Welche Arten von Robo Advisorn gibt es?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 05.07.2019

Robo Advisor lassen sich auf unterschiedliche Weise aufteilen. Große Unterschiede bestehen im Bereich des Risikomanagements, sodass viele zwischen Robo Advisorn mit aktivem oder passivem Risikomanagement unterscheiden. Auf der anderen Seite gibt es auch deutliche Unterschiede bei den Lizenzen und Erlaubnissen der Finanzdienstleister, die sich auch im Serviceumfang äußern.

Die Investitionsmöglichkeiten bei den unterschiedlichen Robo-Advisor Typen

Die Investitionsmöglichkeiten bei den unterschiedlichen Robo-Advisor Typen

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Unterschiedliche Typen von Robo-Advisorn nach Serviceumfang

Die Stiftung Warentest, die sich bereits mit standardisierten Vermögensverwaltungen auseinandergesetzt hat, teilt die Anbieter in drei unterschiedliche Typen ein:

  • Full-Service Advisor
  • Half-Service Advisor
  • Self-Service Advisor

Wie die Namen schon sagen, bringen alle drei Typen einen unterschiedlichen Umfang an Leistung.

  • Welche Dienste erbringt ein Self-Service Advisor?

Ein Robo-Advisor, der als Self-Service Advisor einzuordnen ist, ist letztlich nur ein Tippgeber und der Anleger muss die Strategie selbstständig in die Tat umsetzen. Üblicherweise verlangen Self-Service Advisor keine Gebühr und sind eher zu Werbezwecken da, als dass sie als Robo-Advisor gelten könnten. Die meisten Self-Service Advisor haben zudem die Erlaubnis, Anlagenberatung durchzuführen. Nur so dürfen sie genaue Angaben über die jeweiligen ETFs und die zu kaufende Anzahl machen. Ohne diese Erlaubnis müssten die Aussagen hingegen wage bleiben. Deswegen finden sich derartige Angebote häufig bei bereits etablierten Geldinstituten, die im Rahmen einer Aktion mit Fondsgesellschaften zusammenarbeiten und deren Produkte besonders promoten möchten. Teilweise gibt es auch differenzierterer Empfehlungen hinsichtlich der Finanzinstrumente. Vor allem diese Angebote sind als zusätzlicher Service von Banken zu sehen, die ihre Kundenbindung durch solche Empfehlungen stärken möchten und es als zusätzliches Beratungsangebot sehen.

  • Was ist ein Half-Service Advisor?

Nicht jeder Robo-Advisor verfügt über eine Lizenz zur Portfolioverwaltung. Anbieter, die eine solche Erlaubnis nicht besitzen, dürfen das Geld des Kunden nicht eigenständig anlegen. Das bedeutet, dass sie keine Entscheidung selbstständig treffen dürfen, selbst dann, wenn die vereinbarten Anlagerichtlinien damit übereinstimmen würden. Bei Half-Service Advisorn ist es also notwendig, dass die Kunden ihr Portfolio selbst umschichten, wenn dies erforderlich wird.

Half-Service Advisor müssen deswegen nicht zwangsläufig die Erlaubnis haben, Anlageberatung durchzuführen. Es kann sich auch um einen Anlagevermittler handeln, der lediglich alle notwendigen Formulare und Dokumente vom Anleger einholt und an die Partnerbank weiterleitet. Dementsprechend wäre hierfür eine Lizenz als Anlagevermittler vollkommen ausreichend und der Robo Advisor müsste nicht bei der BaFin gemeldet werden. Bei Robo-Advisor entscheidet allerdings häufig eine Einzelfallprüfung, welche Lizenz genau erforderlich ist.

  • Full-Service Advisor sind besonders komfortabel

Full-Service Advisor verfügen üblicherweise über sämtliche Lizenzen und Erlaubnisse. Sie dürfen den Anleger auf Basis seiner Lebensumstände beraten, ihm auch Produkte vermitteln und zudem das angelegte Portfolio verwalten. Auf diese Weise ist die Geldanlage für den Kunden besonders komfortabel. Er kann sein Investment ganz in die Hände des Robo-Advisors legen und muss nicht selbst aktiv werden, wenn eine Umschichtung des Portfolios erforderlich wird. Dementsprechend eignet sich diese Art der Geldanlage hervorragend für Nutzer, die nach ihrem Anfangsinvestment so wenig Zeit wie möglich investieren möchten.

Jeder Robo-Advisor-Typ hat ein anderes Risiko

Jeder Robo-Advisor-Typ hat ein anderes Risiko

Robo-Advisor-Typen nach Risikomanagement

Bei Robo-Advisorn gibt es noch ein wesentliches weiteres Unterscheidungsmerkmal. Die meisten nutzen ein passives Risiko-Management. Das bedeutet, dass die Risiken für Verluste vor allem durch die breite Streuung minimiert werden. Steht die Aufteilung innerhalb der einzelnen Musterportfolios erst einmal fest, wird das Risiko-Rendite-Verhältnis nicht weiter beeinflusst. Auch wenn dies für viele Anleger als großes Risiko erscheint, deckt sich dies jedoch durchaus mit aktuellen wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Dahinter steckt die These, dass es für Anleger am klügsten ist, in einem Markt langfristig investiert zu bleiben und so die langfristigen Marktsteigerungen zu nutzen. Stockpicking oder Market-Timing führe hingegen nicht zum Erfolg, vor allem nicht langfristig. Die größten Steigerungen erlebt der Markt an nur wenigen Tagen und wer zu diesem Zeitpunkt nicht investiert ist, verpasst sie. Natürlich geht es dabei nicht nur um die Rendite, vor allem das Risiko soll so gering gehalten werden. Historisch gesehen erholen sich die Märkte immer innerhalb weniger Monate bis Jahre, sodass Anleger nur genügend Zeit mitbringen müssen, um keine Verluste hinnehmen zu müssen.

Dementsprechend sorgen passive Robo-Advisor lediglich dafür, dass das ursprüngliche Verhältnis wieder hergestellt wird, wenn es zu stark abweicht. Das führt indirekt zu einer weiteren Verringerung des Risikos. Denn um umzuschichten, werden Märkte, die sich stärker entwickelt haben verkauft, und von diesem Geld Märkte gekauft, die sich schwach entwickelt haben. Da diese sich wieder erholen werden,

Es gibt jedoch auch Robo-Advisor, die auf ein aktives Risiko-Management setzen. Sie beobachten die Märkte dauerhaft und versuchen, unvorhergesehene Ereignisse, die zu großen Verlusten führen können, schon im Vorfeld zu erkennen, um dann rechtzeitig umzuschichten. Dafür stützen sie sich üblicherweise auf Risikokennzahlen. Beliebt ist der Value-at-Risk (VaR), der in unterschiedlichen Varianten zum Einsatz kommt. Der Wert gibt an, dass eine bestimmte Verlustschwelle mit 95 %-iger Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Natürlich kann dies dennoch vorkommen, da sich bestimmte Risiken nicht ausschalten lassen und auch unwahrscheinliche Ereignisse dennoch eintreten können.

Da es deutlich aufwendiger ist, viele Märkte ständig zu beobachten und regelmäßig Umschichtungen vorzunehmen, sind aktive Robo-Advisor üblicherweise deutlich teurere als passive Robo Advisor. Ob sich die zusätzliche Investition lohnt, wird sich wohl erst in einigen Jahren herausstellen. Derzeit müssen sich alle Anbieter auf dem Markt erst noch beweisen. Die Robo Advisor mit aktivem Risiko-Management werden allerdings häufig als „neue Generation“ bezeichnet, die passive Robo-Advisor früher oder später ablösen wird.

Robo-Advisor Arten nach Finanzinstrumenten

Die meisten Robo-Advisor setzen auf das Investment in Exchange Traded Funds. Sie haben gegenüber herkömmlichen Fonds viele Vorteile:

  • Breite Diversifikation
  • Kostengünstig
  • Große Liquidität
  • An der Börse handelbar
  • ETFs sind Sondervermögen
  • Transparenz

Vor allem die geringen Gebühren und die breite Diversifikation sind zwei Eigenschaften, die die Grundlage der meisten Strategien von Robo-Advisorn bilden und somit zum Erfolg dieser Art der Vermögensverwaltung beitragen.

Es gibt jedoch nach wie vor auch Vermögensverwalter, die auf aktiv verwaltete Fonds setzen und dies im standardisierten Rahmen anbieten. Je nach Definition von Robo Advisor gehören sie allerdings schon fast nicht mehr zu dieser Anlageform. Die Stiftung Warentest beispielsweise bezieht sich nur auf Robo-Advisor mit ETFs.

Die Geldanlage in Fonds, die aktiv gemanagt werden, kann jedoch genauso standardisiert werde und funktioniert dann so ähnlich, dass viele Marktbeobachter auch hier von Robo-Advisorn sprechen. Die aktiv gemangten Fonds haben den Vorteil, dass es zumindest möglich wäre, mit der Geldanlage den Markt zu schlagen. Auf der anderen Seite setzen auch Robo-Advisor auf aktive Fonds, die ein ethisches Investment ermöglichen wollen, da bei den ETFs noch kein geeignetes Angebot existiert. Andere Anbieter nutzen es, um über Spezialthemen eine Individualisierung der Geldanlage zu ermöglichen. Die Gründe auf Fonds zurückzugreifen, sind also sehr vielseitig.

Allerdings sind aktiv verwaltete Fonds üblicherweise deutlich teurer bei den Verwaltungsgebühren. Dadurch, dass noch einmal deutlich mehr Aufwand notwendig ist, um die Masse an Fonds zu sichten und aufgrund ihrer Vielfalt auch genauer zu durchleuchten, sind auch die Robo-Advisor hinsichtlich der Verwaltungsgebühr oftmals teurer.

Die Altervorsorge ist nur eine Zielgruppe

Die Altervorsorge ist nur eine Zielgruppe

Robo-Advisor Arten nach Zielgruppe

Robo Advisor richten sich teilweise an sehr unterschiedliche Zielgruppen. Sie alle haben letztlich nur gemeinsam, dass sie eine leicht zu verstehende und professionelle Vermögensverwaltung für möglichst geringe Gebühren suchen. Vor allem die Einstiegshürden sind jedoch sehr unterschiedlich.

Manche Robo-Advisor richten sich vor alle man ein junges Zielpublikum, die digital Natives, die noch kein Vermögen aufbauen konnten. Für diese bieten bestimmte Robo-Advisor eine Verwaltung per moderner App, die teilweise auch ausreicht, um die Geldanlage zu beantragen. Diese Robo-Advisor sind häufig schon mit einer geringen Mindestsparrate nutzbar. Im Gegenzug sind die Gebühren häufig etwas höher als bei vielen anderen Anbietern. Dafür können auch Kleinanleger die Geldanlage nutzen und das Angebot ist häufig leicht verständlich aufgebaut und dargestellt, sodass auch unerfahrene Einsteiger schnell verstehen können, was die Angebote für Vor- und Nachteile besitzen.

Eine andere Gruppe von Robo-Advisorn richtet sich hingegen ehr an Anleger, die einen fünfstelligen Mindestbetrag anlegen können und eine Alternative zu den üblichen Sparprodukten suchen. Sie legen üblicherweise weniger Wert darauf, ihre Geldanlage auch mobil verwalten zu können und bevorzugen eher einen guten Kundenservice per Telefon. Auch wollen sie ihre Geldanlage häufig nicht selbstständig umschichten und bevorzugen deswegen Robo-Advisor mit Erlaubnis zur Portfolioverwaltung.

Eine dritte Gruppe stellen die Robo-Advisor dar, die sich an sehr anspruchsvolle Anleger richten. Sie können teilweise nur ab sechs- mindestens jedoch fünfstelligen Anlagesummen genutzt werden. Die meisten von ihnen bieten eine vollständige Portfolioverwaltung, größtenteils setzen sie auch auf aktives Risikomanagement und grenzen sich auf diese weise von anderen digitalen Vermögensverwaltern ab. Hinter ihnen steckt meist ein großes und erfahrenes Investment-Team, das umfangreiche computergestützte Analysen durchführt.

Die Verwaltungsgebühr wird üblicherweise jährlich erhoben, diese kann allerdings variieren.

Die Verwaltungsgebühr wird üblicherweise jährlich erhoben, diese kann allerdings variieren.

Unterschiedliche Gebührenstrukturen

Ein weiterer Unterschied besteht in der Gebührenstruktur der Robo-Advisor. Am einfachsten nachvollziehbar ist für den Anleger die All-in-Gebühr, die nicht nach Anlagesumme gestaffelt ist. Der Robo-Advisor verlangt also eine Gebühr, die auf das gesamte Portfolio angerechnet wird. Der Betrag, den Anleger entrichten müssen, ist dabei für jeden Kunden gleich, unabhängig davon, wie viel er investiert. Solche Robo-Advisor sind allerdings verhältnismäßig selten und wickeln die Gebühren teilweise auch über einen Dachfonds ab, der wie gewohnt an der Börse erworben werden kann.

Die meisten Robo-Advisor setzen zwar ebenfalls auf eine Verwaltungspauschale, staffeln diese jedoch nach dem Anlagevolumen der Kunden. Ein Anleger, der 250.000 Euro beim Robo-Advisor anlegt muss also deutlich weniger zahlen, als ein Anleger, der nur 10.000 Euro investiert. Auf diese Weise bleibt das Angebot auch für Kunden interessant, deren Vermögen ausreichen würde, um eine herkömmliche Vermögensverwaltung zu nutzen. Allerdings gibt es natürlich eher weniger Grund dafür, dass Anleger mit mehr Anlagesumme deutlich weniger Geld zahlen sollten. Das Angebot bleibt gleich und auch die Verwaltung der Kunden ist dank automatisierten Prozessen nicht so aufwendig, dass es ein solcher Unterschied zwangsläufig und in voller Ausprägung verständlich ist. Natürlich steht es den Anbietern jedoch natürlich frei, mit attraktiveren Konditionen um Anleger zu werben, die mehr Geld als ein Kleinanleger zur Verfügung haben.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination von Verwaltungspauschale und Gewinnbeteiligung, die nur von wenigen Robo-Advisorn angeboten wird. Hierbei entrichten Anleger einen Fixbetrag, der abhängig vom Anlagevolumen ist. Zusätzlich erhält der Robo-Advisor einen bestimmten Prozentsatz vom Gewinn.

Fazit: Robo-Advisor lassen sich in verschiedene Arten unterteilen

Robo-Advisor sind teilweise sehr unterschiedlich. Deswegen lassen sich die digitalen Vermögensverwalter nach verschiedenen Kriterien aufteilen. Eine der häufigsten Unterscheidungen hängen von der Art des Service und der Lizenz seitens BaFin oder IHK ab. Diese Kategorien sind für Kunden durchaus von größerer Bedeutung. Sie entscheidet darüber, welche Dienstleistungen ein Anbieter überhaupt erbringen darf und ob der Kunde sein Portfolio möglicherweise selbst umschichten muss.

Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die zwischen aktiven und passiven Robo-Advisorn. Es handelt sich hier um zwei völlig unterschiedliche Konzepte, die beide ihre Daseinsberechtigung haben. Welche Art von Robo-Advisor über einen längeren Zeitraum die bessere Performance erzielen kann, muss sich erst noch zeigen. Alle Anbieter sind noch nicht lang genug auf dem Markt, als dass sich daraus verlässliche Daten ableiten lassen würden.

Eine weitere Möglichkeit, einen Robo-Advisor zu gestalten, ist das Investment in Fonds mit aktiver Verwaltung anstelle von ETFs. Sie werden genutzt, weil keine vergleichbaren ETFs zur Verfügung stehen, wie es bei ethischen Investments der Fall ist, oder schlicht aus Überzeugung. In jedem Fall verändern sie die Gebührenstruktur und bieten teilweise unterschiedliche Strategien oder zumindest Prioritäten.

Teilweise richten sich die Robo-Advisor ziemlich eindeutig an eine bestimmte Zielgruppe. Andere Anleger werden nicht zwangsläufig ausgeschlossen, könnten jedoch manche Anbieter attraktiver oder unattraktiver wahrnehmen oder Probleme haben, die Anforderungen hinsichtlich der Mindestanlage zu erfüllen. Auch bei der Gebührenstruktur besteht zwischen den einzelnen Anbietern ein Unterschied.

Welche Arten von Robo Advisorn gibt es? was last modified: Februar 11th, 2019 by ChrisHabeck01