Preisentwicklung bei Rohstoffen – Infos für Broker & Trader

Die Preisentwicklung bei Rohstoffen ist von zahlreichen Faktoren abhängig:

Neben Angebot und Nachfrage spielen vor allem auch die vorhandenen Ressourcen, sowie die Qualität der Rohstoffe eine wichtige Rolle. Hierbei ist die Wahl des richtigen Brokers sehr entscheidend.

Rohstoffe und Preise – Trading um Gewinn und Verlust

Bei Rohstoffen handelt es sich um natürliche Ressourcen, welche in Industrie- und Agrarrohstoffe unterteilt werden. Eingeteilt werden Rohstoffe unter anderem in:

  • Energierohstoffe, wie beispielsweise Erdöl, Erdgas oder Kohle
  • Metallrohstoffe, wie beispielsweise Kupfer, Zink oder Stahl
  • Edelmetalle, wie Gold oder Silber
  • Agrarrohstoffe, wie Getreide, Holz oder Soja

Preisbildung bzw. Preisentwicklung beim Handel mit Rohstoffen

Die Preise bei den Rohstoffen folgen dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, führt dies zwangsläufig zu sinkenden Preisen. Umgekehrt kommt es zu einem Preisanstieg, wenn die Nachfrage das vorhandene Angebot übersteigt. Dazu wirken sich auch die vorhandenen Ressourcen sowie die Qualität und die Art des Abbaus ebenfalls auf den Preis aus. So erfordert die Gewinnung von fossilen und mineralischen Rohstoffe einen großen Aufwand und ist mit entsprechend hohen Kosten verbunden. Für die Förderung zeichnen sich oftmals nur wenige Unternehmen verantwortlich die versuchen, durch Spekulationen an Börsen und außerbörslichen Handelsplätzen den Preis künstlich hoch zu halten.

Ein weiterer Faktor ist die geografische Lage, in welcher der Rohstoff gefördert wird. Insbesondere die politischen Verhältnisse in den jeweiligen Ländern und Regionen können sich stark auf die Rohstoffpreise auswirken. Außerdem können auch Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen oder Dürreperioden die Preise für Rohstoffe in die Höhe treiben.

Preisentwicklung vs. Rohstoffimporte nach Deutschland in 2012

Rohstoffimporte nach Deutschland in 2012

Die Auswirkungen von Angebot und Nachfrage

Wie bereits erwähnt, wirken sich Angebot und Nachfrage in besonderem Maße auf die Rohstoffpreise aus. Vor allem die aufstrebenden Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien, sorgen für eine hohe Nachfrage nach Industrierohstoffen und Edelmetallen. Ein zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der Rohstoffpreise ist dies alleine jedoch nicht.

Es ist durchaus möglich, dass sich die Preise für ein und denselben Rohstoff unterschiedlich entwickeln. Dies ist ein Ergebnis der unterschiedlichen Anlageformen wie Termingeschäfte, Aktien, Zertifikate oder Optionen. Die Preisentwicklung bei Rohstoffen entscheidet sich insbesondere an den großen Warenterminplätzen. Zu den wichtigsten Handelsplätzen für Rohstoffe gehören:

  • London Metal Exchange (LME)
  • Tokyo Commodity Exchange (TOCOM)
  • Intercontinental Exchange (ICE) sowie Mercantile Exchange (NYMEX) in New York
  • Chicago Board of Trade (CBOT) und die Chicago Mercantile Exchange (CME)

Besonders die Spekulationen der großen Konzerne haben eine enorme Auswirkung auf die Preisentwicklung.

Konsequenzen für die Anleger durch die Preisentwicklung

Nicht zuletzt wirkt sich auch das Verhalten der Anleger auf die Preisentwicklung bei Rohstoffen aus. Vor allem in Zeiten von Finanzkrisen und sinkenden Börsenkursen weichen viele Investoren auf Edelmetalle und andere Rohstoffe aus. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung und einer wachsenden Weltbevölkerung wird von einer wachsenden Nachfrage ausgegangen, was den Handel mit Rohstoffen zu einer lukrativen Sache macht. Durch den fortschreitenden Klimawandel ist in Zukunft verstärkt mit Naturkatastrophen oder Ernteausfällen zu rechnen, was sich nachhaltig auf die Rohstoffpreisentwicklung auswirkt.

Demgegenüber steht eine Verknappung der Rohstoffe in Verbindung mit zunehmenden Konflikten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Im Zuge dessen werden Rohstoffe vermehrt dazu genutzt, die eigenen Interessen durchzusetzen. Rohstoffe bieten jede Menge Raum für Spekulationen und Gewinne, was jedoch immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Das Handeln mit Rohstoffen erfordert branchenspezifische Marktkenntnisse sowie ein ausführliches Fachwissen in den verschiedenen Anlageformen.

Ausblick auf die Preisentwicklung bei Rohstoffen

Was mögliche Kurssteigerungen betrifft, wird dem Rohstoff Öl das größte Potenzial zugerechnet. Dies liegt in erster Linie an den begrenzten Ressourcen, welche Experten zufolge bis ins Jahr 2050 erschöpft sind. Vor allem die stark wachsende Bevölkerung und der wirtschaftliche Aufstieg in Indien und China führt zu einer starken Nachfrage nach Rohstoffen. Aus diesem Grund gibt es auch was die Preisentwicklung bei Agrarrohstoffen betrifft positive Einschätzungen.

Da die Ölreserven irgendwann aufgebraucht sind, werden entsprechende Ersatzrohstoffe benötigt. Vor allem Biokraftstoffe, die aus Agrarrohstoffen gewonnen werden dürften sich positiv entwickeln. Dies gilt insbesondere für sogenannte Soft Commodities, wie Getreide und Zucker. Doch Vorsicht, bei Agrarrohstoffen kann es auch schnell zu einem Überangebot kommen, was zu einem raschen Preissturz führen kann. Deshalb sind Agrarrohstoffe eher für langfristige Investitionen geeignet, wobei die bisherige Entwicklung immer berücksichtigt werden sollte.

Die Entwicklung der Agrarrohstoffe kann jedoch auch in eine komplett andere Richtung gehen. Durch den Klimawandel ausgelöste Naturkatastrophen, Ernteausfälle und Dürreperioden wirken sich stark auf die Preise aus. Gleichzeitig sorgt die steigende Weltbevölkerung dafür, dass immer mehr Ackerflächen für den Wohnungsbau geopfert werden. Was für die Menschen in den betroffenen Ländern extrem negative Auswirkungen hat, bietet für Anleger aufgrund steigender Preise deutliche Vorteile.

Bei Slideshare in unserem Account können Sie sich die Erfahrungsberichte als Präsentation herunterladen, um sich den besten Broker für Forex, Aktien, CFD, Binäre Optionen und Rohstoffe in Deutschland aus zu suchen.

Suchen Sie sich jetzt hier den besten Broker für Rohstoffe aus!

preisentwicklung

 

Wichtige Gründe, die für tendenziell steigende Rohstoffpreise sprechen:

  • Aufgrund der weiterhin rasch wachsenden Weltbevölkerung kommt es bei den meisten Rohstoffen zu einer natürlichen Steigerung der Nachfrage.
  • Die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern und einigen Entwicklungsländern wird auch in Zukunft kräftig voranschreiten. Dadurch schließt sich die Schere zwischen diesen Ländern und den Industriestaaten weiter und die Lebensstandards gleichen sich entsprechend an. Durch die Verbesserung der Standards in bevölkerungsreichen Ländern wie China oder Indien wird der Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen sprunghaft ansteigen.
  • Die Ernährungsgewohnheiten in den aufstrebenden Ländern gleichen sich ebenfalls an die westlichen Gewohnheiten angleichen. Dies führt zwangsläufig zu einer Nachfragesteigerung bzw. Nachfrageverschiebung bei den Agrarrohstoffen. Insbesondere die Nachfrage an Fleisch dürfte in den nächsten Jahren nochmals stark ansteigen. Für dessen Produktion werden dann auch deutlich mehr andere Rohstoffe wie beispielsweise Getreide benötigt.
  • Bei den hoch entwickelten Industrienationen wird ebenfalls eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen erwartet. Durch die bereits erwähnte Anpassung der Lebensverhältnisse in Schwellen- und Industrieländern verbrauchen die Industrieländer ebenfalls deutlich mehr Rohstoffe. Dies liegt unter anderem daran, dass bestimmte hochtechnologisierte Produkte nach wie vor hauptsächlich in den großen Industrieländern produziert werden. Bestes Beispiel hierfür sind der Maschinenbau sowie die PKW-Produktion.

Neben der zu erwartenden realen Nachfragesteigerung durch steigende Produktionszahlen führen auch die verstärkten Investitionen in Rohstoffinvestments zu tendenziell steigenden Preisen an den Rohstoffmärkten. Nachdem die Rohstoffpreise seit einigen Jahren wieder kräftig steigen hat auch das weltweite Interesse der Investoren stark zugenommen. Dabei erfolgt die Anlage nicht primär in die Aktien der Unternehmen, sondern in Rohstoffe selbst. Zum einen greifen immer mehr Privatanleger auf Gold und andere Edelmetalle zurück und zum anderen nutzen auch professionelle Anleger, wie Banken und Versicherungen, Rohstoffe als Kapitalanlage. Hier wird sowohl auf kurzfristige Preisveränderungen spekuliert wie auch langfristige Geldanlagen getätigt.

Die Motive für eine Geldanlage in Rohstoffen fallen je nach Anleger höchst unterschiedlich aus. Im Vergleich zu den langfristigen Investments an den Aktienmärkten fallen die Renditen bei Rohstoffanlagen deutlich höher aus. So ist beispielsweise der Rohstoffindex Rogers International Commodity Total Return Index in einem Zeitraum von 10 Jahren stärker gestiegen als der amerikanische S+P 500 Aktienindex. Auch bei kurzfristigen Investments sind die Renditen bei Rohstoffen oftmals höher als bei Aktien.

Preisentwicklung Rohstoffe - Vergleich AktienWie die Abbildung zeigt, ist die Investition in Rohstoffe nichts für schwache Nerven. Die Schwankungen fielen hier noch um einiges stärker aus wie bei den ebenfalls nicht als risikoarm geltenden Aktien. Experten gehen davon aus, dass es auch bei künftigen Investitionen in Rohstoffe zu starken Preisschwankungen kommen wird. Deshalb sollten sich nur Anleger die mit einer solch hohen Volatilität zurechtkommen für eine Anlage in Rohstoffe entscheiden. Zudem ist es wichtig, die zur Verfügung stehenden Risikomanagementverfahren wie Stop-Loss Marken konsequent zu nutzen.

Notwendige Streuung der Investments

Anleger die sich bisher vornehmlich mit Investitionen außerhalb des Rohstoffsektors beschäftigt haben werden künftig vermutlich mehr in diesem Bereich investieren. Hierfür spielen neben Spekulationsgesichtspunkten auch andere Überlegungen eine wichtige Rolle. Zu nennen ist hier in erster Linie die sogenannte Diversifikation. Schließlich ist der Spruch „Never put all the eggs in one basket“ eine altbekannte Börsenweisheit. Gemeint ist damit die unter Risiko- und Ertragsgesichtpunkten empfohlene Vermögensverteilung auf mehrere Assetklassen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Verluste bei den Aktien durch stabile oder gar steigende Kurse an den Rohstoffmärkten ausgleichen. Gerade in Krisenzeiten kommt es immer wieder zu starken Einbrüchen an den Aktienmärkten. Hiervon sind mit Ausnahme von sicheren Staatsanleihen nahezu alle Vermögenswerte betroffen. Eine breite Streuung bietet erfahrungsgemäß den besten Schutz, wenn es an einzelnen Märkten zu starken Einbrüchen kommt.

Entwicklung der Rohstoffe im Vergleich zu Aktien und Rentenmärkten

Auf lange Sicht gesehen geht die Entwicklung der Rohstoffpreise nur geringfügig mit den Aktienmärkten einher. Oftmals sind sogar gänzlich umgekehrte Kursverläufe zu beobachten. Experten sprechen in diesem Fall davon, dass die Preise für Rohstoffe nur gering bis negativ korreliert mit Anleihen oder Aktien sind. Zwar haben sich die Rohstoffpreise in den letzten Jahren auch schon im Einklang mit den Aktienmärkten entwickelt haben, dennoch dürfte sich dieses Muster auch in Zukunft fortsetzen. Nach dem großen Finanzcrash 2008 gingen sowohl Aktienmärkte wie auch Rohstoffpreise nach unten.

Generell bietet der Rohstoffhandel jedoch Ertragsmöglichkeiten, welche zum großen Teil unabhängig von anderen Anlageklassen sind. Als Faustregel gilt, dass sich Rohstoffpreise vor allem dann gut entwickeln, wenn die Anleger von Aktien und Anleihen enttäuscht sind. Für große Investoren wie Banken und Versicherungen gelten nicht umsonst gesetzliche Vorgaben, das Kapital ihrer Kunden möglichst breit gestreut zu investieren. Auf diese Weise lässt sich ein Depot mit Anleihen und Aktien sehr gut mit Rohstoffen diversifizieren. Mit der Beimischung von Rohstoffen kann das Risiko- und Renditeprofil eines Depots auf einfache Weise optimiert werden.

Preisentwicklung Rohstoffe - Anlageklassen Vergleich

Die Tabelle zeigt für den Zeitraum von fünf Jahren und einem Jahr die Korrelationen verschiedener Anlageklassen zueinander. Die Kennziffern können dabei einen Wert zwischen +1 und -1 annehmen. Durch einen Wert von +1 wird dargestellt, dass sich zwei Anlageklassen im Gleichklang zueinander entwickeln. In diesem Fall wird das Risiko eines Portfolios durch Aufteilung in die beiden Klassen nicht reduziert. Bei einem Wert von -1 entwickeln sich die Preise gegensätzlich. Nimmt die Assetklasse A an Wert zu verliert die Klasse B in gleichem Umfang. Dagegen bedeutet eine Korrelation von 0, dass sich die Preise zweier Anlageklassen komplett unabhängig voneinander entwickeln. In diesem Fall lässt sich kein Zusammenhang der beiden Kursverläufe feststellen. Dunkelgrüne Felder besagen eine hohe und rote Felder eine negative Korrelation.

Anhand der Tabelle lässt sich sehr gut erkennen, dass Rohstoffe wie Gold oder Silber im Vergleich mit Aktien und Zinsen eine sehr geringe oder gar negative Korrelation aufweisen. Daraus ergibt sich gegenüber den klassischen Anlageformen ein sehr guter Diversifikationseffekt, welcher auch in Zukunft Bestand haben dürfte. Aufgrund dieser Tatsache sowie die zahlreichen Crashs der letzten Jahre ist davon auszugehen, dass Rohstoffe künftig bei Anlegern noch stärker im Fokus stehen. Die Folge ist eine steigende Nachfrage an den Rohstoffmärkten.

Korrelationen können schwanken

Wer sich die Korrelationen betrachtet, sollte immer im Blick behalten, dass sich der Zusammenhang zwischen zwei Kursverläufen über einen längeren Zeitraum stark verändern kann. Vor allem in Zeiten großer Krisen neigen sämtliche Anlageklassen dazu im Preis nachzugeben. Die gerade für solche Fälle wichtige Diversifikation ist dann nicht mehr gegeben. Dies war beispielsweise nach der Pleite von Lehman Brothers der Fall. In dieser Zeit stürzten fast alle Märkte im Gleichschritt ab. Hierbei stiegen auch die Korrelationen von zuvor nur wenig miteinander verbundenen Kursverläufen sprunghaft an. Sämtliche Anlagen die nur ein gewisses Risiko beinhalten wurden in dieser Zeit auf den Markt geworfen.

Expertentipp:

Bei der Investition in Rohstoffe ist es ganz besonders wichtig, die Entwicklung des Marktes im Auge zu behalten und auch schnell reagieren zu können, wenn sich hier Veränderungen zeigen.

Inflation bei Rohstoffen?

Neben der Diversifikation ist die Angst vor einer steigenden Inflation ein weiterer Grund, warum der Rohstoffhandel bei Anlegern immer mehr Beachtung findet. Zu einem Kaufkraftverlust kommt es immer dann, wenn die Renditen auf den Kapitalmärkten nicht ausreichen, um die steigenden Preise auszugleichen. Beträgt die Inflationsrate in einem Jahr beispielsweise 2 Prozent und erzielen Anleger nur eine Rendite von 1 Prozent ergibt sich ein Kaufkraftverlust der Anlage von 1 Prozent. Experten sprechen hier auch von einer Negativrendite in Höhe von -1 Prozent. Können Inhaber von festverzinslichen Anlagen die Inflation nicht ausgleichen werden sie sich automatisch nach andere Anlageformen wie Rohstoffen umsehen.

Deshalb steigen die Rohstoffpreise in Zeiten mit hohen Inflationsraten in der Regel stark an. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren gab es immer wieder Zeiträume mit einer stark steigenden Inflation und damit verbunden stark steigenden Rohstoffpreisen. Daraus kann sich mitunter ein Teufleskreis entwickeln, da steigende Preise für Rohstoffe mitunter zu einer noch höheren Inflation führen. Gold gehört schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Instrumenten, um das eigene Kapital vor einer Geldentwertung zu schützen. Dazu bieten sich auch andere regelmäßig nachgefragte und benötigte Rohstoffe zur Kaufkraftsicherung an.

Ölpreis Exxon

Folgen Sie uns auf  Twitter und Facebook

Preisentwicklung bei Rohstoffen – Infos für Broker & Trader was last modified: Juni 8th, 2016 by Deutsche Forex Broker