig an Wert, bei einer Deflation steigt dieser an. Vom Grundsatz her ist eine Inflation und Deflation noch kein Grund zur Sorge. Eine moderate Inflation ist nach dem Stabilitätsgesetz sogar gewollt und fördert die Nachfrage. Verstärkt sich die Wirkung jedoch über einen längeren Zeitraum, ist dies eine Gefahr für die Wirtschaft.

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Inflation und Deflation was last modified: August 4th, 2016 by JuliusDream011