Die k├╝ndbaren Obligationen

obligationen

Eine k├╝ndbare Obligation erm├Âglicht es dem Investor oder Emittenten eine Obligation zu einem oder multiplen fixen Zeitpunkten k├╝ndigen zu k├Ânnen, wenn dies im Voraus vereinbart wurde. Es ist demnach m├Âglich die k├╝ndbaren Obligationen in der Position des Investors zu verkaufen. Der Emittent kann k├╝ndbare Obligationen somit erwerben. H├Ąufig erh├Ąlt der Investor beziehungsweise Emittent einen Zeitraum genannt, in welche die k├╝ndbare Obligation nicht vorzeitig gek├╝ndigt werden k├Ânnen. Dieser Zeitraum nennt sich Vorlaufzeit. Jedoch ist es dem Investor m├Âglich von dem Recht der vorzeitigen K├╝ndigung zu profitieren, wenn die Zinsen der Obligation h├Âher sind als eine Kreditaufnahme. Der Emittent zielt darauf ab eine Obligation zu k├╝ndigen, wenn dieser realisiert, dass eine Mittelbeschaffung auf dem Finanzmarkt zu g├╝nstigeren Konditionen m├Âglich ist. Der Investor verfolgt das gegenteilige Ziel und k├╝ndigt die Obligation, wenn der Marktzins ├╝ber jenem der Obligation liegt.

Die k├╝ndbaren Obligationen gibt es in unterschiedlichen Varianten

Zu diesen z├Ąhlen die:

– Callable-Obligationen

– Putable-Obligationen

– Pr├Ąmienanleihe

– Tilgungsanleihe

Die Putable-Obligation

Der Investor hat bei einer Putable-Obligation die M├Âglichkeit eine fr├╝hzeitige R├╝ckzahlung dieser zu erwirken, er ist jedoch nicht dazu verpflichtet. In der Regel ist eine Putable-Obligation f├╝r den Investor ein profitables Gesch├Ąft, da diese h├Âhere Zinss├Ątze offeriert als klassische Obligationen. Deshalb sollte die Putable-Obligation lediglich dann gek├╝ndigt werden, wenn der Marktzins einen Anstieg verzeichnet hat und der Investor somit eine Geldanlage t├Ątigen kann, die besser verzinst ist als die Putable-Obligation. Au├čerdem ist es sinnvoll die Putable-Obligation dann zu k├╝ndigen, wenn die Kreditw├╝rdigkeit des Schuldners sinkt.

Die Pr├Ąmienanleihe

Bei der Pr├Ąmienanleihe, welche h├Ąufig auch als Losanleihe bezeichnet wird, erh├Ąlt der Emittent sein Kapital in Raten zur├╝ckgezahlt. Aufgrund der Tatsache, dass die Pr├Ąmienanleihe eine geringe Verzinsung erh├Ąlt, wurde die Zahlung einer Pr├Ąmie eingef├╝hrt. Durch eine Auslosung wird bestimmt, wann die Tilgung beziehungsweise Zahlung der Pr├Ąmie erfolgt. Dies bedeutet, dass der Investor bei dem Erwerb einer Pr├Ąmienanleihe nicht wei├č, wann die R├╝ckzahlung dieser erfolgt.

Die Losanleihe

Diese Form der Anleihe verf├╝gt in der Regel ├╝ber keine Verzinsung und keinen Termin zur R├╝ckzahlung. Jeden Monat findet jedoch eine Verlosung statt. Wird eine betreffende Anleihe ausgelost, wird diese zur├╝ckgezahlt und mit einem Preisgeld belohnt. In Ausnahmef├Ąllen gibt es Losanleihen, welche einen geringen Zinssatz und eine fixe F├Ąlligkeit besitzen.

Die Callable-Obligationen

Die Callable-Obligationen k├Ânnen durch den Emittenten vor dem Ende der Laufzeit gek├╝ndigt werden. Im Rahmen der Callable-Obligationen gibt es die M├Âglichkeit einer mehrfach und einfach k├╝ndbaren Obligation. Bei einer einfach k├╝ndbaren Obligation kann der Emittent innerhalb eines im Voraus bestimmten Zeitraums eine R├╝ckzahlung vornehmen. Hat eine Callable-Obligation die M├Âglichkeit einer mehrfachen K├╝ndigung, gibt es multiple M├Âglichkeiten der R├╝ckzahlung beziehungsweise K├╝ndigung der Obligation. Ein Vorteil der einfach k├╝ndbaren Obligationen sind die h├Âheren Kuponzahlungen im Vergleich zu klassischen Obligationen. Bei den Kuponzahlungen gilt der Grundsatz, dass diese h├Âher ausfallen, wenn es multiple R├╝ckzahlungsoptionen gibt. Der Zinsgewinn einer Kuponzahlung kann mit folgender Formel berechnet werden:

Ze = (Zn / Nw * 100) + [(100 + A ÔÇô Nw) / L]

L = Laufzeit

Nw = Nennwert

A = Disagio

Zn = nominale Verzinsung

Ze = effektive Verzinsung

F├╝r den Emittenten ist es vorteilhaft, wenn dieser die Callable-Obligation k├╝ndigt, sobald der Zins f├╝r Obligationen sinkt.

Die beliebtesten Callable-Obligationen

Eine bei Investoren und Emittenten beliebte und einfach k├╝ndbare Obligation ist der Reverse Floater.

Der Reverse Floater

Bei dieser Form der Callable-Obligation kann der Emittent die Obligation nach einer gewissen Vorlaufzeit k├╝ndigen und zum B├Ârsenkurs beziehungsweise Nennwert zur├╝ckzahlen. Innerhalb dieser Vorlaufzeit ist die Obligation fix verzinst. L├Ąuft die Obligation bis zum Ende der Laufzeit, ist der Zinssatz variabel. Der Investor erh├Ąlt aufgrund des Sonderrechts der vorzeitigen K├╝ndigung einen attraktiven Zinssatz, welcher oberhalb des Marktzinses liegt.

Bei den mehrfach k├╝ndbaren Obligationen sind die Nullkuponobligationen, die Reverse Floater, die Range Accruals sowie die Zero Reverse Floater besonders beliebt.

Die Nullkuponobligationen

Die Nullkuponobligation wird h├Ąufig auch als Zerobond bezeichnet. Die Obligation unterscheidet sich von anderen Obligationen deutlich, da diese im Rahmen der Laufzeit keine zus├Ątzlichen Zahlungen von Zinsen erfordert. Am Ende der Laufzeit beziehungsweise nach der K├╝ndigung der Obligation werden die Zinsen zusammen mit der Tilgung beglichen. Aufgrund der fehlenden Zinsertr├Ąge w├Ąhrend der Laufzeit erh├Ąlt der Investor einen profitreicheren Betrag am Ende der Laufzeit zur├╝ckgezahlt. Auch der steuerliche Aspekt der Nullkuponobligation ist f├╝r den Investor vorteilhaft. Die Ertr├Ąge aus den Zinsen m├╝ssen erst bei dem Erreichen der F├Ąlligkeit beziehungsweise dem Tag der K├╝ndigung der Obligation gezahlt werden.

Die Range Accruals

Auch die Range Accruals werden im Bereich der Call-Obligationen h├Ąufig genutzt, da diese Obligation eine sehr gute M├Âglichkeit f├╝r Investoren ist eine gro├če Rendite zu erzielen, welche oberhalb des Marktniveaus liegt. Der Investor hat bei den Range Accruals die M├Âglichkeit, dass sich die Zinsen in einem gewissen Rahmen bewegen, welcher als „Range“ bezeichnet wird. Tritt dieser Fall ein, erh├Ąlt der Investor einen attraktiven Zinssatz innerhalb eines gewissen Zeitraums. Als Grundsatz gilt, dass der Zinssatz dann h├Âher ist, wenn der Index die komplette „Range“ h├Ąufig ausnutzt.

Die Reverse Floater

Auch die Reverse Floater k├Ânnen multiple k├╝ndbar sein. Nach dem Verstreichen der Vorlaufzeit kann der Emittent die Obligation zu mehreren Terminen k├╝ndigen. Die Besonderheit dieser Obligation besteht darin, dass der Investor von einem sinkenden Marktzins profitiert. Dies liegt daran, da sich der Reverse Floater durch die Diskrepanz zwischen dem als Referenz genutzten Zinssatz und einem fixen Zinssatz bewegt. Aus dieser Differenz erh├Ąlt der Investor einen variablen Zinssatz, der mit einer Limitierung versehen ist. Kommt es dazu, dass der Referenzzinssatz sinkt, f├╝hrt dies zu einem Vorteil f├╝r den Investor, da dieser einen gesteigerten Zinsertrag erh├Ąlt.

Die Zero Reverse Floater

Die Zero Reverse Floater stellen eine weitere M├Âglichkeit der mehrfach k├╝ndbaren Obligation dar. Ebenso wie bei dem Reverse Floater wird der Zinssatz auch hier aus der Diskrepanz eines Referenzzinssatzes und eines im Voraus bestimmten fixen Zinssatzes ermittelt. Die Auszahlung der Kupons erfolgt wie bei der Nullkuponobligation nicht nach dem Ablauf der jeweiligen Periode. Nach der K├╝ndigung der Zero Reverse Floater werden die Zinsen und die Obligation beglichen.

Die Kennzeichen von Call-Obligationen und deren Beurteilung

Eine Call-Obligation besteht aus zwei Hauptkomponenten. Diese Komponenten sind der Bond und die Call-Option.

Hat der Emittent von seinem Recht der vorzeitigen K├╝ndigung Gebrauch gemacht, weil beispielsweise der Marktzins gesunken ist, muss der Investor wieder auf dem Markt investieren. Da der Emittent jedoch die Obligation vorzeitig gek├╝ndigt hat, erh├Ąlt der Investor eine geringere Rendite. F├╝r eine k├╝ndbare Obligation ist es charakteristisch, dass es im Vergleich zu unk├╝ndbaren Obligationen eine geringere Wertsteigerung gibt, wenn der Marktzins sinkt.

Um eine k├╝ndbare Obligation beurteilen zu k├Ânnen werden der Yield to Maturity und der Yield to Call berechnet.

Der Yield to Maturity

Der Yield to Maturity zeigt die Rentabilit├Ąt einer Obligation auf und wird im Finanzbereich h├Ąufig mit YTM abgek├╝rzt. Der Yield to Maturity basiert auf der Grundlage, dass der Barwert dem Wert der Obligation entspricht. Zur Bestimmung des Yield to Maturity werden deshalb die folgenden Gr├Â├čen ben├Âtigt:

– der Cash Flow

– der Barwert

– ein Diskontsatz

Die Bestimmung der Yield to Maturity ist generell nur ann├Ąhernd m├Âglich.

Der Yield to Maturity errechnet sich deshalb wie folgt:

Yield to Maturity Formel

Der Yield to Maturity ist besonders dann n├╝tzlich, wenn es darum geht eine Entscheidung bez├╝glich einer Investition zu treffen. Nach der Errechnung der Yield to Maturity kann der Investor diesen mit der ben├Âtigten Rendite vergleichen, um festzustellen, ob eine Obligation attraktiv ist oder nicht. Au├čerdem k├Ânnen mithilfe der Yield to Maturity Obligationen und Kupons mit unterschiedlichen Laufzeiten verglichen werden.

Im Rahmen der Yield to Maturity gibt es unterschiedliche Varianten wie den:

– Yield to Call (YTC)

– Yield to Put (YTP)

– Yield to Worst (YTW)

Der Yield to Put zeigt an, dass der Inhaber ein Obligation diese zu einem fixen Preis an einem bestimmten Tag zur├╝ckzahlen kann. Der Yield to Worst ermittelt die niedrigst m├Âgliche Rendite einer Obligation. Der Yield to Call zeigt die Rendite zu einem bestimmten Zeitpunkt der K├╝ndigung. Da hierbei die Cash Flows sowie die Zahlung zu dem bestimmten K├╝ndigungszeitpunkt ber├╝cksichtigt werden, kann der Yield to Call einer Obligation differieren. Durch die Bestimmung dieser Renditen kann der beste K├╝ndigungszeitpunkt einer Obligation identifiziert werden.

Die k├╝ndbaren Obligationen und deren Chancen

Bei der klassischen Obligation m├╝ssen der Emittent und der Investor eine Laufzeit dieser beachten. Deshalb kann der Emittent nicht von dem Investor erwarten, dass dieser eine Obligation vor dem Ende ihrer Laufzeit zur├╝ckzahlt. Ebenso ist es nicht gestattet, dass der Emittent die Obligation fr├╝her k├╝ndigt. Die k├╝ndbare Obligation bietet dem Investor und Emittenten somit ein spezielles Recht an. Da eine k├╝ndbare Obligation schon vor dem Ende der Laufzeit gek├╝ndigt werden kann, haben Investoren und Emittenten eine hohe Flexibilit├Ąt. Dieses Recht der vorzeitigen K├╝ndigung kann somit entweder vom Emittenten, dem Investor oder beiden Parteien ausgehen. Die einzig m├Âgliche Limitierung ist jene nach dem Abschluss der k├╝ndbaren Obligation. Hierbei wird sichergestellt, dass innerhalb eines fixen Zeitraums keine K├╝ndigung erfolgen kann. Vorteilhaft ist, dass der Emittent die Obligation dann k├╝ndigen kann, wenn dieser feststellt, dass die Obligation im Vergleich zum Marktzins zu hohe Zinsen offeriert, insofern die Vorlaufzeit verstrichen ist. Der Investor kann auf der anderen Seite von der k├╝ndbaren Obligation profitieren, wenn dieser die Obligation k├╝ndigt, sobald auf dem Finanzmarkt eine Obligation zu einer besseren Verzinsung verf├╝gbar ist.

Die k├╝ndbaren Obligationen und deren Risiken

Aufgrund der aktuellen Lage der Zinsen ist es f├╝r viele Unternehmen vorteilhaft ihre hoch verzinsten Obligationen zur├╝ckzufordern und die finanziellen Mittel dazu zu nutzen neue Obligationen mit niedrigeren Kupons auszugeben, was f├╝r den Investor zu einer unerw├╝nschten Situation f├╝hrt. Deshalb ist es zu erwarten, dass in naher Zukunft viele weitere Unternehmen vom Call auf Kosten des Investors profitieren. Sinken die Kurse von Obligationen, kann dies ein Anzeichen eines zuk├╝nftigen Calls sein. Durch entsprechende Optionen k├Ânnen Investoren ihr Risiko jedoch verkleinern. So kann ein Investor mit der MH-Option beispielsweise einen vorzeitigen Call erleben, jedoch muss der Emittent die kompletten Zinsen bis zum genannten Termin begleichen. Im Gegensatz zur MH-Option ist die AO-Option deutlich riskanter. Hier hat der Emittent das Optionsrecht jederzeit eine K├╝ndigung auszusprechen. Bei der BO-Option kann der Emittent von einem multiplen K├╝ndigungsrecht Gebrauch machen. Wird eine Obligation gek├╝ndigt bedeutet dies nicht automatisch, dass alle Obligationen gek├╝ndigt werden. Hierbei kann der Emittent beispielsweise nur einen gewissen Prozentsatz k├╝ndigen, welcher nachfolgend allen Investoren vom Depot abgezogen wird. Bei einer k├╝ndbaren Obligation, welche komplett gek├╝ndigt wird, hat der Investor jedoch keine M├Âglichkeit dies zu verhindern und muss die Entscheidung des Emittenten akzeptieren.

Die H├Âhe des Risikos und die Pr├Ąmie┬á

Durch das Wahrnehmen einer Callable-Obligation besteht f├╝r Investor beziehungsweise Emittenten das Risiko einer vorzeitigen K├╝ndigung der Obligation. Da eine K├╝ndigung mit gro├čen finanziellen Risiken behaftet sein kann, wird eine Risikopr├Ąmie gezahlt. Damit die Pr├Ąmie f├╝r das Risiko errechnet werden kann, muss der Barwert des zuk├╝nftigen Zahlungsstroms errechnet werden. Dieser ergibt sich aus den jeweiligen Bedingungen der K├╝ndigung sowie der m├Âglichen Entwicklung der Zinsen in der Zukunft. Bei der Errechnung der durchschnittlichen Pr├Ąmie wird bei einer vorzeitigen M├Âglichkeit der K├╝ndigung der fr├╝heste Termin ber├╝cksichtigt. Damit die Pr├Ąmie jedoch beurteilt werden kann, muss diese mit der H├Âhe des Risikos in Verbindung gesetzt werden. Deshalb ist das Risiko der jeweiligen k├╝ndbaren Obligation mathematisch zu bestimmen. Hierbei ist es n├Âtig die k├╝nftigen Zahlungsstr├Âme, die Termine der K├╝ndigung sowie die Zinss├Ątze zu wissen.

Au├čer den bereits ber├╝cksichtigten Risiken kann bei einer Callable-Obligation ein Liquidit├Ąts-, Bonit├Ąts- und Wechselkursrisiko bestehen.

Das Wechselkursrisiko entsteht durch Schwankungen des Kurses, welche die Rendite der Investoren reduzieren k├Ânnen. Das Risiko ergibt sich demnach aus der Diskrepanz zwischen dem Soll- und Ist-Wert der Rendite.

Das Liquidit├Ątsrisiko erm├Âglicht es eine Obligation zu jeder Zeit verkaufen und erwerben zu k├Ânnen. Hat beispielsweise ein Investor nicht gen├╝gend Liquidit├Ąt, kann dies deutliche Auswirkungen auf die Rendite haben, da der Kurs der k├╝ndbaren Obligation unter Umst├Ąnden stark schwanken kann und deshalb eine schnelle Reaktion des Investors erfordert. Es ist jedoch abzugrenzen, dass private Investoren weniger von diesem Risiko betroffen sind als Investoren von Instituten, da hierbei eine Differenz in der H├Âhe der get├Ątigten Investitionen besteht.

Neben dem Wechselkurs- und Liquidit├Ątsrisiko ist das Bonit├Ątsrisiko im Gesch├Ąft mit den Obligationen ma├čgeblich. Durch eine gute Bonit├Ąt wird die Zahlungsf├Ąhigkeit des Schuldners gew├Ąhrleistet. Sinkt die Bonit├Ąt, k├Ânnen Obligationen eine niedrigere Bonit├Ątsnote erhalten. Durch die Bonit├Ątsnote wird die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ausgedr├╝ckt, welche demnach f├╝r den Investor gro├če Nachteile erzeugen kann.

Die k├╝ndbaren Obligationen was last modified: November 14th, 2015 by Deutsche Forex Broker

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