Ausweg bei Negativzinsen – was nun?

Wie Fonds-Anleger steigenden Kosten entgehen

Fondsanleger müssen bald mit noch höheren Kosten rechnen. Schuld sind die negativen Einlagezinsen der EZB, die einige Depotbanken nun an die Fondsgesellschaften weitergeben. Doch es gibt Alternativen. Diese lotet der BdSt-Vermögens­check gemeinsam mit Ihnen aus.

Mit der Einführung von Negativzinsen für Banken hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2014 ein Tabu gebrochen: Im Juni 2014 verkündete Notenbankpräsident Mario Draghi, dass Banken für Einlagen bei der EZB einen Strafzins von 0,1 Prozent im Jahr zahlen müssen. Wenige Monate später, im September, wurde der Satz auf 0,2 Prozent erhöht. Mit diesem Strafzins will Draghi die Konjunktur ankurbeln. Im Raum steht die Devise: Wenn Banken für ihre EZB-Einlagen zahlen müssen, werden sie mehr Kredite ausgeben, um genau das zu vermeiden – und das soll die Wirtschaft im Euro-Raum beleben.

negativzinsen oder steuern?

Sparer und Anleger betroffen

 

Sparern und Anlegern wurde von der Banken-Branche stets signalisiert, dass sie von diesem Strafzins nicht betroffen sein würden. Tatsache ist aber: Zum einen trifft es Unternehmen, die ihre Liquidität parken müssen, sowie vermögende Privatkunden, die ab einer bestimmten Größenordnung Zinsen zahlen müssen, wenn sie ihrer Bank Geld leihen.

Zum anderen leistet „Otto Normalanleger“ seinen Obolus, wenn er eine Lebensversicherung bespart oder Investmentfonds kauft. Grund: Von institutionellen Kunden, wie Lebensversicherern und Fondsgesellschaften, verlangen die Banken durchaus, dass sie sich an der Zahlung des EZB-Strafzinses beteiligen.

In der Tat planen große Depotbanken, Minuszinsen, die sie selbst an die EZB zahlen, von den Fonds zu verlangen, wenn diese Euro-Barmittel bei ihnen parken. So hat „Euro am Sonntag“ in einer Umfrage herausgefunden, dass etwa die Bank of New York (BNY) Mellon den Negativzins der EZB von minus 0,2 Prozent bereits an die Fonds weiterreicht, wenn diese Euro auf den BNY-Konten parken. Möglicherweise entscheiden sich große deutsche Depotbanken ähnlich.

girls-685787_640

 

Steigende Kosten

 

Auch Fondsanleger würden davon betroffen sein. Denn die anfallenden Zinsen dürften die Gesamtkostenquote – die Total Expense Ratio (TER) –  der Fonds weiter erhöhen. Schon jetzt bewegt sich die jährlich anfallende TER vieler aktiv gemanagter Produkte zwischen 1,5 und 2 Prozent, wie die Fondsratingagentur Morningstar ermittelt hat. Das gilt vor allem für die bei Anlegern sehr beliebten Mischfonds, die gleichzeitig in Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen investieren können. Diese Gebühr muss erst einmal verdient werden, bevor einem Anleger der erste Euro an Gewinn zufließt.

Alternativen für die Anlage

Finanzexperten gehen davon aus, dass Fonds mit ohnehin magerer Rendite am meisten betroffen sein werden. Dazu zählten Geldmarktfonds, schlechte Rentenfonds sowie Immobilienfonds, die zur Auszahlung von Kunden eine recht hohe Cash-Quote halten müssen. Treffen könnte der negative Einlagezins aber auch flexible Mischfonds, die damit werben, bei einer Baisse am Aktienmarkt bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens im Geldmarkt zu parken, um Kursverluste zu vermeiden.

Gleichwohl gibt es mehrere Alternativen für Anleger. Eine Option sind aktiv gemanagte Mischfonds, die über Jahre hinweg ihre Vergleichsmärkte deutlich hinter sich gelassen haben. Das Problem: Niemand weiß, ob diese Fonds auch in Zukunft besser abschneiden werden als der breite Markt. Anleger, die auf aktiv gemanagte Fonds setzen wollen, sollten daher regelmäßig prüfen, wie ihre Fonds sich in der Vergleichsgruppe behaupten.

Experten-Tipp

Für den Anleger ist wichtig zu wissen, welche Aktien- und Anleihenquote zu ihm passt – diese Quote sollte mit Hilfe des Rebalancing beibehalten werden. Konkret: Wenn der Aktienanteil 60 statt der ursprünglichen 50 Prozent ausmacht, verkauft der Anleger die überschüssigen zehn Prozent und erwirbt damit Anteile von Anleihefonds. Am bes­ten macht er das maximal einmal im Jahr – und nur dann, wenn eine Anlageklasse deutlich vorne liegt.

 

(Quelle: DER STEUERZAHLER 3/2015, Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.)

money - negativzinsen auf depot?

Ausweg bei Negativzinsen – was nun? was last modified: Oktober 6th, 2016 by Deutsche Forex Broker

auf Facebook teilen
auf Facebook teilen
auf Google+ teilen
http://www.deutschefxbroker.de/ausweg-negativzinsen/">
Tweet
Deutschefxbroker auf Youtube
LINKEDIN
PINTEREST
Forex News per Email abonnieren