Was Anleger über binäre Optionen wissen müssen

Über binäre Optionen kursieren im Netz unterschiedliche Meinungen. Zum einen werden diese als hochspekulatives Finanzinstrument mit der Chance auf enorme Renditen angepriesen. Andere sehen in binären Optionen ein gefährliches Börsenspiel. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Richtig ist, dass die Gewinnmöglichkeiten sehr hoch sind. Wie bei allen Anlagen die eine hohe Rendite ermöglichen darf dabei natürlich auch das Risiko nicht vernachlässigt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Trader sich im Vorfeld genau mit binären Optionen beschäftigen, um die Chancen und Risiken richtig einschätzen zu können.

Wichtige Fakten zu binären Optionen im Überblick:

  • Bis zu 89 Prozent Rendite beim klassischen Handel
  • Totalverlust ist möglich
  • Trader können auf steigende und sinkende Kurse setzen
  • Laufzeiten von 30 Sekunden bis zu mehreren Monaten
  • Trading erfolgt über Online Broker
  • Handeln per PC, Smartphone oder Tablet

binäre Optionen - Header

Funktionsweise von binären Optionen

Binäre Optionen zählten lange zu den exotischen Derivaten, die ausschließlich von professionellen Anlegern gehandelt werden konnten. Ab 2008 war es institutionellen Anlegern möglich, die Optionen über die Börse zu handeln. Ihren großen Boom erlebten binäre Optionen dann 2012, als es Brokern erlaubt wurde, binäre Optionen außerbörslich anzubinden.

Trader können bei binären Optionen auf zwei Ausgänge wetten. So kann darauf gesetzt werden dass der Kurs eines Basiswerts zum Ablaufzeitpunkt über oder unter dem aktuellen Basiskurs liegt. Liegt der Trader mit seiner Einschätzung richtig erhält er seinen Einsatz plus einer zuvor festgelegte Rendite ausgezahlt.

binäre Optionen - Plattform

Der Ablauf einer binären Option ist relativ simpel und erfolgt in vier Schritten:

  1. Basiswert auswählen
  2. Richtung festlegen (Call für steigende und Put für fallende Kurse)
  3. Anlagebetrag eingeben
  4. Ablauffrist festlegen

Anschließend muss nur noch abgewartet werden wie sich der Kurs entwickelt.

Ein wichtiges Kriterium bei binären Optionen ist der Basiswert. Je nach Angebot des Brokers können Trader zwischen Aktien, Indizes, Rohstoffen und Währungspaaren wählen. Bei Optionen auf den DAX bieten die Broker Renditen zwischen 60 und 90 Prozent an. Entscheidend ist dabei immer der Kurs bei Eröffnung der Option und zum Ende der gewählten Laufzeit. Deren Differenz wird auf bis zu fünf Stellen nach dem Komma ermittelt. Da die Laufzeiten zwischen 30 Sekunden und mehreren Wochen gewählt werden können ergeben sich unterschiedliche Gewinnchancen und Risikograde.

Risiken bei binären Optionen

Um zu entscheiden, ob eine Option gewonnen oder verloren wurde, muss immer der Anfangs- mit dem Schlusskurs verglichen werden. Bei falscher Vorhersage verfällt die Optionen, was den kompletten Verlust des Einsatzes bedeutet. Im Gegensatz zu anderen Derivaten wie einem short Call oder einem Future Kontrakt ist der maximale Verlust jedoch auf 100 Prozent begrenzt.

Trader sollten sich immer darüber im Klaren sein, dass die Rendite bei einem Gewinn geringer ist als der Verlust. Wer also auf Dauer im Plus liegen möchte, muss öfter richtig liegen als verlieren.

Binäre Optionen – Was Trader unbedingt beachten müssen

Wie bereits erwähnt verbinden binäre Optionen gute Gewinnchancen mit einem hohen Risiko. Binäre Optionen sind sehr simpel gestaltet und die Plattformen der Broker ermöglichen einen schnelle und unkomplizierten Handel. Ohne eine ausreichende Vorbereitung sollte jedoch nicht in den Handel gestartet werden. Bevor echtes Geld investiert wird, sollten Trader sich zumindest bei den möglichen Handelsarten und Optionen sowie den Funktionen der Plattformen bestens auskennen. Trainieren lässt sich beispielsweise mit einem kostenlosen Demokonto.

Finanzwissen ist zwingend erforderlich

Wer sich für binäre Optionen interessiert, sollte sich zunächst eingehend mit Börsen, Märkten und Basiswerten befassen. Zur weiteren Vorbereitung gehört der sichere Umgang mit Charts sowie den verfügbaren Hilfsmitteln. Wer einfach aus dem Bauch heraus handelt, wird auf Dauer keinen Erfolg mit binären Optionen haben.

Verluste einkalkulieren

Aufgrund der hohen Risiken sollte nur mit Geld spekuliert werden, welches anderweitig nicht benötigt wird. Unter Druck zu handeln ist nicht empfehlenswert, da in einem solchen Fall häufig Fehler gemacht werden.

Nicht blenden lassen

Im Internet ist zumeist nur von hohen Gewinnen zu lesen. Die Praxis sieht jedoch so aus, dass mehr Trader Geld verlieren als gewinnen. Für die Vermittlung von neuen Tradern zahlen Broker mitunter hohe Provisionen. Deshalb werden in sozialen Netzwerken oftmals nur die hohen Gewinnmöglichkeiten angesprochen. Die Risiken bleiben dagegen zumeist außen vor.

Emotionen ausschalten

Trader sollten sich bei binären Optionen nicht von Gefühlen und Emotionen leiten lassen. Diese haben beim Trading nichts verloren. Zudem sollte man nach ersten Gewinnen nicht zu gierig werden. Wer anschließend zu viel riskiert landet schnell wieder im Minus. Entscheidend ist immer der richtige Umgang mit Gewinnen und Verlusten.

Die Wahl des richtigen Brokers

Binäre Optionen können von Privatpersonen nicht direkt über eine Börse gehandelt werden. Das Trading funktioniert mittels einer vom Broker zur Verfügung gestellten Handelsplattform. Seitdem der Markt auch für private Anleger geöffnet wurde, hat sich die Zahl der Online Broker ständig erhöht. Dabei gibt es zwischen den Anbietern teilweise deutliche Unterschiede. Es ist deshalb wichtig, sich vorab genau über einen Binäre Optionen Broker zu informieren.

Gibt es eine staatliche Regulierung?

Ein großer Teil der Broker ist auf Zypern oder Malta ansässig. Dies liegt zum einen an steuerlichen Vorteilen und zum anderen sind die regulatorischen Bedingungen dort nicht so streng. Ein Firmensitz außerhalb von Deutschland muss nicht zwingend etwas Negatives sein. Wichtig ist jedoch, dass der Broker bei einer Finanzaufsicht lizenziert ist und entsprechend reguliert wird. Auf Zypern wird diese Aufgabe beispielsweise von der Cyprus Securities and Exchange Commission (CySec) übernommen. Diese sorgt unter anderem dafür, dass der Broker ausreichend Kapital verfügt und die Kundengelder getrennt vom restlichen Firmenvermögen verwaltet werden.

Mögliche Renditen

Als Anhaltspunkt für einen Vergleich dienen die Renditen für klassische Call/Put Optionen. Diese bewegen sich je nach Broker zwischen 60 und 90 Prozent des getätigten Einsatzes. Je höher die mögliche Rendite, desto besser für den Trader. Einige Broker bieten eine Verlustabsicherung an. Verfällt die Option werden dann beispielsweise 15 Prozent des Einsatzes zurückgezahlt. Allerdings geht dies immer zulasten der Rendite.

Zahl der handelbaren Basiswerte

Je mehr Basiswerte für das Trading angeboten werden desto umfangreicher sind die Handelsmöglichkeiten. Neben Aktien und den bekannten Indizes können bei den Meisten Brokern auch binäre Optionen auf Rohstoffe wie Gold oder Öl gehandelt werden. Dazu können Trader auf die Entwicklung von Devisenkursen spekulieren. Die Basiswerte werden bei binären Optionen nicht direkt gehandelt, jedoch ist der Erfolg auch hier von der jeweiligen Kursentwicklung abhängig.

Auswahl an Handelsarten

Der Klassiker sind Call/Put Optionen bei denen einfach auf steigende oder fallende Kurse gesetzt wird. Diese Variante wird auch als 60-Sekunden-Optionen mit sehr kurzen Laufzeiten angeboten. Je nach Broker gibt es noch weitere Varianten wie Touch- oder Range-Optionen, Pair Trading oder Ladder Optionen – auf die wir noch genauer eingehen.

Mindesteinzahlung bei Kontoeröffnung

Für die Eröffnung eines Handelskontos ist bei den meisten Brokern eine gewisse Mindesteinzahlung erforderlich. Die Summe liegt je nach Anbieter zwischen 10 und 250 Euro. Dieses Kriterium ist insbesondere für Einsteiger wichtig, die zunächst eher kleinere Beträge investieren möchten.

Gleiches gilt auch für den Mindesteinsatz pro Trade. Bei einigen Brokern können binäre Optionen schon für eine Investition ab 1 Euro gehandelt werden. Andere ermöglichen den Handel erst ab einem Einsatz von 25 Euro.

Gibt es einen Bonus für Neukunden?

Aufgrund der großen Konkurrenz bieten viele Broker bei erstmaliger Registrierung einen Bonus an. Dieser kann bei einem Vergleich berücksichtigt werden, sollte jedoch lediglich als zusätzliches Schmankerl betrachtet werden. Die Höhe des Bonus hängt in der Regel immer von der getätigten Einzahlung ab.

Natürlich haben die Broker kein Geld zu verschenken. Deshalb ist ein solcher Bonus immer an gewisse Bedingungen geknüpft. So muss vor einer Auszahlung zunächst ein gewisses Handelsvolumen erreicht werden. Deshalb ist es wichtig, bei Bonusangeboten immer einen Blick auf das Kleingedruckte zu werfen.

Informationsangebote und Kundenservice

Die besten Broker stellen für Einsteiger und Profis umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Hierzu gehören beispielsweise Video-Tutorials oder kostenlose Webinare. Dazu werden die Kunden umfassend betreut. Bei Fragen und Problemen sollte der Kundenservice rund um die Uhr erreichbar sein. Idealerweise gibt es einen deutschsprachigen Support, der per Live Chat oder kostenloser Hotline kontaktiert werden kann. Wichtig ist zudem, dass der Trader immer mit aktuellen Börsennachrichten und Handelssignalen versorgt wird. Kurse und Charts sollten auf jeden Fall in Echtzeit dargestellt werden.

Möglichkeiten für Ein- und Auszahlungen

Je nach Online Broker können für Ein- und Auszahlungen unterschiedliche Transfermethoden genutzt werden. Zum Standard gehören Kreditkarte und Banküberweisung. Zudem werden zumeist auch e-Wallets wie Skrill oder Neteller akzeptiert. Dies hat den Vorteil, dass die Einzahlung innerhalb von wenigen Augenblicken auf dem Handelskonto verbucht werden.

Kostenloses Demokonto

Im Gegensatz zum Forex Trading gehört ein kostenloses Demokonto bei binären Optionen noch nicht zum Standard. Mit einem solchen Testaccount kann der Handel unter realen Bedingungen simuliert werden. Hierzu stellt der Broker ein virtuelles Guthaben zur Verfügung. Für Einsteiger bietet ein Broker mit kostenlosem Demokonto echte Vorteile.

Möglichkeiten zur Risikominimierung

Um mit binären Optionen erfolgreich zu sein ist ein gutes Risikomanagement unerlässlich. Hierfür bieten die Broker verschiedene Instrumente an. So bietet beispielsweise das Feature „Roll-Over“ die Möglichkeit einer Laufzeitverlängerung, falls sich der Kurs nicht wie gewünscht entwickelt. Über „Early Close“ können Trades die sich im Geld befinden vorzeitig geschlossen werden. Zu beachten ist, dass solche Absicherungen nicht kostenlos zu haben sind. Diese gehen immer zu Lasten der Rendite.

Handelsarten bei binären Optionen

Call und Put Optionen

Bei einer Call Option gewinnt der Trader, wenn der Kurs zum Ablaufzeitpunkt höher ist. Umgekehrt muss der Kurs bei einer Put Option sinken, damit ein Gewinn erzielt wird. Der Trader kann dabei zwischen unterschiedlichen Laufzeiten wählen.

60-Sekunden-Optionen

Im 60-Sekunden-Handel werden Call/Put Optionen mit sehr kurzen Laufzeiten gehandelt. Vorteil dabei ist, dass Trader innerhalb kürzester Zeit wissen ob sie gewonnen oder verloren haben. Je nach Broker stehen auch Optionen mit einer Laufzeit von 30 Sekunden zur Verfügung. Problematisch dabei ist, dass aufgrund der kurzen Laufzeit keine Analysen durchgeführt werden können. Deshalb gilt hier eine besondere Vorsicht.

Touch Optionen

Bei dieser Variante gibt der Broker für den Basiswert einen bestimmten Kurs vor. Die Option ist erfolgreich, wenn dieser Kurs während der Laufzeit erreicht wird. Umgekehrt darf der Kurs bei No-Touch Optionen nicht erreicht werden. Touch Optionen werden oftmals als sogenannte High Yield Variante angeboten. In diesem Fall ist der festgelegte Zielkurs besonders weit vom aktuellen Kurs entfernt. Daraus ergibt sich ein höheres Risiko, was im Gegenzug mit einer größeren Rendite belohnt wird. Touch Optionen bieten sich immer dann an, wenn volatile Märkte erwartet werden. Not-Touch Optionen bieten Vorteile, wenn von keinen größeren Marktbewegungen ausgegangen wird.

Range Optionen

Bei Range Optionen setzt der Broker zwei Kursmarken, welche die sogenannte Range darstellen. Bei einer Inside-Option gewinnt der Trader, wenn der Kurs während der Laufzeit innerhalb der Grenzen bleibt. Outside Optionen müssen die Range mindestens einmal berühren, um einen Gewinn zu erhalten. Risikofreude Händler finden auch hier bei vielen Brokern High Yield Varianten, die mit höheren Risiken und Gewinnchancen aufwarten.

Pair Trading

Beim Pair Trading werden zwei Basiswerte derselben Assetklasse einander gegenübergestellt. Trader können sich nun festlegen, welcher Wert sich bis zum Ende der Laufzeit am besten entwickelt. Bisher wird diese Handelsart nur von wenigen Brokern angeboten.

Ladder Optionen

Bei Ladder Optionen handelt es sich um eine Variante, die sich in erster Linie an fortgeschrittene Trader richtet. Optionen fallen in der Bereich von Optionsstrategien, bei welchen mehrere Optionen gekauft und verkauft werden. Zu Beginn oder während der Laufzeit der Option werden weitere Optionen mit unterschiedlichen Ausübungspreisen mit einbezogen. Im Prinzip wird eine Leiter gebaut. Diese relativ neue Art der binären Optionen wird bislang nur wenig angeboten.

Option Builder

Der Option Builder bietet die Möglichkeit, binäre Optionen nach eigenen Wünschen zusammenzustellen. Auf diese Weise können Trader Chancen und Risiken individuell festlegen. Fortgeschrittene Trader haben so die Möglichkeit auf bestimmte Marktsituationen zu reagieren. Der Aufwand hierfür ist allerdings auch um einiges höher.

Fazit zum Handel von binären Optionen

Binäre Optionen sind sehr vielfältig und lassen sich flexibel einsetzen. Gleichzeitig handelt es sich hierbei um ein hochspekulatives Finanzinstrument. Innerhalb kurzer Zeit können hohe Gewinne realisiert werden, im Gegenzug droht immer auch der Totalverlust. Wer sich für diese Handelsmöglichkeit interessiert, sollte sich zunächst eingehend damit befassen. Ohne Vorkenntnisse lässt sich damit sicher kein Geld verdienen.

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Was Anleger über binäre Optionen wissen müssen was last modified: Juli 11th, 2016 by Hanspeter Volk

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