In Schwellenländer investieren – Trading & Investments

In den europäischen und nordamerikanischen Wirtschaftsräumen fällt das Wachstum moderat aus. Deutlich schneller wächst die asiatische Wirtschaft, vor allem in China und Indien. Für Anleger bieten sich hier sehr interessante Möglichkeiten. Zumindest ein Teil des Kapitals könnte in solche Schwellenländer investiert werden. Der Ratgeber gibt einen Aufschluss über die Möglichkeiten und zeigt, worauf Anleger bei Emerging Markets besonders achten sollte.

Schwellenländer - Header

Was sind Schwellenländer?

Zu den Kennzeichen von Emerging Markets gehört, dass sie sich aktuell von einem Schwellenland zu einer Industrienation entwickeln. Als Zeichen dafür gilt ein besonders dynamisches Wirtschaftswachstum. Die etablierten Industrienationen können in diesem Bereich bei Weitem nicht mithalten. Europa hat diese Entwicklung bereits in den 1850er Jahren hinter sich gebracht.

In Emerging Markets sind Wachstumsraten zwischen 5 und 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts keine Seltenheit. Mittlerweile gehen etwa 34 Prozent des weltweiten Wachstums auf solche Staaten. Aufgrund des hohen Wachstums fielen die Folgen der Finanzkrise 2007 in diesen Ländern weit weniger negativ aus. Dazu weisen diese Länder einen relativ soliden Staatshaushalt auf. Die Verschuldung beträgt nur wenige Prozentpunkte des BIP. Bei den europäischen Staaten sieht dies deutlich anders aus. Im Schnitt liegt die Verschuldung bei über 60 Prozent des BIP, und damit deutlich über den Maastrichter Vertrag festgelegten Grenzen.

Warum lohnt sich eine Investition in Schwellenländer?

Für das Wachstum in Schwellenländern gibt es zahlreiche Gründe. Daraus ergeben sich für Investoren unterschiedliche Potenziale.

  • In vielen Schwellenländern fand in den letzten Jahren eine Liberalisierung des Finanzmarktes statt. Diese machen Investitionen überhaupt erst möglich.
  • Ein Grund für die hohen Wachstumsraten sind die vorhandenen Bodenschätze. Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt weltweit, was den Ländern hohe Einnahmen beschert. Dies sorgt allerdings auch für eine stärkere Krisenanfälligkeit. Gehen die Rohstoffpreise zurück, sinkt zumindest für einen kurzen Zeitraum auch das Wachstum.
  • Wachsende Bevölkerungszahlen bieten ebenfalls ein hohes Potenzial. Hohe Geburtenraten und ein niedriges Durchschnittsalter machen den Faktor Arbeit besonders günstig. Gleichzeitig treibt ein wachsender Binnenmarkt die Wirtschaft an. Insbesondere was die Nachfrage nach Alltagsprodukten betrifft, ist in Zukunft eine deutliche Steigerung zu erwarten. Für Anleger ergeben sich daraus sehr gute Rendite-Chancen.
  • Momentan beruht das Wachstum in Schwellenländern vor allem auf einem hohen Export. Aufgrund der geringen Löhne haben viele Großkonzerne wie Apple ihre Produktion in solche Länder verlagert. Im Vergleich zu den westlichen Industrienationen dürfte das Lohnniveau für längere Zeit niedrig bleiben. Dies sorgt für eine hohe Gewinnspanne, wovon Anleger ebenfalls profitieren.

Für Anleger ist es somit besonders lukrativ in Unternehmen zu investieren, welche in Schwellenländern produzieren. Für Konsum- und Exportgüter sind hohe Wachstumsraten zu erwarten.

Welche Risiken hat ein Investment in Schwellenländer?

Die Entwicklung der Schwellenländer war in den letzten Jahren zumeist positiv. Dennoch sind solche Investitionen deutlich risikoreicher als im nordamerikanischen oder europäischen Raum. Ein hohes Risiko besteht in der fehlenden Rechtssicherheit. So kommt es beispielsweise in Russland und China immer wieder vor, das Unternehmen verstaatlicht werden. Die Hürden hierfür sind deutlich niedriger als in Deutschland. Denkbar ist auch, eine stärkere Besteuerung von Aktionären in Schwellenländern.

Nicht zu unterschätzen ist auch die fehlende politische Stabilität einiger Schwellenländer. So kommt es beispielsweise in Nigeria immer wieder zu religiösen Konflikten. Die politische Lage in Russland gilt aufgrund des Ukraine-Konflikts ebenfalls als unsicher. Verschlimmert sich die Lage könnten Unternehmen aus dem betreffenden Land abziehen. Machtumstürze oder Revolten sind in einigen Schwellenländern ebenfalls nicht ausgeschlossen. Selbst Staaten wie die Türkei sind hiervon nicht gefeit, wie die aktuellen Ereignisse zeigen.

Natürlich stellen die beschriebenen Situationen eher den worst case dar. Ausgeschlossen sind sie jedoch nicht. Die Finanzmärkte der Schwellenländer bergen ebenfalls einige Gefahren. Freie Märkte gibt es oftmals erst kurze Zeit, sodass diese noch sehr volatil sind. Die Markttransparenz ist nicht in allen Ländern gegeben. Zudem sind die Bilanzvorschriften je nach Land sehr unterschiedlich. Dies kann für Probleme bei der Bewertung von Unternehmen sorgen.

Zusätzlich gibt es noch bei jeder Anlage ein Währungsrisiko. Dies ist zwar auch bei einem Investment in den USA gegeben, allerdings sind die Währungen in Schwellenländern deutlich anfälliger für Krisen. Verliert das Geld an Wert sinkt auch das Kapital des Anlegers in Euro. Anleger sollten sich dieses Risikos bewusst sein und sich unter Umständen durch Termingeschäfte hiergegen absichern.

Welche Schwellenländer sind besonders interessant für Anleger?

Aktuell liegen die USA und Europa bei der Wirtschaftsleistung noch vorne. Dies könnte sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten jedoch ändern. China ist bereits die größte Volkswirtschaft der Welt und wird diese Position sicher noch ausbauen. Die folgenden Schwellenländer bieten nach Ansicht der Analysten die besten Wachstumschancen.

  • Nigeria: In den letzten Jahren hat sich Nigeria unter den 20 größten Volkswirtschaften der Welt etabliert. Experten gehen davon aus, dass Nigeria neben Vietnam das bis 2050 am stärksten wachsende Land ist. Es wird von einem stabilen Wirtschaftswachstum von 5 Prozent in den nächsten Jahren ausgegangen. Damit könnte das westafrikanische Land bei der Wirtschaftsleistung sogar Deutschland überflügeln. Zu den Hauptgründen für die positiven Aussichten gehören die großen Rohstoffreserven. Das Land besitzt enorme Ölvorkommen. Bei sinkenden Ölpreisen könnte dies jedoch auch zum Problem werden. Ein weiteres Potenzial sind die verfügbaren Arbeitskräfte. Das Durchschnittsalter ist relativ gering, sodass der Arbeitsmarkt auch in den nächsten Jahren gut gefüllt ist.
  • Iran: Für den Iran prognostizieren Experten bis 2050 ein Wirtschaftswachstum von etwa 4 Prozent. Das Land verfügt über große Gas- und Ölvorkommen, die bereits jetzt höhere Erträge bringen als in Nigeria. Dazu wird die Wirtschaft besonders von petrochemischen Unternehmen und der Landwirtschaft geprägt. Die Metall- und KFZ-Industrie ist im Iran ebenfalls vertreten. Zu den Risikofaktoren gehört die unsichere politische Lage. In letzter Zeit hat sich die Situation jedoch etwas entspannt. Das Land ist wieder stärker auf die internationale Weltgemeinschaft zugegangen. In der Folge wurden unter anderem Handelsembargos aufgehoben.
  • Mexiko: 2014 lag Mexiko bei den stärksten Volkswirtschaften auf Platz 11. Es ist davon auszugehen, dass sich die Wirtschaftsleistung bis 2050 vervierfacht. Das Land profitiert vor allem von der räumlichen Nähe zu den USA. Viele Großkonzerne werden vom mittelamerikanischen Staat aus beliefert. Zudem sind die Arbeitslöhne in Mexiko deutlich niedriger. Bei einem Bevölkerungswachstum von 0,6 Prozent ist auf dem Arbeitsmarkt für Nachschub gesorgt.
  • Indien: Mit rund 1,2 Milliarden Einwohnern ist Indien nach China das bevölkerungsreichste Land. Experten gehen davon aus, dass Indien bis 2050 auf den ersten Platz vorrückt. Die Wirtschaft ist bereits seit Jahren auf Expansionskurs. Da auch die Zahl der Erwerbstätigen steigt, ist ein Ende des Wachstums nicht in Sicht. Gemessen am BIP ist Indien bereits die drittgrößte Volkswirtschaft weltweit. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen wird in Zukunft ansteigen, sodass Indien künftig auch als Absatzmarkt interessant wird.
  • Indonesien: Auch Indonesien gehört zu den größten Volkswirtschaften. Bis 2050 dürfte das Land auf den vierten Platz vorrücken. Indonesien profitiert in besonderem Maße vom Wirtschaftswachstum in China. Das Land der Mitte lagert seine Billigproduktion verstärkt nach Indonesien aus.

Neben den genannten gibt es noch weitere interessante Wachstumsmärkte. Hier ist besonders Russland und Brasilien zu nennen. Hohe Wachstumspotenziale gibt es auch in einigen südostasiatischen Ländern wie Thailand oder Vietnam. Bei der Fragen wo das Geld investiert wird, spielen somit auch individuelle Präferenzen eine Rolle.

Wie kann in Schwellenländer investiert werden?

Für ein Investment in Schwellenländer stehen Anlegern unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

  • Aktien: Eine Investition in Aktien ist vor allem bei unterbewerteten Unternehmen profitabel. Dies ist in vielen Schwellenländern der Fall. Natürlich besteht auch das Risiko, dass Anleger auf das falsche Pferd setzen. Wie bereits erwähnt sind die Bilanzierungsvorschriften oftmals sehr vage.
  • Investmentfonds: Viele Fondsmanager haben die Potenziale von Schwellenländern erkannt und entsprechende Fonds aufgelegt. Anleger sollten dabei genau auf die Zusammensetzung achten. Einige setzen komplett auf Emerging Markets, andere Investieren darin nur ein Teil des Vermögens.
  • ETFs: ETFs sind nicht durch deutlich günstiger, das Risiko wird hier auch wesentlich breiter gestreut. Bei der Suche nach einem passenden Fonds ist hier allerdings etwas mehr Eigeninitiative gefragt. Es gilt, die einzelnen Positionen im Fonds genau zu überprüfen und die Performance zu analysieren.

Fazit: Investitionen in Schwellenländer sind für risikobreite Anleger interessant

Schwellenlände bieten gute Rendite-Möglichkeiten bei entsprechend hohem Risiko. Das Wachstum war in den letzten Jahren zumeist sehr stabil und die Zukunftsaussichten sind positiv. Risiken bestehen unter anderem wegen der teilweise politisch instabilen Lage. Wer sich trotz des Risikos für ein Investment entscheidet, findet in den Ländern Mexiko, Nigeria, Indien, Iran und Indonesien wie auch in Brasilien und Russland gute Möglichkeiten.

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In Schwellenländer investieren – Trading & Investments was last modified: Juli 31st, 2016 by Hanspeter Volk

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