Cringle, Avuba, Number26 und Cookies – Geld versenden per App

Was können die Anwendungen fürs Smartphone?

Wer kenn das nicht? Man schuldet jemand einen kleineren Betrag und schafft es irgendwie nicht, diesen zurückzuzahlen. Mal ist das Portemonnaie leer und mal kann der Gegenüber nicht passend rausgeben. Mit den sogenannten Peer-to-Peer-Payment-Apps soll dieses Problem endgültig der Vergangenheit angehören. Mit diese Anwendungen lassen sich kleinere Geldbeträge bequem übers Handy versenden – meisten sogar völlig kostenlos. Doch wie funktioniert der Geldversand eigentlich und worin unterscheiden sich die Apps von Cringle, NUMBER26 oder Cookies?

P2P Payment - Header

Wie funktionieren P2P Payment überhaupt?

P2P Payment - Funktion Cringle

Funktionsweise von Cringle

Smartphones bieten für nahezu jedes Problem die passende App. Eine P2P-Payment-App leistet immer dann gute Dienste, wenn kleinere Geldsummen beispielsweise für die Taxifahrt oder ein gemeinsam gekauftes Geschenk zurückgezahlt werden müssen. P2P Payment steht für finanzielle Transaktionen zwischen zwei Privatpersonen. Aktuell drängen gleich mehrere Start-ups wie NUMBER26, Cringle oder Cookies mit dem Ziel auf den Markt, das Versenden von Geld so einfach wie Senden einer SMS zu gestalten. Dabei orientiert man sich am bekannten System von PayPal, mit dem Zahlungen per E-Mail zwischen zwei Personen gesendet werden können. Nutzer benötigen hierfür lediglich ein PayPal Konto sowie die E-Mail-Adresse des Empfängers. Ähnlich funktionieren auch die Apps, wobei Zahlungen hier von einem Smartphone zum anderen übertragen werden. Dies bietet den Vorteil, dass Zahlungen direkt vor Ort eingesammelt werden können, wenn beispielsweise die Rechnung im Restaurant von einer Person übernommen wurde.

Um Geld über eine der Apps zu versenden, wird einfach die Rufnummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers im Adressbuch ausgewählt bzw. manuell eingegeben. Bei den meisten Anwendungen kann zudem auf die Kontakte in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zugegriffen werden. Im Anschluss noch den gewünschten Betrag eingeben und die Zahlung abschicken. Je nach App wird der Betrag vom Konto, einem PayPal Account oder der Kreditkarte abgebucht. Bei einigen Apps funktioniert das Ganze auf Prepaid-Basis, sodass vorab ein Guthaben eingezahlt werden muss. Der Empfänger muss nicht zwangsläufig beim genutzten Dienst registriert sein. Ist dies nicht der Fall wird per SMS ein Link zur Webseite übermittelt, auf welche die Kontodaten eingetragen werden können. Möglich ist zudem, dass die Zahlung unter Vorbehalt gesendet wird. Eine Auszahlung erfolgt dann direkt nach der Registrierung, welche in der Regel einfach und schnell erledigt ist. Registrierte Nutzer erhalten ihr Geld sofort gutgeschrieben. Dieses kann im Anschluss entweder als Guthaben genutzt oder auf das eigene Konto überwiesen werden. Sofern die Bezahlung per Überweisung bzw. Lastschrift erfolgt können bis zur Gutschrift auf dem Girokonto einige Tage vergehen.

Welche Apps ermöglichen P2P Payments?

Mittlerweilegibt es in den App Stores eine Reihe von Anwendungen, mit denen sich Geld vom Smartphone versenden lässt. Hierzu gehören beispielsweise die Apps von Cringle, Cookies und NUMBER26. Mit allen drei Anwendungen kann Geld sowohl gesendet wie auch empfangen werden. Bei Cringle gibt es zudem noch die Funktion „Geld einfordern“, um Schuldner an eine noch ausstehende Zahlung zu erinnern. Um einen der Dienste nutzen zu können muss lediglich die entsprechende Software auf dem Smartphone installiert werden. Dies funktioniert bei allen drei Apps kostenlos. Die meisten Anwendungen sind ausschließlich für die Verbreitesten Betriebssysteme Android und iOS verfügbar. Andere Plattformen wie Windows werden dagegen nur selten unterstützt. Im Folgenden möchte ich Ihnen die verschiedenen Apps etwas näher vorstellen.

Cringle – Überweisungsapp in Kooperation mit der DKB

P2P Payment - Cringle Geld versendenDas einfache Versenden von Geld über eine App hat inzwischen auch die etablierten Banken auf den Plan gerufen. Die Deutsche Kreditbank (DKB) kooperiert beispielsweise mit Cringle. Die Funktionsweise bei Cringle ist denkbar einfach. Zahlungen werden direkt per Lastschrift zwischen zwei Bankkonten transferiert. Das Ganze funktioniert ohne Zwischenkonto, einfach die App herunterladen, Empfänger in Telefonbuch auswählen und das Geld entweder senden oder anfordern. Ist der Empfänger bereits bei Cringle registriert wird das Geld automatisch auf dem Konto gutgeschrieben. In allen anderen Fällen erhält dieser einen Link zur Eingabe der Bankdaten.

Im Gegensatz zu anderen Anwendungen wie PayPal oder Payfriendz wird bei Cringle auf ein Wallet verzichtet. Es gibt somit kein Nutzerkonto, welches zunächst mit einem Guthaben aufgeladen werden muss. Stattdessen wird die Cringle App ausschließlich zum Durchführen der Transaktionen genutzt. Dabei spielt es keine Rolle, bei welcher Bank der Nutzer sein Konto hat. Das Angebot von Cringle ist komplett kostenlos. Sowohl für das Versenden wie auch Empfangen von Geld werden keine Gebühren berechnet. Sämtliche Lastschriften und Überweisungen werden über die Deutsche Kreditbank abgewickelt. Zu beachten sind die Transaktionslimits. Pro Monat können über Cringle bis zu 100 Euro versendet werden. Für DKB Kunden gilt ein erhöhtes Limit von 250 Euro. Der Geldempfang ist auf 2.500 Euro pro Monat begrenzt. Die Transaktionen nehmen in der Regel zwischen drei und fünf Werktagen in Anspruch.

Die Nutzung von Cringle gilt als sehr sicher. Es wird dabei eine geschützte Verbindung zwischen Cringle und Mobilfunknummer des Smartphone hergestellt. Zudem sind die persönlichen Daten noch durch eine PIN geschützt. Bei allen Geldtransfers greift zudem der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschland GmbH (VÖB).

Die wichtigsten Fakten zu Cringle im Überblick:

  • Komplett kostenlos Geld senden und empfangen
  • Abwicklung der Transaktionen durch die renommierte Deutsche Kredit Bank
  • Transfers sind über den Einlagensicherungsfonds geschützt
  • Persönliche Daten nur mit individueller Cringle App abrufbar
  • Mit allen Girokonten nutzbar
  • Kein Geldaufladen erforderlich
  • Geld Empfang auch ohne Installation der App möglich

Mobiles Girokonto bei NUMBER26

number26 logoDie App von Number26 verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Kunden erhalten hier ein vollwertiges Girokonto, welches bequem über das Smartphone genutzt werden kann. Geld lässt sich dabei über den Dienst MoneyBeam per SMS oder E-Mail versenden. Die Kontonummer des Empfängers muss dagegen nicht bekannt sein.

Geld versenden in drei Schritten:

  • Die Funktion MoneyBeam auswählen
  • Kontakt aussuchen, an welchen das Geld versendet werden soll
  • Betrag festlegen

Besitzt der Kontakt ein NUMBER26 Konto wird das Geld sofort gutgeschrieben. Der Kontoinhaber erhält dabei eine Push-Benachrichtigung über den Geldeingang. Wer sein Girokonto bei einer anderen Bank hat, wird per SMS oder E-Mail informiert. Der darin enthaltene Link kann in einem Zeitraum von sieben Tagen geöffnet werden. Im Anschluss lassen sich die Bankdaten eintragen, um den Geldbetrag gutschreiben zu lassen.

Zum Girokonto gehört eine Kreditkarte, mit der weltweit kostenlos Bargeld bezogen oder werden kann. Die Transaktionen werden über die App in Echtzeit dargestellt. So haben Kontoinhaber jederzeit den vollen Überblick zu ihren Finanzen. Auf Kontoführungsgebühren wird unabhängig von einem monatlichen Mindesteingang verzichtet.

Die wichtigsten Fakten zu NUMBER36 im Überblick:

  • Vollwertiges und gebührenfreies Girokonto
  • Kostenlose Kreditkarte
  • Weltweit kostenlos Bargeld beziehen
  • Geld versenden per MoneyBeam
  • Dispokredit mit einem Klick beantragen
  • Volle Kontrolle in Echtzeit

Lesen hierzu auch den kompletten NUMBER26 Erfahrungsbericht.

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Cookies App noch in der Beta Phase

Die ehemaligen Macher von NUMBER26 arbeiten derzeit mit Cookies an einem neuen Projekt. Die Banking App befindet sich derzeit in der Beta Phase und kann bereits von Nutzern getestet werden. Vor Kurzem hat Start-up eine Seed-Finanzierung über 1,5 Millionen Euro erhalten. Mit der Cookies App wollen die Gründer einige echte Neuheiten auf den Markt bringen. Hierzu gehört ein beschleunigter Anmeldeprozess innerhalb von nur 60 Sekunden. Anschließend können die User sofort Geld senden und empfangen. Wie bei den anderen Apps funktioniert das Ganze komplett ohne IBAN und TAN. Zudem soll die Anwendung für alle Bankkonten zur Verfügung stehen. Genutzt werden kann der Dienst über verschiedene Plattformen wie iOS, Android oder das Web. Das Projekt soll zunächst auf Deutschland begrenzt werden und anschließend in die Nachbarländer expandieren.

Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern werden die sensiblen Daten bei Cookies ausschließlich auf dem Handy gespeichert. Ein Datentransfer zum Server findet nicht statt. Für den Nutzer soll Cookies auf Dauer kostenlos sein. Die App soll nach Angaben der Entwickler noch mit weiteren interessanten Features ausgestattet werden, die zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch geheim sind.

Fazit zu Cringle, NUMBER26, Cookies & Co

Für die Überweisung von kleineren Beträgen sind die neuen Apps wirklich zu empfehlen. Nutzer sparen sich damit das umständliche Online Banking mit IBAN und TAN. Einfach den Empfänger aus der Kontaktliste auswählen, Betrag eingeben und die Zahlung absenden. Vor der Installation sollten Handy-Besitzer einen genauen Blick auf die Sicherheitsmaßnahmen werfen. Schließlich werden bei Überweisungen sehr sensible Daten übertragen. Mit Avuba hat ein sehr bekannter Anbieter seinen Dienst 2015 eingestellt. Ob sich von den aktuellen Apps alle durchsetzen können steht aktuell noch in den Sternen.

Cringle, Avuba, Number26 und Cookies – Geld versenden per App was last modified: Dezember 16th, 2015 by Hanspeter Volk