Trading und Urlaub – So verbinden Sie Handelszeit und Erholung

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 10.05.2019

Diese Situation kennt wohl jeder Trader: Die Kräfte sind im Zeitraum von Juni bis August langsam am Ende und der Urlaub rückt immer näher. Teilzeit-Trader haben den Urlaub schon vor längerer Zeit beim Arbeitgeber beantragt. Endlich abschalten und den Kopf freibekommen. Eine Sache ist allerdings noch offen: Was ist mit dem Trading, den offenen Positionen und Orders? Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt, Trading und Urlaub zu verknüpfen.

Trading und Urlaub - Header

Was tun im Urlaub?

Keine Frage: Die Arbeit im Rahmen des Angestelltenverhältnisses wird uns (hoffentlich) nicht bis in den Urlaub verfolgen. Die Urlaubsübergabe ist erledigt und die Arbeit wurde auf die Kollegen verteilt. Um das eigene Trading-Konto kümmert sich aber keiner. Offene Positionen bleiben im Depot und neue Trading-Chancen im Markt werden nicht gehandelt. Die Aufgabe einer anderen Person zu übertragen, ist fast nicht möglich. Der eigene Trading-Stil lässt sich nicht einfach niederschreiben und duplizieren. Was machen wir also mit dem Trading und unseren Konten? Alle Positionen von heute auf morgen beenden, weiterhin wie gewohnt handeln oder einfach nur etwas weniger traden?

Trading und Urlaub mit automatisierten Handelssystemen verbinden

Die angenehmste Art, um Trading und Urlaub zu verbinden, sind automatisierte Handelssysteme, wie sie beispielsweise über einen Expert Advisor mit dem MetaTrader 4 erstellt werden können. Sie handeln rund um die Uhr, egal ob Tag oder Nacht. Ein Handelssystem wird nie müde und reicht auch niemals Urlaub ein. Komplett ohne Beobachtung sollte jedoch kein Handelssystem das eigene Geld handeln. Es gibt zahlreiche Ereignisse, die ein Eingreifen des Traders erfordern. Zum Beispiel, wenn das Handelssystem abstürzt, die Verbindung zum Broker verloren geht oder der Server durch Updates neugestartet wird. Hierbei ist es ratsam, auch die Überwachung der Systeme von Robotern übernehmen zu lassen. Fällt zum Beispiel der Trading-Server aus, so erhält man zeitnah eine Nachricht und kann sich um das Problem kümmern.

Handel komplett beenden

Die strikteste Methode ist die, das Trading von heute auf morgen komplett zu beenden. Gestern wurde noch wie gewohnt gehandelt und heute werden alle Positionen sofort geschlossen und keine weiteren mehr eröffnet. So können Sie wirklich voll und ganz den Urlaub genießen. Allerdings bleibt ein großer Nachteil: Es geht viel Geld verloren. Einige Trades sind vielleicht noch nicht angelaufen oder liegen temporär im Verlust und wir verzichten auf die Chance, dass sie das Gewinnziel erreichen. Natürlich könnte es auch anders kommen und die Trades reißen den Stopp. Wir gehen aber nicht mit dem Gedanken in den Markt, dass jede Position den Stopp-Loss erreicht.

Trading langsam herunterfahren

Die sanftere und vom Autor bevorzugte Methode: das Trading rechtzeitig und langsam herunterfahren (jedoch nicht komplett). In der Regel starten wir nicht von heute auf morgen in den Urlaub, sondern planen ihn ein paar Wochen oder Monate im Voraus. Startet der Urlaub beispielsweise am 01. September, dann würde es Sinn ergeben, circa zwei Wochen vorher – also ab dem 15. August – keine neuen Positionen mehr einzugehen. Es sei denn, es ist abzusehen, dass die Position schnell wieder geschlossen wird. In dieser Zeit ist es ratsam, sich eher auf die Ausstiege zu konzentrieren. Die offenen Positionen sollten ausreichend Zeit bekommen, anzulaufen. Haben Positionen das Ziel erreicht, dann sollten wir hiermit zufrieden sein und den Gewinn mitnehmen. Je näher der Urlaub rückt, desto stärker und strenger sollten die Ausstiege umgesetzt werden. So könnte man beispielsweise den Trailing-Stopp immer stärker nachziehen. Zehn Tage vor dem Urlaub geben wir dem Trade noch 80 Punkte Spielraum, fünf Tage vorher nur noch 40 Punkte.

Trading und Urlaub - Chart 1

Quelle: www.tradesignalonline.com

 

Oder man könnte, wie im oberen gezeigt, den Stopp auf Basis der einfachen ATR setzen und bei jedem neuen Hoch nachziehen. Zum Urlaubsbeginn legt man den Stopp dann auf das jeweils letzte Tief, um enger abgesichert zu sein und sich im Urlaub nicht auf große Verluste einstellen zu müssen. Das sind aber nur zwei Beispiele von zahlreichen Möglichkeiten, aus denen jeder Trader die beste Lösung für sich selbst herausfinden muss.

Weiter handeln und die freie Zeit nutzen

Stellen Sie sich vor, es ist Urlaub und keiner macht mit. So oder ähnlich sieht es aus, wenn man trotz Erholungsurlaub einfach weiter am Markt agiert und im Gegensatz zum Alltag die Trade-Anzahl sogar erhöht. Nebenberufliche Trader haben oft nur ein bis zwei Stunden am Tag Zeit, um zu traden. Im Urlaub werden täglich gute acht Stunden mehr frei. Ausreichend Zeit, um seinem Hobby mit Trading und Urlaub noch stärker nachzugehen. Der Urlaub ist demnach auch eine gute Gelegenheit, den Alltag eines Vollzeit-Traders kennenzulernen. So wie andere Menschen im Urlaub ihrer Leidenschaft nachgehen (malen, nähen, Modellflugzeuge bauen et cetera), könnte man die freie Zeit auch für sein Hobby Trading nutzen. Macht es Spaß, ist das Ziel des Urlaubs erreicht.

Persönliche Methode

Eine perfekte Lösung für jedermann gibt es natürlich nicht. Der Autor hat in den fast zehn Jahren, in denen er am Markt aktiv ist, schon alle Methoden durchprobiert und zu kombinieren versucht. Seine persönliche Lösung: Er ist prinzipiell zu jeder Jahreszeit am Markt aktiv. Dabei spielt es keine Rolle, ob er Urlaub hat oder nicht. Zu jeder Zeit tradet er manuell und hat zahlreiche vollautomatische Handelssysteme aktiv. Somit stauben seine Trading-Konten nie ein. Sollte er gar keine Zeit haben oder krank im Bett liegen, dann sind zumindest die Handelssysteme fleißig. Während des Urlaubs ist es sinnvoll, seine Trades stärker zu selektieren. So könnte man etwa nur noch Trades eingehen, die ein sehr hohes Chancen/Risiko-Verhältnis haben und Alarme in den Markt legen. Diese lassen sich in der Regel an den Punkten setzen, an denen es sich wieder lohnen würde, auf die Charts zu schauen (neue signifikante Hochs et cetera). So lässt sich Trading und Urlaub optimal miteinander verbinden.

Fazit zu Trading und Urlaub

Wie so oft im Leben – und besonders auch beim Trading – gibt es nicht die perfekte Lösung, die für alle gilt. Die Entscheidung, für welches Modell wir uns entscheiden, ist letztlich eine Frage des Trading-Typs. Sind Sie jemand, der leidenschaftlich gerne tradet, werden Sie sich über die gewonnene Zeit freuen. Wenn wir Spaß am Trading haben, ist damit das Ziel des Urlaubs erreicht. Ist man aber schon allein durch seinen Hauptberuf am Ende seiner Kräfte, sollte man sich prinzipiell im Urlaub erholen und nicht neue Arbeit suchen.

Trading und Urlaub – So verbinden Sie Handelszeit und Erholung was last modified: Februar 11th, 2019 by JuliusDream011